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Fahrer-Skandal: Berater von Marga Prohens soll Verwandtem Job zugeschanzt haben

Ein ehemaliger Fahrer der balearischen Ministerpräsidentin Marga Prohens erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung: Manipuliertes Auswahlverfahren, Vetternwirtschaft – und ein folgenschwerer Unfall

Offizielle Autos vor dem Regierungssitz Consolat de Mar in Palma.

Offizielle Autos vor dem Regierungssitz Consolat de Mar in Palma. / Guillem Bosch

In der Politik auf Mallorca zeichnet sich ein Vetternwirtschaft-Skandal ab: Ein ehemaliger Fahrer von Ministerpräsidentin Marga Prohens wirft der Regierung vor, ihn unbegründet von seinem Posten verdrängt zu haben, um einen Verwandten unterzubringen. Der Mann, der seit dem Vorfall vor zwei Jahren Antidepressiva nimmt, hat Klage eingereicht. Im Mittelpunkt der Affäre steht Alejandro Jurado, Kabinettschef der Ministerpräsidentin und einer ihrer engsten Vertrauten. Jurado soll einem entfernten Verwandten zu dem Posten verholfen haben.

Das soll passiert sein

Der Vorfall ereignete sich laut Klage im Herbst 2023, wenige Monate nach dem Wahlsieg der Konservativen. Einer der offiziellen Fahrer wurde krank, für ihn musste eine Vertretung gefunden werden. Die Regierung schrieb die Stelle aus, es handelte sich um ein leistungsbezogenes Auswahlverfahren. Rund 200 Bewerber meldeten sich. Nach Ende der Bewerbungsphase seien die Kriterien plötzlich geändert worden, heißt es in der Klageschrift. Der Vorwurf: Dies sei geschehen, um dem Angehörigen von Jurado den Job zu vermitteln.

Tatsächlich trat der junge Mann, der über keinerlei Erfahrung verfügte, die Stelle an. Und nicht nur das: Kurz nachdem er den Job bekommen hatte, wurde er zum persönlichen Fahrer von Marga Prohens ernannt. Dies sei dem Kläger, der seit 20 Jahren im Dienst war und auch Prohens' Vorgänger Francina Armengol und José Ramón Bauzá gefahren hatte, bei einem Meeting mitgeteilt worden. Die plötzliche Degradierung löste bei dem verbeamteten Fahrer Depressionen aus.

Totalschaden am Airport

Zumal der junge Mann sich nicht allzu geschickt anstellte. Im Frühjahr 2024 fuhr er die Ministerpräsidentin eines Tages zum Flughafen. Nachdem er sie abgesetzt hatte, baute er ohne Mitwirkung eines anderen Fahrzeugs einen Unfall. Die Folge: Totalschaden. Die Balearen-Regierung musste ein neues Auto als Ersatz anschaffen.

Bei der routinemäßigen Pressekonferenz der Regierung am Freitagmittag (28.11.) erklärte Vize-Ministerpräsident Antoni Costa, man habe noch keine Einsicht in die Klage bekommen. Die Regierung sei über das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Jurado und dem Fahrer informiert gewesen, es habe aber keine Unregelmäßigkeiten beim Auswahlverfahren gegeben. Hinsichtlich des Unfalls erklärte Costa, dass solche Dinge passieren würden.

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