Hammer-Entscheidung aus Madrid: Franco-Denkmal Sa Feixina in Palma muss entfernt werden
Die Zentralregierung hat die Verfügung zu einem brisanten Zeitpunkt veröffentlicht – nur wenige Minuten bevor das Plenum des Rathauses von Palma den Schutz des Monuments billigen wollte

Das Denkmal Sa Feixina in Palma. / Foto: Mielniezuk
Paukenschlag in einem jahrelangen Rechtsstreit: Das Ministerium für Demokratisches Gedenken der Zentralregierung hat am Donnerstag (26.3.) veranlasst, das aus der Zeit der Franco-Diktatur stammende Monument von Sa Feixina in Palma zu entfernen. Zugleich wurde es in einen Katalog jener Symbole und Elemente aufgenommen, die dem demokratischen Gedenken widersprechen.
Brisant ist nicht nur die Entscheidung, sondern auch der Zeitpunkt: Das Ministerium veröffentlichte die Verfügung nur wenige Minuten bevor das Plenum des Rathauses von Palma den Schutz des Kolosses mit den Stimmen von PP und Vox endgültig billigen wollte.
So wird die Entscheidung begründet
In der von der Staatssekretärin für Demokratisches Gedenken am 26. März unterzeichneten Resolution heißt es, das 1948 fertiggestellte Werk sollte den fast 800 Toten des faschistischen Lagers im Spanischen Bürgerkrieg gedenken, die beim Untergang des Kreuzers Baleares in der Schlacht am Kap Palos ums Leben kamen.
Nach Darstellung des Ministeriums ist das Monument Teil des vom Franquismus geförderten „Kults der Gefallenen“. Gemeint sei damit eine symbolische Strategie, die darauf abzielte, die Toten des Regimes in ausschließender Weise zu verherrlichen, ohne jede Absicht zur Versöhnung und ohne jeden Hinweis auf die Toten der republikanischen Seite.
Embleme und Inschriften entfernt
Das Ministerium betont zudem, dass zwar 2010 franquistische Embleme und Inschriften von dem Denkmal entfernt worden seien. Dennoch entspreche die Form des Monuments selbst weiterhin dem typischen Stil diktatorischer Erinnerungsbauten, die den Gefallenen gewidmet seien. Nach Einschätzung der technischen Kommission lassen sich das monumentale, vertikale Erscheinungsbild und die dominante Stellung im öffentlichen Raum nicht von den Werten trennen, die dem Denkmal zugrunde gelegen hätten.
In der Resolution wird außerdem ausdrücklich zurückgewiesen, dass ein möglicher ästhetischer oder architektonischer Wert den Verbleib des Denkmals rechtfertigen könne. Seine künstlerischen Merkmale seien kein ausreichendes Argument, um es im öffentlichen Raum zu belassen. Sein formaler Wert sei weder autonom noch neutral, sondern eng durch seinen Ursprung, seine ästhetische Sprache und seine städtebauliche Einbindung geprägt, die allesamt der monumentalen Kultur des Franquismus zuzurechnen seien.
Das soll mit dem Denkmal passieren
Die Anordnung sieht vor, dass das Monument in einer öffentlichen Einrichtung verwahrt werden soll. Eine öffentliche Ausstellung ist dabei ausdrücklich ausgeschlossen. Die Resolution hält zudem fest, dass während des Verfahrens weder vom Rathaus von Palma noch von der balearischen Landesregierung fristgerecht Einwände oder Stellungnahmen eingereicht wurden.
Der Streit um das Denkmal im Parc de Sa Feixina unweit des Szeneviertels Santa Catalina sorgt schon seit Jahren für politische und juristische Spannungen. Konservative und rechte Aktivisten werten es als historisches Monument, das eine Epoche in der Geschichte Spaniens widerspiegelt und deshalb erhalten werden sollte. Das linke Lager wiederum betrachtet das Monument als Zeichen des Faschismus, das abgerissen werden sollte.
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