Erleichterung im deutschen Konsulat auf Mallorca: Die Briefwahlunterlagen sind schon in Deutschland
Etwa 500 Deutsche haben den Kurierdienst des Konsulats für ihre Stimmzettel zur Bundestagswahl in Anspruch genommen

Konsulatsmitarbeiter Thomas Keilich nimmt die Wahlurne an sich, um die Unterlagen ans Auswärtige Amt zu schicken. / Nele Bendgens
Die Erleichterung ist dem deutschen Konsul Wolfgang Engstler am Telefon anzumerken. Der MZ berichtet er am Mittwochvormittag (19.2.), dass die Briefwahlunterlagen, die am Tag zuvor aus Palma losgeschickt wurden, bereits im Auswärtigen Amt in Berlin eingetroffen sind. Das habe der Tracker angezeigt. „Von dort aus werden die Stimmzettel noch am selben Tag an die einzelnen Bürgerämter und Rathäuser in Deutschland verschickt und kommen somit auf jeden Fall rechtzeitig vor der Wahl an“, sagt Engstler.
Auch für das Konsulat in Palma war es in Anfang der Woche ein Wettlauf gegen die Zeit. Am Dienstagmittag erklärte Wolfgang Engstler die Wahlurne, die im Konsulat aufgestellt war, offiziell für geschlossen. In den Tagen zuvor konnten die Wählerinnen und Wähler ihre Briefwahlunterlagen für die Bundestagswahl am Sonntag (23.2.) hier einwerfen.
Mehr Wähler als in anderen Auslandsvertretungen
Das Angebot wurde laut Engstler rege angenommen. Fast 500 Briefe gaben Mallorca- Residenten und -Langzeiturlauber in der „original mallorquinischen Wahlurne“ (O-Ton Engstler) ab, die eine Konsulatskollegin aus dem Rathaus in Binissalem mitgebracht hatte. Damit war die Beteiligung auf Mallorca höher als in den anderen deutschen Auslandsvertretungen in Spanien, wie Málaga, Barcelona oder Madrid.
Vor allem kurz vor Abgabeschluss am Dienstag wurde es noch einmal voll im Konsulat. Drei Frauen berichteten, dass ihre Stimmzettel aus Deutschland erst am Montag (17.2.) bei ihnen in der Post waren. Bei anderen kam der Brief erst am Dienstagmittag an, sodass eine Abgabe im Konsulat nicht mehr infrage kam. Familienangehörige oder Freunde, die zu Besuch auf Mallorca sind und rechtzeitig wieder zurückfahren, wurden daher ebenfalls als Kurier eingesetzt.
Schließlich blieb noch, so man die Wahlunterlagen erhalten hat, der reguläre Postweg. Die Wahlumschläge müssen vor 18 Uhr am Sonntag in der zuständigen Stelle in Deutschland ankommen. Das ist sportlich, aber durchaus möglich – der Postweg zwischen Mallorca und Deutschland kann mitunter nur drei Tage betragen.
Aus Can Picafort angereist
Eigens aus Can Picafort war der deutsche Unternehmer Markus Schmitz zum Konsulat gefahren. „Ich finde, man darf sich hinterher nur beschweren, wenn man auch abgestimmt hat“, sagt er der MZ. Er habe den vermeintlich sichereren Weg über das Konsulat gewählt, weil er der Post nicht zutraue, dass die Unterlagen rechtzeitig in seinem Wahlamt eintreffen, erklärt der Teilzeit-Resident, der sich seine Stimmzettel direkt ins Konsulat schicken ließ.
Auch bei ihm war es ein Fotofinish: Erst am Dienstagvormittag kamen die Unterlagen an, woraufhin Schmitz telefonisch verständigt wurde. So konnte er noch rechtzeitig kurz vor 12 Uhr herfahren und abstimmen. Gewählt habe er rein nach Sympathie der Personen. „Meine Erststimme hat ein Student bekommen. Der hat tendenziell noch am wenigsten Geld.“
Konsul Engstler zieht derweil eine positive Bilanz. Es seien zwar arbeitsintensive Tage gewesen, auch weil viele telefonische Anfragen zum Prozedere kamen. Aber die Organisation habe gut funktioniert und der Aufwand sei es wert gewesen. „Wir haben ja gemerkt, dass es diesmal für viele wichtig war zu wählen.“
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