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Verdacht gegen Bürgermeisterin: Hat sich Mireia Ferrer in Cala Ratjada einen Pool ohne Lizenz genehmigt?

Ein Ortspolizist hat eine Anzeige gegen die Rathauschefin gestellt. Darin geht es auch um eine angeblich illegale Pergola und eine ausgebaute Terrasse

Die Bürgermeisterin von Capdepera, Mireia Ferrer, bei den Feierlichkeiten zu Sant Antoni.

Die Bürgermeisterin von Capdepera, Mireia Ferrer, bei den Feierlichkeiten zu Sant Antoni. / Rathaus Capdepera

Redaktion DM

Redaktion DM

Die Bürgermeisterin von Capdepera im Osten von Mallorca, Mireia Ferrer von der konservativen Volkspartei PP, steht unter Druck. Grund sind Anschuldigungen eines Ortspolizisten, der auf einem Anwesen von Ferrer illegale Bauaktivitäten festgestellt haben will. Wie das "Diario de Mallorca" berichtet, hat der Beamte der Ortspolizei Anzeige gestellt, weil Ferrer auf einem Grundstück in Cala Ratjada einen Pool sowie eine Pergola ohne die entsprechende Baugenehmigung errichtet haben soll.

Bei dem Anwesen soll es sich um ein Haus ihrer Mutter handeln, die Bauverstöße sollen sich in den Jahren 2022 und 2023 zugetragen haben und sind damit noch nicht verjährt. Der Anzeige des Ortspolizisten nach soll der Pool auf dem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück an einer Stelle ausgehoben worden sein, an der nicht gebaut werden darf, weil sie zu nah am Nachbargrundstück liegt.

Keine nachträgliche Genehmigung möglich

Üblicherweise müssen bei Bauten auf dem eigenen Grundstück gewisse Abstände zum Nachbaranwesen eingehalten werden. Der Pool sowie die Pergola könnten demnach nachträglich gar nicht legalisiert werden. Auch eine vorhandene Terrasse soll Mireia Ferrer nachträglich vergrößert haben, ohne die entsprechenden Genehmigungen zu besitzen.

In der Anzeige des Ortspolizisten wird ferner angedeutet, dass auch im Inneren des Hauses Renovierungsarbeiten durchgeführt worden sein könnten, die ebenfalls keine Genehmigung aufweisen. Aufgrund dieser Sachverhalte fordert der Ortspolizist das Baudezernat des Rathauses auf, die Vorwürfe zu überprüfen.

Sozialisten fordern Stellungnahme

Die Sozialisten im Gemeinderat haben daraufhin eine öffentliche Erklärung von Mireia Ferrer gefordert. Die Partei verlangte ein außerordentliches Treffen einer Kommission, in der Ferrer zu den Vorwürfen Stellung nehmen sollte, nachdem diese bisher jegliche Erklärung verweigert hat.

Für die Sozialisten ist der "Widerstand" der Bürgermeisterin, sich zu äußern, "verdächtig". Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre es "besonders schwerwiegend", wenn ausgerechnet eine Rathauschefin sich über gemeindliche Bauvorschriften hinwegsetze.

Seit Mai 2023 im Amt

Mireia Ferrer und die Volkspartei PP waren bei den Kommunalwahlen im Mai 2023 als Siegerin hervorgegangen. Im Rathaus löste die damals erst 27-jährige Politikerin den sozialistischen Dauerbrenner Rafael Fernández ab, der zuvor zwölf Jahre Bürgermeister war.

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