Wohnmobilbesitzer auf Mallorca haben sich durchgesetzt: Übernachten soll doch erlaubt werden
Das Fahrzeug der Camper darf jedoch nicht länger als zehn Tage an einem Ort bleiben

Wohnmobil-Protest in Palma am Samstag (15.03.) / Guillem Bosch
Der Protest, der von den Wohnmobilbesitzern für den 27. März vor dem Rathaus von Palma vorgesehen war, wird doch nicht stattfinden. Denn die Camper auf Mallorca haben sich nach mehreren Protesten und Appellen an die lokale Politik durchgesetzt: Bei einem Treffen mit dem Stadtrat von Palma wurden mehrere Punkte der Benimmregeln geändert, sodass das Übernachten in Wohnmobilen nun erlaubt sein wird. Diese Information teilten zwei Wohnwagenvereine (ACO und PACA) der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" mit.
25 Klageblätter später
Die Vereinigung Caravaning Oasis (ACO) teilte mit, dass sie ihren Antrag nach einer Videoschalte mit den zuständigen Stadträten Miquel Busquets und Jaume Pla endlich durchsetzen konnte: Das Schlafen im Wohnmobil ist erlaubt, solange man im Fahrzeug bleibt und nicht campt. Letzteres bedeutet etwa, dass man Klapptische oder andere Möbel vor dem Fahrzeug aufstellt.
Javier Fuster, der Präsident von ACO, erklärte, wie es zur Einigung mit der Stadt kam: "Wir haben 25 Klageblätter eingereicht." In der Mitteilung des Verbandes heißt es: "Unsere Proteste hatten eine Wirkung, unsere Vorwürfe gegen die Benimmregeln wurden gehört und berücksichtigt." Fuster verkündete: "Wir haben es geschafft, dass das Wort ‚übernachten‘ aus den Benimmregeln gestrichen wird." Bei den Mitgliedern dieser Verbände handelt es sich um Wohnwagenbesitzer, die jedoch nicht langfristig in ihren Fahrzeugen leben.
Was ist nun erlaubt?
Sobald die neuen Benimmregeln (Ordenanza Cívica) in Kraft treten – vorgesehen ist Ende März –, wird es erlaubt sein, im Wohnmobil zu übernachten und Aktivitäten innerhalb des Fahrzeugs durchzuführen: schlafen, essen und anderes. Das illegale Campen bleibt jedoch weiterhin verboten. Zudem darf ein Wohnwagen nicht länger als zehn Tage am selben Ort stehen.
Nicht das Ende vom Lied
Die linke Regionalpartei "Més per Palma" warnte am Mittwoch (19.3.), dass sich die Wohnwagensiedlungen nun auf andere Orte der Insel verlagert hätten. Die neuen Ansammlungen in Marratxí, Llucmajor, Calvià und Andratx seien aus Sicht der Partei eine "direkte Konsequenz aus der Verfahrenseinleitung" der konservativen Partei PP, die gemeinsam mit der rechtsextremen Partei Vox den neuen Vorschlag für die Benimmregeln in Palma erarbeitet haben.
"Aufgrund der Wohnungsnot und der Entscheidung in Palma, Menschen, die in Wohnwagen leben, mit Geldstrafen zu belegen, bleibt ihnen keine andere Möglichkeit, als sich an anderen Orten niederzulassen", äußerte die Sprecherin Neus Truyol.
Die neuen Regeln und ihre zahlreichen Gegner
Nicht nur bei den Wohnmobilbesitzern sorgt die Ordenanza Cívica für Ärger. Bei den Stadtführern soll bald der Limit der Teilnehmer beschränkt werden:
Die Formulierungen der Regeln, die sich auf die Straßenkünstler beziehen, seien unklar und würden zu Missverständnissen bei der Polizei führen, erklärte der Sprecher einer Straßenkünstlerorganisation im Gespräch mit der MZ. Mehr dazu können Sie hier lesen:
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