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Rückhalt, Ablehnung, Sorge und Freude: So reagiert Mallorca auf den US-Militäreinsatz in Venezuela

Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela positioniert sich die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens klar – doch nicht alle teilen ihre Haltung

Archivbild: Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens auf einer Demo in Palma, auf der "Freiheit in Venezuela" gefordert wurde

Archivbild: Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens auf einer Demo in Palma, auf der "Freiheit in Venezuela" gefordert wurde / X

Die balerarische Ministerpräsidentin Marga Prohens hat sich am Samstagmittag (3.1.) positiv zu dem US-Militäreinsatz in Venezuela geäußert. Sie hoffe, dass die Aktion „das Ende der kriminellen Diktatur“ bedeutet, die den Venezolanerinnen und Venezolanern „ihre Rechte und Freiheiten“ genommen hat, so Prohens über ihren X-Account.

"Weg für demokratischen Übergang geebnet"

Wie die konservative Politikerin weiter ausführt, gehe sie davon aus, dass nach diesen Tagen der Unsicherheit „der Weg für einen demokratischen Übergang in Venezuela geebnet wird“. Gleichzeitig teilt die balearische Regierungchefin die „Vorsicht“, die ihr von den Vereinigungen venezolanischer Einwohner auf Mallorca mitgeteilt wurde. Mit diesen steht sie über die Generaldirektorin für institutionelle Beziehungen, Xesca Ramis, in Kontakt.

Die Verantwortlichen verfolgen die Situation aufmerksam und stellen sich „den in unseren Inseln lebenden Venezolanerinnen und Venezolanern zur Verfügung“, wie Prohens abschließend über die sozialen Netzwerke erklärte.

Freude und Sorge

Tatsächlich nahmen die meisten der auf Mallorca ansässigen Venezolaner den Sturz von Maduro mit Freuden auf. Gleichzeitig herrscht aber auch Sorge um Familienangehörige im Land vor. „Caracas ist leer, es ist wie ein Kriegsgebiet. Niemand verlässt sein Haus. Wer auf der Straße gesehen wird, den schnappen sie sich [die venezolanischen Sicherheitskräfte] und bringen ihn zum Kämpfen“, berichtet Peter Vivas, der seit zwei Jahren auf Mallorca lebt, im Gespräch mit MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

„Die Nachrichten sagen, dass Maduro und seine Ehefrau festgenommen wurden, aber niemand hat es gezeigt.“ Die erste Freude sei auch einer Unsicherheit gewichen – darüber, was tatsächlich geschieht und was danach kommen wird, so Vivas. „Ich sehe das Ende sehr nahe, 25 Jahre waren schon genug für Venezuela. Das Land ist zerstört. Seit dem Tod von Hugo Chávez war es schrecklich. 2018 bin ich gegangen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.“ Die Hoffnung von Peter Vivas ist, zurückkehren zu können und dass „die Demokratie kommt, die Opposition regiert und es einen Wandel gibt“.

Eine Maßnahme, die „notwendig war“

Luis Miguel López, ebenfalls venezolanischer Mallorca-Resident, begrüßt das, was seiner Ansicht nach eine "gute Strategie der Vereinigten Staaten" ist – eine Operation „mit Präzision. Sie haben die entscheidenden Orte angegriffen, die sie angreifen mussten, um den festzunehmen, den sie festnehmen mussten“. In diesem Zusammenhang betont López, dass die Intervention „keine Brücke, kein Krankenhaus, nichts Ziviles“ beschädigt habe.

„Es musste getan werden, da keine internationale Organisation jemals zugunsten Venezuelas gehandelt hat“, erklärt er und stellt zugleich klar, dass „der Angriff nicht gegen Venezuela gerichtet ist, sondern gegen den illegitimen Drogenpräsidenten Venezuelas, den Usurpator der Macht“.

López lebt seit sieben Jahren auf Mallorca und beklagt: „Ich musste wegen dieser sozialistischen Narco-Diktatur, die mein Land zerstört hat, in das Land meiner Vorfahren auswandern.“ Deshalb empfindet er „dieselbe Freude wie jeder Venezolaner, der sich wegen der politischen Situation außerhalb seines Landes befindet“. López hofft, dass „Edmundo González zum legitimen Präsidenten und María Corina Machado zur Vizepräsidentin ausgerufen werden, um das Land voranzubringen. Das Gesetz sieht vor, dass innerhalb von 30 Tagen Wahlen einberufen werden müssen“, versichert er.

Verurteilung durch Més

Derweil stößt Trumps Militäreinsatz auch auf Ablehnung auf Mallorca. Verantwortliche der linksgrünen Regionalpartei Més per Mallorca verurteilten am Samstag die "illegale militärische Aggression der Vereinigten Staaten gegen Venezuela" und forderten die "uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts", insbesondere des Rechts auf die Souveränität der Staaten, wie es in der Charta der Vereinten Nationen festgelegt ist. /somo

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