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Geschäftsleute und Anwohner nehmen Politiker wegen der Bauarbeiten in Santa Ponça in die Mangel

Die Hauptverkehrsader des Ortes ist seit Anfang November an verschiedenen Abschnitten immer wieder dicht. Auf MZ-Vermittlung gab es nun ein Treffen mit Verantwortlichen der Gemeinde Calvià

Salvatore Ferrone (stehend) hatte einige Klagen. Rechts daneben Calviàs Bürgermeister.

Salvatore Ferrone (stehend) hatte einige Klagen. Rechts daneben Calviàs Bürgermeister. / Johannes Krayer

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Salvatore Ferrone, der Wirt des Restaurants „Il Carpaccio“ in Santa Ponça im Südwesten von Mallorca ist regelrecht aufgebracht. „Mitte Oktober ist jemand zu mir gekommen und hat mir ein Zettelchen gegeben, auf dem stand, dass ab Anfang November die Straße hier dichtgemacht wird“, echauffiert sich der Italiener bei einem Treffen von Gastronomen, Anwohnern und zwei Vertretern der Gemeinde Calvià.

Die Aussprache ist auf Vermittlung der MZ und der Wirtin Renee Gorgoglione in deren Restaurant „Tapas y más“ zustande gekommen. Die Geschäftsleute und Anwohner wollen ihrem Unmut über die Bauarbeiten an der Hauptverkehrsader von Santa Ponça, der Avinguda Rei Jaume I, Luft machen. Bürgermeister Juan Antonio Amengual sowie der für die Bauarbeiten verantwortliche Gemeinderat Juan Thomás sind gekommen, um sich ihre Sorgen anzuhören und die Arbeiten zu erklären.

"Zwei Wochen lang überhaupt keine Gäste"

Ferrone reißt zu Beginn das Wort mehrere Minuten an sich und lässt sich kaum bremsen. „Wochenlang haben fünf oder sechs Arbeiter an einer Baustelle gewerkelt, für die man eigentlich 25 Mann bräuchte“, ist einer seiner Kritikpunkte. Die Bauarbeiten an der Hauptverkehrsader des Küstenortes hinterließen vor allem in den Monaten November und Dezember ein großes Loch in seiner Kasse. „Wir hatten zwei Wochen lang überhaupt keine Gäste“, wettert Ferrone.

Nicht sehr einladend: die Straßenseite, auf der das Restaurant Vivo in Santa Ponça beheimatet ist. | FOTO: PRIVAT

So sah die Baustelle zwischenzeitlich kurz vor Jahresende 2024 aus. / privat

Die Arbeiten haben nicht nur den Italiener, sondern auch andere Geschäftsleute und Anwohner kalt erwischt. Und der Informationsbedarf ist groß, die Gemeinde hat es offensichtlich versäumt, die Menschen vor Ort gründlich zu informieren, auch wenn Gemeinderat Juan Thomás nicht müde wird zu betonen: „Es war ja keine Frage des Ob. Die Bauarbeiten mussten gemacht werden, und wir haben versucht, sie für alle Beteiligten möglichst schonend durchzuziehen.“

Dreimal fünf Monate statt einmal 15 Monate

Deshalb habe man auch nicht 15 Monate lang die komplette Straße dichtgemacht, sondern strecke die Arbeiten über drei Winter jeweils fünf Monate lang. Der Gemeinderat gibt sich im Vergleich zu Bürgermeister Juan Amengual, der hauptsächlich zuhört, viel Mühe, das Vorgehen der Gemeinde zu erklären. So zum Beispiel, dass in diesem Winter noch bis maximal 31. März weitergebaut werden soll und in dieser Zeit die Rohre unter der Straße vom Strand in Richtung Autobahn neu gemacht werden.

So soll ein Teil der Straße nach den Umbauarbeiten aussehen.

So soll ein Teil der Straße nach den Umbauarbeiten aussehen. / DM

Die andere Richtung war bisher nicht von Arbeiten betroffen und kann normal befahren und begangen werden. Im Winter 2025/26 ist noch einmal die gleiche Seite dran, dann soll die Straße verschönert werden mit einem neuen Bürgersteig, neuem Asphalt, neuen Bäumen, Zebrastreifen und anderen Elementen. Und zum Schluss ist im Winter 2026/27 die andere Seite mit den Verschönerungsmaßnahmen an der Reihe.

Weiteres Treffen vor dem nächsten Winter

Ferrone und die anderen hören halb ungläubig, halb verständnisvoll zu. Es gebe keine Alternative zu diesem Vorgehen, erklärt Juan Thomás. Und dann werden noch spezifische Wünsche geäußert. Eine Anwohnerin beklagt sich etwa über die Anordnung der Bushaltestellen im neuen Plan, weil diese immer von Autos zugeparkt seien. Thomás verspricht, sich das Thema noch einmal anzuschauen, um gegebenenfalls sogar die Haltestelle noch einmal verlegen zu können.

Übereingekommen sind alle Teilnehmer darin, dass sie sich im September pünktlich vor dem Beginn der nächsten Wintersaison noch einmal zusammensetzen wollen.

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