Neues Küstengesetz für Mallorca: Dieses beliebte Restaurant in Palma könnte jetzt doch erhalten bleiben
Der Gesetzentwurf der Balearen sieht vor, illegal errichtete Gebäude in erster Meereslinie nachträglich zu legalisieren, wenn ihr Abriss einen unwiederbringlichen Verlust bedeuten würde. Das könnte auch für El Bungalow in Ciutat Jardí zutreffen

Das Restaurant El Bungalow in Ciutat Jardí. / GOB
Die Balearen-Regierung arbeitet momentan an einem neuen Küstengesetz für Mallorca und die Nachbarinseln. Und wie es aussieht, ermöglicht das Regelwerk voraussichtlich die Legalisierung des beliebten Restaurants El Bungalow in Palmas Stadtteil Ciutat Jardí.
Das Lokal, das direkt auf Meereshöhe am Wasser liegt, war 2022 von einer Abriss- und Schließungsverfügung des spanischen Umweltministeriums betroffen, deren Vollstreckung die Stadt Palma in letzter Minute durch einen Plenarbeschluss aufschieben konnte, um prüfen zu lassen, ob das Gebäude aufgrund seines historischen Wertes unter Denkmalschutz gestellt werden könne. Auch Anwohner hatten für den Erhalt des Strandlokals demonstriert.

Bei der Kundgebung für den Erhalt des Restaurants El Bungalow. / Irene R. Aguado
Nachträgliche Legalisierungen sollen möglich werden
Der Gesetzentwurf, zu dem das "Diario de Mallorca" Zugang hatte, verfolgt das Ziel einer umfassenden Regelung, Sicherung und Verwaltung der Küstenlinie auf den Balearen – und öffnet zugleich die Tür dafür, illegal errichtete oder nicht genehmigte Gebäude in erster Meereslinie nachträglich zu legalisieren, selbst wenn sie nicht als Kulturgut oder geschütztes Baudenkmal eingestuft sind.
Demnach können Bauten erhalten bleiben, wenn ihr Abriss „einen unwiederbringlichen Verlust von Gebäuden oder Bauwerken darstellen würde, die mit der Landschaft, der Geschichte oder der Identität der Inseln verbunden sind“. Sowohl öffentliche Institutionen als auch Privatpersonen können Anträge für den Erhalt der Gebäude stellen. Zuständig für die Einleitung des Verfahrens sind die jeweiligen Inselräte.
Gebäude können in Register eingetragen werden
Zu diesem Zweck werden auf allen Inseln Register geschaffen, in die traditionelle Gebäude oder auch ganze Siedlungen an der Küste eingetragen werden, die historischen, kulturellen oder ethnologischen Wert besitzen – oder auch solche, die zwar nicht die Kriterien eines Kulturguts erfüllen, aber aufgrund ihres besonderen Bezugs zu Landschaft und Geschichte als erhaltenswert gelten.
Das Gesetz sieht außerdem vor, dass bei Gebäuden im öffentlichen Küstenbereich, die als schützenswert registriert sind, für jede private Nutzung eine besondere Genehmigung oder Konzession erforderlich bleibt. In Spanien ist der Bereich von der Meereslinie bis sechs Meter ins Land hinein grundsätzlich öffentlich und ist der Küstenbehörde unterstellt.
Umweltschützer hatten Abriss von El Bungalow gefordert
Im Dezember 2022 hatte die Umweltschutzorganisation GOB die Küstenbehörde der Balearen aufgefordert, den Abriss von El Bungalow und die Schließung des „illegalen Gastronomiebetriebs“ durchzusetzen, um den öffentlichen Zugang zum Strand zu gewährleisten.
Daraufhin startete das Restaurant eine Kampagne zur Rettung des Hauses, an der sich viele bekannte Persönlichkeiten beteiligten. Sie verwiesen auf die historische Bedeutung des Gebäudes, das über 100 Jahre alt sein soll, und auf die mehr als 40-jährige Tradition des Lokals. Der Historiker Pere Galiana identifizierte auf Stadtplänen aus dem 19. Jahrhundert eine kleine Badehütte oder eine Bootsgarage an genau jener Stelle, die den Ursprung des heutigen El Bungalow bilden dürfte.
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