Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Franco-Hymne „Cara al Sol“ feiert unter spanischer Jugend zweifelhafte Rückkehr

„Cara al Sol“ – einst Franco-Hymne, heute virales Phänomen: Warum immer mehr junge Spanier das Lied singen und was dahinter steckt

Bei rechten Demonstrationen gehört die Hymne zun Standardprogramm.

Bei rechten Demonstrationen gehört die Hymne zun Standardprogramm. / González

Redaktion MZ

Redaktion MZ

Jede junge Generation hat ihre Protestlieder. In Teilen der heutigen spanischen Jugend hat ein Lied von 1935 wieder Hochkonjunktur. Die Hymne der faschistischen Falange de las JONS, „Cara al Sol“, wurde in den letzten Jahrzehnten nur von Franco-Nostalgikern auf privaten Veranstaltungen angestimmt. Heute gehört „Cara al Sol“ zum Standardrepertoire auf Demonstrationen von Rechtsradikalen. Aber es kommt auch vor, dass junge Menschen das Lied in Bars, Clubs oder auf der Straße singen. Experten glauben, dass weniger wahre Gesinnung als reine Provokation dahintersteckt. In den sozialen Medien ist ein positives Bild der Franco-Diktatur entstanden, das von Parteien wie der rechtspopulistischen Vox ausgeschlachtet wird.

„Parteien wie Vox sind keine exakten Kopien des franquismo, sondern die kulturellen Erben, denen es gelingt, den historischen Autoritarismus in eine antisystemische Ästhetik zu verwandeln“, kommentierte kürzlich die Politikwissenschaftlerin Anna López in „eldiario.es“.

Rechtsruck unter den Jugendlichen?

Laut dem staatlichen Meinungsforschungsinstitut CIS ist die Jugend nicht rechtsgerichteter als der Rest der Gesellschaft. In einer Studie von Oktober bezeichneten 21,3 Prozent der Befragten die Diktatur als gut oder sehr gut. Unter den 18- bis 24-Jährigen lag der Anteil bei 19,6 Prozent. Doch 17,3 Prozent der Jugendlichen halten die Diktatur generell für das bessere System als die Demokratie. Vor sechs Jahren waren es nur 7,3 Prozent. Und: 30 Prozent der Menschen unter 30 stimmen für Vox – doppelt so viel wie im Gesamtwert.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents