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Krimi um die Pflege der Playa de Palma: Die Stadt Palma hat eine "Lösung" gefunden

Die Stadt hat den Vertrag mit dem bisherigen Konzessionär Mar de Mallorca um ein weiteres Jahr verlängert – ohne Ausschreibung

Aufgestapelte Strandliegen vor Saisonbeginn an der Playa de Palma.

Aufgestapelte Strandliegen vor Saisonbeginn an der Playa de Palma. / Simone Werner

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Der Krimi um die Strandliegen und Sonnenschirme, aber auch die Pflege der Grünflächen an der Playa de Palma geht in die nächste Runde: Wie eine Sprecherin der Stadt Palma auf MZ-Anfrage bestätigte, wurde der Vertrag zwischen der Stadtverwaltung und dem Konzessionär, der Firma Mar de Mallorca, um ein weiteres Jahr verlängert. Damit wird das Unternehmen auch im kommenden Sommer die Verwaltung des Strandabschnitts übernehmen.

Zu den Gründen für die Entscheidung hatte sich die für öffentliche Verwaltung zuständige Stadträtin Mercedes Celeste am Wochenende gegenüber dem "Diario de Mallorca" geäußert: "Wenn wir die Verwaltung der Playa de Palma jetzt ausschreiben, wird die Vergabe erst nach Beginn der neuen Saison erfolgen. Wir können nicht das Risiko eingehen, dass dann ein neues Unternehmen übernimmt, das möglicherweise gar nicht über die notwendige Infrastruktur verfügt."

Konzession ohne Ausschreibung verlängert

Die Begründung von Celeste ist gelinde gesagt abenteuerlich. Denn der aktuelle Konzessionär Mar de Mallorca verwaltet die Playa seit 1997. Damals unterschrieb das Unternehmen einen Vertrag über 25 Jahre. Dieser wurde nach Ablauf immer wieder verlängert, zuletzt im vergangenen Jahr. Damals argumentierte die neu gewählte konservative Stadtverwaltung, man habe keine Zeit gehabt, eine ordnungsgemäße Ausschreibung für die Neuvergabe in die Wege zu leiten. Stattdessen versprach man, dies für die Saison 2025 zu tun.

Klage gegen die Stadt

Seit Monaten gibt es Aufforderungen an die Stadt, eine neue Ausschreibung zu machen. Während die Mitarbeiter von Mar de Mallorca nun erstmal zufrieden sein dürften, dass ihre Jobs ein weiteres Jahr gesichert sind, düften andere Akteuere nicht so glücklich mit der "Lösung" sein. So hatte beispielsweise im Februar Mallorcas größter Umweltschutzverband Gob beim Stadtrat gegen die damalige Verlängerung der Konzession geklagt. Die Umweltschützer sprachen von einem "geschützten Monopol" und erklärten, dass man „nicht zulassen könne, dass ein so wichtiger Strandabschnitt mit 6.000 Liegen, 3.000 Sonnenschirmen und zahlreichen Wassersporteinrichtungen noch nie gemäß den Regeln zur Bewirtschaftung vergeben wurde“.

Der von der PP dominierte Stadtrat beschloss, die Eingaben der Umweltorganisation mit der Begründung abzuweisen, dass "die Kontinuität der Strandreinigung, die Reinigung der Bereiche an den Ausgängen der Kanalisation und die Pflege und Erhaltung der Gärten an der Strandpromenade aufrechterhalten werden müssen".

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