"Ihr wisst, dass hier etwas faul ist": Neue Vorwürfe gegen Skandal-Bürgermeister auf Mallorca
Der Gemeinderat von Santa Margalida hat der Enteignung eines Grundstücks in Son Serra für fast 600.000 Euro zugestimmt. Es gehört zur Hälfte der Frau des amtierenden Bürgermeisters Joan Monjo. Es ist nicht das erste Mal, dass ihm persönliche Vorteilnahme angelastet wird

Der amtierende Bürgermeister von Santa Margalida, Joan Monjo, auf einem Archivbild / Redaktion DM
Immer wieder hagelt es Vorwürfe gegen den Bürgermeister der Mallorca-Gemeinde Santa Margalida, Joan Monjo. Im August 2024 sorgte er wegen des Betriebs eines illegalen Landhotels in Muro für Wirbel. Jetzt wird ihm vorgeworfen, sich an der Enteignung eines Grundstücks in Son Serra de Marina persönlich zu bereichern.
Familiäre Verstrickungen
Besagtes Grundstück gehört zur Hälfte Monjos Ehefrau. Dennoch hat der Gemeinderat von Santa Margalida die Enteignung über fast 600.000 Euro nun abgesegnet. Die Regierungskoalition, bestehend aus der konservativen PP und Monjos Lokal-Partei Convergència, setzte sich dabei gegen die PSOE durch, die die Enteignung strikt ablehnt.

PP und Covergència stimmten am Donnerstag (29.5.) für die umstrittene Enteignung / Joan Frau
Monjo selbst war während der Debatte über diesen umstrittenen Vorschlag abwesend, da ein Interessenkonflikt bestand. Dennoch nutzte er den Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen“ am Ende der Sitzung, um gegen die sozialistische Opposition auszuteilen und die Maßnahme zu rechtfertigen. Dabei behauptete er, seine Ehefrau sei ein „Opfer der falschen Politik der Gemeindeverwaltung“, weil im Jahr 1986 Grundstücke im Küstenort Son Serra als Bauland eingestuft worden seien, obwohl sie „weder erschlossen noch konsolidiert“ waren. Langfristig habe dies zur Enteignung geführt, wie es bereits im Flächennutzungsplan desselben Jahres vorgesehen war. Zudem betonte er, dass das Grundstück seiner Ehefrau vor August 2024 noch nicht gehört habe, da sie es erst zu diesem Zeitpunkt geerbt hatte.
Tatsächlich war erst im November 2024, als bereits erste Enteignungsschritte eingeleitet worden waren, durch ein juristisches Gutachten bekannt geworden, dass der Bürgermeister hätte befangen sein müssen. Der stellvertretende Bürgermeister Martí Torres (PP) stellte sich am Donnerstag auf die Seite Monjos. Monjo habe im Januar 2025 „alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit diesem Grundstück“ an ein Ratsmitglied seiner Partei delegiert, sobald klar war, dass familiäre Verstrickungen bestehen. Die Enteignung sei durch zahlreiche Gutachten begründet und „rechtlich abgesichert“.
"Doppeltes Spiel"
Die PSOE hingegen bekräftigte ihre Kritik an der Unmoral dieses Kaufs. „Glaubt hier wirklich jemand, dass er nicht wusste, wem dieses Grundstück gehört?“, fragte der Sprecher Xisco Bergas. „Eure Gesichter sehen nicht nach Freude aus, sondern nach Beerdigung – ihr wisst, dass hier etwas faul ist“, fügte er hinzu. Die Sozialisten prüfen mögliche rechtliche Schritte gegen Monjo. „Es ist mehr als offensichtlich, dass der Bürgermeister die Absicht hatte, Dinge zu verschleiern und ein doppeltes Spiel zu spielen. Es handelt sich um äußerst schwerwiegende Vorfälle und einen Versuch, sowohl die Ratsmitglieder als auch die Bürger zu täuschen", so Bergas fügte hinzu: „Das Grundstück stand mindestens seit 20 Jahren in direkter oder indirekter Verbindung mit dem Bürgermeister. Er wusste es und wusste auch, dass er nicht am Verwaltungsprozess teilnehmen durfte – und trotzdem hat er es getan.“ /somo
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