Massives Haushaltsloch aufgetaucht: Eine der reichsten Gemeinden der Insel muss jetzt kräftig sparen
In der Gemeinde Deià wurde jahrelang Misswirtschaft betrieben. Verantwortlich war der bekannte Linkspolitiker Lluís Apesteguia. Sein Nachfolger wird wohl Jahre mit den Folgen kämpfen müssen

Reich, aber jetzt hochverschuldet: Die Gemeind Deià. / Toni Balaguer
Es ist eine der schönsten Gemeinden Mallorcas, bei wohlhabenden Ausländern äußerst beliebt – und sie hat jetzt ein riesiges Problem: Das Rathaus des Tramuntana-Dorfes Deià hat jahrelange Schlamperei in der Buchhaltung entdeckt. Bürgermeister Joan Ripoll erklärte am Donnerstag (18.12.) in einem Kommuniqué, dass die Gemeinde rund 500.000 Euro an Fördergeldern zurückzahlen muss. Geld, das ein großes Loch in die Haushaltskasse reißt – und die Arbeit von Ripolls Vorgänger, dem Linkspolitiker Lluís Apesteguia, zumindest in Frage stellt.
Apesteguia war Ende März überraschend zurückgetreten, nachdem er der Gemeinde seit 2019 vorgestanden hatte. In seiner Begründung gab er an, durch die Doppelbelastung seiner Jobs – er ist Fraktionschef von Més per Mallorca im Balearen-Parlament – mental überfordert zu sein. Zudem liefen die Dinge in Deià schon länger nicht mehr so, wie er sich das vorgestellt hatte.
Gemeindesekretär kassierte überhöhtes Gehalt
Die internen Untersuchungen, die nun die Probleme ans Licht bringen, begannen im September, als bemerkt wurde, dass der damalige Sekretär der Gemeinde mehr Gehalt bekam als gesetzlich vorgesehen. Der Posten war seit Jahren nicht fest vergeben worden, sondern von einer Reihe von Personen mit befristeten Verträgen bekleidet worden. Ripoll besetzte die Stelle neu als Festanstellung. Die Neubesetzung erlaubte es, die Bücher der Gemeinde aus den vergangenen Jahren zu analysieren.
Bei einem Treffen mit Bürgern von Deià am Donnerstagabend erklärte Ripoll, bis 2022 sei alles in Ordnung gewesen. Im Jahr danach hätten die buchalterischen Probleme begonnen. Dies ist – womöglich kein Zufall – das Jahr, in dem Vorgänger Apesteguia seinen zweiten Job im Balearen-Parlament antrat. Seither wurde offenbar schlampig gearbeitet.
500.000 Euro müssen zurückgezahlt werden
Und das muss die Gemeinde jetzt ausbaden. Denn im Zuge der Misswirtschaft wurden Subventionen und Fördergelder nicht ordnungsgemäß bearbeitet. Dies hat zur Folge, dass sie nun zurückgezahlt werden müssen. Laut der Gemeindeverwaltung von Deià handelt es sich um rund 500.000 Euro. Die Verwaltung muss angesichts der neuen Erkenntnisse nun ganz anders planen. Viele geplante Ausgaben werden nicht mehr finanzierbar sein. Man geht davon aus, dass die Folgen noch über Jahre die Gemeindekasse belasten werden.
Apesteguia erklärte gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca", er fühle sich verantwortlich für die Situation in der die Gemeinde. Er werde alles tun, um bei der Aufarbeitung behilflich zu sein. Dass die Dinge nicht gut liefen, betonte er, habe er schon bei seinem überraschenden Rücktritt erklärt.
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