Mutmaßlicher Korruptionsskandal in Alcúdia: Rechtsextremer Stadtrat wegen möglicher Veruntreuung entlassen
Ein rechtsextremer Vox-Politiker soll öffentliche Gelder für private Zwecke missbraucht haben. Die Partei behauptet, die Bürgermeisterin habe davon gewusst

Der Vox-Stadtrat Juan Mateu Gual mit Alcúdias Bürgermeisterin Fina Linares. / DM
Mutmaßlicher Korruptionsskandal im Norden Mallorcas: Fina Linares, die konservative PP-Bürgermeisterin von Alcúdia, hat am Dienstag (18.2) den Tourismusdezernenten der Gemeinde, Juan Mateu Gual, von seinem politischen Amt entbunden. Dem Mitglied der rechtsextremen Partei Vox wird Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet.
Tausende Euro öffentlicher Gelder für vermeintlich private Ausgaben
Unter den von der Gemeinde Alcúdia beglichenen Rechnungen befinden sich unter anderem Taxifahrten im Wert von mehreren Hundert Euro. Gual ließ sich wohl mit dem Taxi von Alcúdia nach Port de Pollença chauffieren, wo der Fahrer auf ihn warten musste, bis er sein Mittag- oder Abendessen beendet hatte. Zudem gibt es weitere fragwürdige Hotel- und Restaurantrechnungen.
Darüber hinaus wurden Unregelmäßigkeiten bei Zahlungen für öffentlich subventionierte Veranstaltungen aufgedeckt, die Gual wohl initiiert hatte – insbesondere im Zusammenhang mit dem Ironman-Wettkampf. Sein Amt übernimmt nun ein weiterer Vox-Stadtrat: Juan Sedín, der bisher für die politische Leitung der Ortspolizei zuständig war.
Linares soll von den Ausgaben gewusst haben
Die lokale Vox-Partei in Alcúdia wies die Anschuldigungen gegen Gual „kategorisch“ zurück. Diese seien „unbegründet und verdreht“. Man werde gegen jeden rechtlich vorgehen, der die Anschuldigungen „böswillig“ weiterverbreitet. Die fraglischen Rechnungen stünden direkt mit Veranstaltungen in Zusammenhang, die der Förderung der Gemeinde dienten, bekräftigte Vox.
Zudem habe die Bürgermeisterin von den Ausgaben gewusst. „Fina Linares hat den Vox-Stadtrat bei allen Veranstaltungen begleitet, mit denen die fraglichen Ausgaben in Verbindung stehen“, erklärte die Partei in Alcúdia. „Sie wusste nicht nur davon, sondern war sogar die treibende Kraft hinter jenen Kosten, die nun unter Verdacht stehen.“ /slr
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