Neuer IB3-Chef ernannt: "Ist das ein schlechter Scherz?"
Der Kandidat von PP und Vox stößt auf Unverständnis bei den Mitarbeitern des Senders. Josep Codony steht für eine dunkle Phase in der Vergangenheit des Senders

Steht bald einem Team vor, das sich so gar nicht auf ihn freut: Josep Codony. / DM
Führungswechsel beim Regionalsender IB3. Nach dem Rücktritt des bisherigen Chefs Alberto Salas haben sich die regierende PP und der ehemalige Partner im Rechtspakt, Vox, auf die Nachfolge geeinigt. Es handelt sich um ein bekanntes Gesicht. Josep Codony war bereits in der Amtszeit des konservativen Regierungschefs José Ramón Bauzà Leiter des Senders gewesen.
Die beiden Parteien begründeten ihre Entscheidung damit, dass Codony ein erfahrener Verwalter sei, der über Erfahrung im Bereich der Kommunikation verfüge. Es gehe darum, die Arbeit fortzuführen, die Salas in den vergangenen anderthalb Jahren geleistet hatte.
So reagieren die Redaktionen
Wie mehrere mallorquinische Medien übereinstimmend berichten, ist die Nachricht in den Redaktionen der Fernseh- und Radioanstalt auf Ungläubigkeit gestoßen. Der Satz "Ist das ein schlechter Scherz?" soll mehr als einmal gefallen sein.
Der allgemeine Tenor: Es sei ein Rückschritt in der Senderpolitik. Codony steht für eine Phase in der Geschichte des Senders, in der die Nutzung der katalanischen Sprache infrage gestellt wurde. Zudem sei Codony, der Parteimitglied der PP ist, den Anweisungen der damaligen Regierung hörig gewesen. Er habe jegliche politische Neutralität in der Berichterstattung vermissen lassen.
Vor seiner ersten Anstellung bei IB3 hatte Codony unter anderem den lokalen Fernsehsender der Stadt Inca gegründet. Zudem war er Verwalter der Produktionsfirma Atlas, die Inhalte für den rechten Fernsehsender Telecinco auf den Balearen produziert hat.
So begründet Salas seinen Rücktritt
Albert Salas hatte am Dienstag seinen Rücktritt formell eingereicht, seine Entscheidung war aber schon seit längerem bekannt. Der ehemalige Pressesprecher von Real Mallorca geht zu seinem einstigen Arbeitgeber zurück. Salas erklärte zur Begründung für seinen Rücktritt, dass die vielen Verwaltungsaspekte des Jobs und der Dialog mit Verbänden und Gewerkschaften ihn fertiggemacht hätten. "Ich bin ausgebrannt und nicht mehr nützlich."
Salas stand bei seinem Amtsantritt vor der Herausforderung, in die Fußstapfen von Andreu Manresa zu treten. Der erfahrene Journalist hatte IB3 in der Zeit der Linksregierung geleitet.
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