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Antrag in Madrid gestellt: Balearen wollen keinen Arabischunterricht mehr erteilen

Die Initiative geht auf die Rechtsextremen von Vox zurück, die damit die Regierungspartei PP in der Haushaltsdebatte unter Druck setzen wollen

Künftig kein Arabischunterricht mehr an den Schulen?

Künftig kein Arabischunterricht mehr an den Schulen? / Foto: DM

Das balearische Bildungsministerium hat beim übergeordneten spanischen Bildungsministerium beantragt, den Unterricht im Rahmen des Programms für Arabische Sprache und Marokkanische Kultur (PELACM) künftig nicht mehr in den Schulen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln anzubieten.

Stattdessen sollen „alternative Räume außerhalb des schulischen Umfelds“ gefunden werden, um das Programm fortzuführen. Die Forderung ist Teil der Bedingungen von Vox, damit die Partei den Haushalt von Ministerpräsidentin Marga Prohens für 2025 unterstützt. Die rechtsextreme Partei setzt die PP seit Monaten mit Forderungen unter Druck - als Bedingung, um dem Haushalt zuzustimmen.

2012 eingeführt

Das PELACM wurde 2012 auf Grundlage eines bilateralen Abkommens zwischen Spanien und Marokko unter der Regierung von Mariano Rajoy eingeführt. Ziel war die Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der kulturellen Zusammenarbeit. Das Abkommen erlaubt beiden Staaten, ihre jeweilige Sprache und Kultur im Gebiet des anderen Landes zu verbreiten.

In Spanien wird das Programm seit mehr als einem Jahrzehnt als freiwillige Nachmittagsaktivität in öffentlichen Schulen angeboten, die sich dafür entscheiden. In einigen Regionen – etwa in Katalonien – kann Arabisch zudem als Wahlfach in der Sekundarstufe belegt werden, ähnlich wie Französisch, Deutsch oder Italienisch.

8.000 Schülerinnen und Schüler

Im Schuljahr 2024/25 nahmen rund 8.000 Schüler an etwa 400 Schulen im ganzen Land teil. Die meisten stammten aus marokkanischen oder arabischsprachigen Familien, doch auch einige spanische Schüler besuchten den Unterricht aus Interesse an der Sprache. Das Programm verursacht kaum Kosten für die spanische Verwaltung, da die Lehrkräfte – marokkanische Beamte – von der Stiftung Hassan II in Rabat bezahlt werden.

Mit ihrem Vorstoß folgt die Balearen-Regierung den Regionen Murcia und Madrid, die das Programm bereits zu Beginn des Schuljahres 2025/26 eingestellt haben. Das Ministerium in Madrid hat bislang nicht auf die Bitte der Balearen reagiert. Damit hängt die Zukunft des PELACM auf den Inseln von der Entscheidung der Zentralregierung ab, die für das internationale Abkommen zuständig ist. /jk

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