Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot: Auf Mallorca warb sie einst um Stimmen für Vox
Die CDU-Politikerin besuchte 2014 die Insel, um im Europawahlkampf Werbung für die rechtsextreme Partei zu machen

Rita Süssmuth auf Mallorca im Jahr 2014. / Nele Bendgens
Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, verstarb die CDU-Politikerin am Sonntag (1.2.) im Alter von 88 Jahren. Sie war unter Helmut Kohl von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Dem deutschen Parlament saß sie von 1988 bis 1998 vor.
Die Politikerin war häufig auf Mallorca zu Gast. In den 90er-Jahren soll sie mehrfach im Urlaub auf der Insel gewesen sein, besuchte unter anderem in der legendären Bar "La Curva" in Peguera. Ihr letzter öffentlicher Auftritt auf Mallorca fand im Jahr 2014 statt. Damals reiste sie eigens an, um der Partei Vox Wahlkampfhilfe bei der Europawahl zu geben.
Hatte Vox damals ein anderes Weltbild?
Die rechtsextreme Partei, die heute auf Mallorca die drittstärkste politische Kraft ist, steckte damals noch in den Kinderschuhen. Möglicherweise war damals noch nicht klar, welch ein reaktionäres Weltbild die Gruppierung vertreten würde. Dafür spricht auch, dass Süssmuth im Gespräch mit der MZ erklärt, man dürfe das Feld bei der Wahl nicht den radikalen Parteien überlassen. Zumal Süssmuth sich politisch für Frauen, Flüchtlinge und Demokratie starkmachte – was heute kaum mit den Positionen von Vox vereinbar wäre.
Dass die angesehen deutsche Politikerin überhaupt in Kontakt mit der Kleinpartei kam, lag an der Figur des Gründers Alejo Vidal-Quadras. Der Politiker, der Ende 2023 nur knapp ein Mordattentat in Madrid überlebte, war jahrelang Chef der konservativen PP in Katalonien und später Vizepräsident des EU-Parlaments. Sie habe ihn Jahre zuvor bei einer Tagung für Menschenrechte kennengelernt, erzählte Süssmuth der MZ. "Ich war beeindruckt von seinem Wirken." Vidal-Quadras sei ein herausragender Menschenrechtler und Europäer.
"Ein Stück europäischer Identität"
Im MZ-Interview betonte sie den Wert der Europäischen Union: Diese habe mehr für die Rechte der Frauen und das Wohl der Flüchtlinge getan als die Nationalstaaten. Und es sei fantastisch, wie durch das Wahlrecht im Ausland „ein Stück europäische Identität“ entwickle: "Empfindet es als innere Verpflichtung, Europa nicht den Rücken zu kehren. Wählt! Das ist unsere Zukunft.“
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