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20.000 Euro in der Pralinenschachtel: So dreist hat ein Unternehmer versucht, eine Politikerin auf Mallorca zu bestechen

20.000 Euro in 50-Euro-Scheinen statt Pralinen: Nach einem mutmaßlichen Bestechungsversuch im Zusammenhang mit Genehmigungen bei Cala Millor ermittelt die Polizei weiter.

Die Generaldirektorin für Küstengebiete, Maria Joaquina Ferrer mit dem balearischen Meeresminister Juan Manuel Lafuente

Die Generaldirektorin für Küstengebiete, Maria Joaquina Ferrer mit dem balearischen Meeresminister Juan Manuel Lafuente / CAIB

Redaktion DM

Redaktion DM

Dreister Bestechungsversuch: Die Polizei auf Mallorca hat am Donnerstag (16.4.) einen Unternehmer aus Manacor festgenommen. Er soll versucht haben, die Generaldirektorin für Küsten und Küstengebiet der Balearen-Regierung, Maria Joaquina Ferrer Matas, mit 20.000 Euro zu bestechen. Hintergrund waren laut Ermittlungen verweigerte Genehmigungen für ein Ausflugsgeschäft an der Küste von Cala Millor.

Geld statt Pralinen

Demnach suchte der Unternehmer Ferrer Mitte März in ihrem Büro auf und übergab ihr zum Abschied eine Schachtel Pralinen. Darin befanden sich jedoch keine Süßigkeiten, sondern 20.000 Euro in 50-Euro-Scheinen. Ferrer informierte nach dem Vorfall ihren Vorgesetzten, den Meeresminister Juan Manuel Lafuente, und erstattete Anzeige.

Nach Angaben aus dem Umfeld der Ermittlungen hatte es zuvor bereits eine heftige Auseinandersetzung zwischen dem Unternehmer und Ferrer gegeben. Mit dem Geld soll er versucht haben, doch noch die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten.

Verfahren nicht öffentlich

Die Balearen-Regierung würdigte Ferrers Verhalten ausdrücklich. Regierungssprecher Antoni Costa erklärte, sie habe so gehandelt, wie es von Amtsträgern in einer solchen Situation zu erwarten sei. Weitere Einzelheiten wollte er mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht nennen.

Die Ermittlungen wurden von der Einheit für Wirtschaftskriminalität und Technologiedelikte geführt. Der Unternehmer erschien in Begleitung seines Anwalts auf der Polizeiwache, wurde festgenommen und später dem Bereitschaftsgericht in Palma vorgeführt. Dort machte er von seinem Recht Gebrauch, keine Aussage zu machen. Der Richter ordnete seine Freilassung an. Die Ermittlungen dauern an, das Verfahren unterliegt der Geheimhaltung. /somo

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