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Gesetzgebung à la Carte: Wie sich die Rafael Nadal Academy von der Regierung mal wieder Sonderwünsche erfüllen lässt

Die Tennisakademie des ehemaligen Weltstars soll erweitert werden – Konservative und Rechtsextreme machen es per Dekret möglich

Rafael Nadal in seiner Tennisakademie.

Rafael Nadal in seiner Tennisakademie. / DM

Wenn man auf Mallorca Rafael Nadal heißt, kann man sich Gesetze maßschneidern lassen. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, hat die rechtsextreme Partei Vox beim neuen Wohnraumdekret eine Eingabe gemacht, mit denen die Rafael Nadal Academy in Manacor um 3.500 Quadratmeter erweitert werden kann. Die konservative PP unterstützt diese Maßnahme.

Vonseiten von Vox heißt es, Vertreter der Rafael Nadal Academy seien auf die Partei zugegangen und habe um Unterstützung bei dem Erweiterungsvorhaben gebeten. Demnach sei die Erweiterung nötig, um in einem Bereich des Parkplatzes tätig zu werden, der "von Überschwemmungen betroffen ist". Laut Vox sei es üblich, dass Unternehmen und andere Interessensgruppen auf die Partei mit ihren Anliegen zukommen. "Wir haben den Vorschlag geprüft und mit der PP gesprochen."

Vox wünscht sich Treffen mit Nadal

Die Fraktionssprecherin von Vox im Balearen-Parlament, Manuela Cañadas, erklärte, sie kenne Rafael Nadal nicht persönlich. Sie sei aber offen dafür, dass der ehemalige Tennisstar sie und ihre Parteifreunde in der Akademie empfange und sie persönlich durch die Einrichtung führe. "Das fänden wir richtig toll." Vonseiten der PP hieß es derweil, man unterstütze die Eingabe, weil so das "Problem mit den Überschwemmungen" behoben werden kann.

Diese Argumentation überzeugt nicht alle. Die linke Öko-Partei Més per Mallorca kritisierte den Schritt scharf. Es handele sich um "À-la-Carte-Stadtplanung für die Familie Nadal". Més-Fraktionssprecher Lluís Apesteguia erklärte, es sei nicht hinnehmbar, dass man für einige Personen spezielle Gesetze mache, während alle anderen Normalsterblichen für so einen Schritt einen Antrag bei der zuständigen Gemeinde einreichen müssen." Es sei zudem bezeichnend, dass die Familie Nadal ausgerechnet bei den Rechtsextremen mit diesem Anliegen angeklopft hätte.

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass die Familie Nadal sich vom Balearen-Parlament Sonderwünsche genehmigen lässt. Bereits im Jahr 2019 gestattete die damalige Linksregierung per Sonderverordnung im Wohnraumgesetz, die Akademie um 15 neue Tennisplätze und 80 Gästebetten im Hotelbereich zu erweitern. Die beiden damaligen Juniorpartner in der Koalition, Més per Mallorca und Podem, stimmten damals gegen diese Maßnahme.

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