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Trotz Urlauberrekord auf Mallorca: Balearen-Regierung will Touristensteuer wohl doch nicht erhöhen

Regierungssprecher Antoni Costa hält die angekündigte Erhöhung für nicht mehr so „dringend notwendig“, da die Urlauberzahlen nur geringfügig gestiegen seien und die Ausgaben pro Kopf zugenommen hätten

Urlauber in der Straßenbahn nach Port de Sóller.

Urlauber in der Straßenbahn nach Port de Sóller. / Nele Bendgens

Die Balearen-Regierung scheint sich in einem Dilemma zu befinden. Auf der einen Seite will sie, wie bereits Anfang Februar angekündigt, bei der nächsten Sitzung des „Runden Tischs für Nachhaltigkeit“ für eine Erhöhung der Tourismussteuer (Impuesto de Turismo Sostenible) eintreten. Auf der anderen Seite hat Vizepräsident und Regierungssprecher Antoni Costa nun die Haltung des Kabinetts deutlich abgeschwächt. Wie er nach der wöchentlichen Sitzung des Regierungsrates am Freitag (6.2.) erklärte, halte die Regierung eine Erhöhung der Steuer derzeit „nicht mehr für so dringend notwendig“.

Costa begründete diese Haltung mit der Zunahme von nur 0,7 Prozent bei den Urlauberzahlen in der Hochsaison 2025, dem Rückgang der maximalen Bevölkerungsdichte im Sommer sowie dem Anstieg der Pro-Kopf-Ausgaben der Besucher in den Monaten Juli und August. Diese Faktoren, so Costa, hätten die Ausgangslage verändert und die Dringlichkeit einer Maßnahme, die Ministerpräsidentin Marga Prohens bereits 2024 als "Abschreckungsmaßnahme" angekündigt hatte, deutlich verringert.

Auch 2025 gab es einen Besucherrekord, wenn auch nur gering

Dennoch sagte Costa: „Wir haben zugesagt, die Erhöhung der Steuer zu verteidigen, auch wenn sich gezeigt hat, dass der Handlungsdruck geringer ist. Beides ist nicht unvereinbar“, betonte der Finanzminister. Das Thema werde gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden diskutiert.

Auch 2025 erreichte Mallorca einen neuen Besucherrekord: 13,5 Millionen Urlauber – rund 167.000 mehr als im Vorjahr – gaben insgesamt 16,87 Milliarden Euro aus, ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber 2024.

"Mehr Urlauber in der Nebensaison bringen Vorteile"

Costa hob hervor, dass die zunehmende Entzerrung der Hauptsaison zu einem Wachstum in Qualität statt Quantität geführt habe: „In der Nebensaison beträgt das Wachstum rund zehn Prozent. Die Bevölkerungsdichte war 2025 geringer als 2024. Es hat sich gezeigt, dass mehr Urlauber in der Nebensaison kein Problem darstellen – im Gegenteil, sie bringen Vorteile. Die Probleme der Überfüllung treten nur in der Hochsaison auf.“

Als Beispiel nannte Costa Ibiza, wo die Übernachtungszahlen zurückgingen, während die Ausgaben pro Urlauber stiegen: „Ohne zusätzliche Überlastung hat die Tourismusbranche mehr Umsatz erzielt“, erklärte Costa. Insgesamt, so der Regierungssprecher, zeigten die Maßnahmen der Landesregierung Wirkung: „Unsere Politik der Eindämmung trägt Früchte. Wir wollen keine hohe Belastung über das ganze Jahr hinweg.“

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