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Fördermittel ausgelaufen: Zwei Obdachlosen-Programme werden auf Mallorca eingestellt

Die Projekte setzten sich für die soziale Wiedereingliederung von Wohnungslosen auf der Insel ein

Eine Obdachlosensiedlung in Palma.

Eine Obdachlosensiedlung in Palma. / Manu Mielniezuk

Zwei Projekte, die sich für die Wiedereingliederung von Obdachlosen auf Mallorca einsetzen und die Wohnungsmieten für die Bedürftigen finanzieren, sollen eingestellt werden. Demnach können die Programme "Primer la Llar" und "H4Y Futuro" auf der Insel nicht mehr weitergeführt werden, nachdem europäische Fördermittel, die zur Finanzierung der Projekte beigetragen haben, ausgelaufen sind. Auch die Mittel, die das spanische Sozialministerium bezuschusste, laufen aus.

Soziale Wiedereingliederung als Ziel

Bei den Projekten handelt es sich um zwei Initiativen, die mit der sogenannten "Housing First"-Methode vorgehen. Dabei werden obdachlose Personen in einer Wohnung untergebracht, beim Prozess der sozialen Wiedereingliederung unterstützt und es wird dafür gesorgt, dass die Personen in Zukunft auf allen Ebenen selbstständig zurechtkommen. Dafür werden individuelle Interventionspläne erstellt. Sobald die vollständige Wiedereingliederung eines Bewohners erfolgt ist, nimmt eine andere Person den Platz in der Wohnung ein und wird individuell von den Betreuern unterstützt.

Eine Million Euro aus eigenen Mitteln

Das Programm "Primer la Llar" lief erstmals 2018 an. Damals startete die Sozialbehörde IMAS eine Kampagne, um die 40 Wohnungen zu bekommen, die für das Projekt benötigt wurden. Dabei sollte jeder Obdachlose eine eigene Unterkunft bekommen. Voraussetzung war, dass die Wohnung über ein oder zwei Schlafzimmer verfügt und in Palma oder in einer Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern liegt. Die IMAS bot den privaten Wohnungseigentümern im Gegenzug eine garantierte monatliche Mieteinnahme, den Abschluss eines Mietvertrags, die Überwachung durch Fachleute und eine Vollkaskoversicherung für die Wohnung. Damals zahlte die Inselinstitution für das Projekt mehr als eine Million Euro aus eigenen Mitteln an die Stiftung Fundación RAIS-Provivienda für die Verwaltung des Programms, das später dann aus europäischen Mitteln finanziert wurde.

Nur drei Jahre Laufzeit

"H4Y Futuro" wurde 2022 ins Leben gerufen und wurde von Beginn an durch die Mittel des Ministeriums für Soziales von der Zentralregierung finanziert. Das Projekt richtet sich an 18- bis 25-Jährige, die von Obdachlosigkeit bedroht waren. Auch hier wurde die Methode "Housing First" angewendet. Insgesamt wurden für das Projekt 1.263.000 Euro zur Verfügung gestellt und von den Nicht-Regierungsorganisationen Provivienda und HOGAR SÍ verwaltet. Dass das Projekt nur drei Jahre laufen wird, wurde bereits bei seiner Vorstellung angekündigt.

"Schade, dass es zu Ende geht"

Da nun die Mittel für beide Projekte ausgelaufen sind, werden die Bewohner in andere Programme für soziale Eingliederung umgesiedelt, die ihren Weg in Zukunft weiter begleitet. Den Vermietern, die die Wohnungen für die beiden Initiativen bereitgestellt haben, wurde der Mietvertrag gekündigt. Einige Vermittler sprechen laut MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" davon, dass "es schade ist, dass etwas, das so gut funktioniert hat, plötzlich zu Ende geht".

Wohnungen erfüllen eine gute Funktion

Für die Projekte, die bereits am 1. Januar aufgrund des Finanzierungsstopps der Europäischen Union ausgelaufen waren, war es "sehr schwierig, Wohnungen für diese Art der Vermietung zu finden". "Die Wohnungen erfüllen eine gute Funktion und es ist wirklich nicht leicht, eine Wohnung für einen Obdachlosen zu finden, der sich wieder in die Gesellschaft integrieren will. Außerdem haben die Menschen heutzutage aufgrund der Hausbesetzungsproblematik Angst, an dieser Art von Programmen teilzunehmen. Dabei kommen sie vielen Menschen zugute, die auf der Straße leben und aussteigen wollen", sagen die Vermittler.

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