(Noch) geht nichts ohne Armengol: So wollen die Sozialisten 2027 in die nächste Regionalwahl gehen
Die Ex-Ministerpräsidentin bleibt Parteichefin. Aber eine Nachfolgerin wurde auch schon auserkoren. Die muss sich nun beweisen

Pedro Sánchez und Francina Armengol beim Parteitag an der Playa de Palma. / Guillem Bosch
Trotz der Wahlklatsche im Mai 2023 bleibt Francina Armengol das Zugpferd der Balearen-Sozialisten. Beim Parteitag am Wochenende auf Mallorca wurde die ehemalige Ministerpräsidentin und derzeitige spanische Parlamentspräsidentin in ihrer Rolle als regionale Parteichefin bestätigt. Es gilt damit als ausgemacht, dass Armengol 2027 als Spitzenkandidatin bei den Balearen-Wahlen antritt.
Künftige Stellvertreterin wird Rosario Sánchez. Die frühere balearische Finanzministerin wechselte nach einem kurzen Intermezzo im Stadtrat von Palma ebenfalls nach Madrid. Sie ist spanische Staatssekretärin für Tourismus. Das einzige neue hochrangige Führungsmitglied, das derzeit auf Mallorca arbeitet, ist Rubén Castro. Der bisherige Sekretär für Arbeit und Sozialwirtschaft wird neuer Parteisprecher.

Rosario Sánchez wird die neue Nummer 2 hinter Armengol. / Europa Press
Kämpferische Armengol
Bei dem Parteitag, der im Hipotels Gran Playa de Palma direkt hinter dem Megapark stattfand, zeigte sich Armengol in einer deutlich besseren Verfassung als in den vergangenen Monaten. Angeschlagen durch die Korruptionsvorwürfe im Fall eines Maskendeals zu Beginn der Pandemie gab es Zweifel, ob sie eine geeignete Kandidatin für die Regionalwahlen sein könnte. An der Seite von Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sie sich vor den Parteifreunden kämpferisch. "Wir werden 2027 wieder regieren", rief sie den Genossen zu.
Die designierte Nachfolgerin
Obwohl die Sozialisten auf die Stärke ihrer bisherigen Führungskräfte vertraut, werden auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Als designierte Nachfolgerin für Armengol wurde die Parlamentsabgeordnete Amanda Fernández auserkoren. Sie übernimmt die Führung der Sozialisten auf Mallorca. Die bisherige Inselchefin Catalina Cladera soll im neuen Armengol-Team fortan als Sekretärin für Regionalpolitik agieren.

Hat sie das Zeug zur neuen Francina? Die Abgeordnete Amanda Fernández. / PSIB-PSOE
Der Plan der Partei: Die aus Manacor stammende Fernández soll 2027 die Wahlen für den Inselrat gewinnen. Bewährt sie sich als Chefin der Inselverwaltung, kann sie die Nachfolge von Armengol antreten. Letztere war auf dem gleichen Weg aufgebaut worden. 2007 wurde sie Inselratschefin. Nach der Wahlniederlage 2011 wechselte sie ins Balearen-Parlament. Nach vier Jahren in der Opposition war sie ab 2015 zwei Legislaturperioden lang die Ministerpräsidentin der Balearen.
Einen anderen Weg geht derweil Iago Negueruela. Der ehemalige Tourismusminister der Balearen und jetzige Fraktionssprecher im Parlament soll demnächst der Parteichef in Palma werden. Diesen Posten hatte bislang der ehemalige Bürgermeister José Hila inne. Da dieser aber mittlerweile fernab von Kathedrale und Plaça Major in Madrid als Abgeordneter im spanischen Senat arbeitet, hatte er seinen Posten zur Disposition gestellt.

