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Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen ist tot: In dieser Gemeinde auf Mallorca machte er häufig Urlaub

Der französische Politiker war ab den frühen 90er-Jahren mehrfach auf der Insel und äußerte sich auch zur spanischen Politik

Jean-Marie Le Pen mit seiner Frau Jany im Mallorca-Urlaub.

Jean-Marie Le Pen mit seiner Frau Jany im Mallorca-Urlaub. / B. Ramon

Matías Vallés

Matías Vallés

Der französische Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen ist tot. Der Gründer der Partei Front National, die mittlerweile von seiner Tochter Marine angeführt wird, war ein regelmäßiger Gast auf Mallorca. Mit seiner zweiten Frau Jany, die er Anfang der 90er-Jahre heiratete, kam er häufig in die Gemeinde Artà im Nordosten der Insel.

Äußerungen zur spanischen Politik

Bei seinen Besuchen auf der Insel äußerte er sich auch immer wieder zur spanischen Politik. In einem Interview im Jahr 1993 gab er die – bis zum Aufstieg der rechtsextremen Vox Ende des vergangenen Jahrzehnts häufig verbreitete – Meinung wieder, dass in Spanien ein Äquivalent zu seiner Front National schwer vorstellbar sein. Als Begründung nannte er die rechtslastige Politik des damaligen Oppositionschefs und späteren Ministerpräsidenten José Maria Aznar. Diese stoppe ein Aufkommen einer rechtsextremen Partei. Damals erklärte er, Aznar nicht zu kennen. Er pflege aber gute Kontakte zum langjährigen galicischen Ministerpräsidenten Manuel Fraga. Zudem zeigte er sich immer wieder als großer Bewunderer des Gründers der faschistischen Falange-Partei, José Antonio Primo de Rivera.

Im Jahr 2004 äußerte er sich erneut in einem Interview. Die Konservativen hatten gerade die Wahlen verloren, die Sozialisten regierten mit José Luis Rodríguez Zapatero an der Spitze. Le Pen ließ kein gutes Haar an Aznar, der die Amtsgeschäfte an Mariano Rajoy hatte übergeben wollen. Das Attentat in Madrid am 11. März habe "alle Wahlprognosen durcheinandergebracht, weil Aznar nicht geschickt im Umgang mit dem Irak-Krieg wäre." Immer wieder äußerte er zudem Zeitpunkt auch die Einschätzung, dass Europa von einer Welle der Migration überrollt würde.

Auf der Yacht um die Insel schippern

Ansonsten ließ er es sich auf Mallorca gut gehen. Wenn er nicht auf dem luxuriösen Anwesen aus dem 15. Jahrhundert in Artà weilte, ließ er sich auch gerne direkt vom Flughafen zu einer Yacht bringen, mit der er um die Insel schipperte. Alles andere als begeistert zeigte er sich von der Bezeichnung rechtsextrem. Er selbst sah sich lieber als "Franco-affin".

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