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Gemeinde Calvià kauft altes Hostel in Peguera für 1,2 Millionen Euro – Verbindung zu früherem PP-Politiker wirft Fragen auf

Ein früherer Raumplanungsdezernent der Gemeinde war Verwalter der Firma, von der das einfache Hotel 2024 erworben wurde

Das Hostal Colón kurz vor dem Abriss.

Das Hostal Colón kurz vor dem Abriss. / Juan Luis Iglesias

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Das hat doch schon wieder ein Gschmäckle: Die von der Volkspartei PP und der rechtsextremen Vox regierte Gemeinde Calvià im Südwesten von Mallorca hat im Jahr 2024 das seit Jahren geschlossene Hostal Colón in Peguera für 1,2 Millionen Euro gekauft – von einer Gesellschaft, die mit einem früheren PP-Gemeinderat verbandelt ist.

Der Erwerb erfolgte direkt über ein Verhandlungsverfahren ohne öffentliche Ausschreibung. Mehrere Gutachten kommunaler Fachbeamter stützten die Transaktion, die mit europäischen Next-Generation-Mitteln finanziert wurde.

Das ist das Hostal Colón

Das Hostal Colón war eine Unterkunft aus dem Jahr 1959. Das Rathaus begründete den Kauf mit der Notwendigkeit, das touristisch „gesättigte und in die Jahre gekommene“ Gebiet von überflüssigen Unterkünften zu befreien. Der Abriss wurde Ende 2025 abgeschlossen – zusammen mit dem eines weiteren veralteten Hotels in Magaluf, dem Teix –, in einer der Vorzeigeaktionen der Gemeinderegierung. In Calvià hatte es seit der Amtszeit der sozialistischen Bürgermeisterin Margarita Nájera keinen Hotelabriss mehr gegeben.

Eigentümerin des gesamten Grundstücks mit einer Fläche von 600 Quadratmetern war die Gesellschaft Apartamentos Bella Colina 8 SL. Aus den von der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" eingesehenen Gesellschaftsunterlagen geht hervor, dass Alberto León über eine andere Firma deren alleiniger Verwalter ist. Er gehörte in der Legislaturperiode 2003 bis 2007 der Gemeinderegierung an.

Rechtliche Vertreterin fädelte alles ein

Wie aus den Gemeindeakten hervorgeht, handelte eine rechtliche Vertreterin der Eigentümergesellschaft im Namen der Firma bei sämtlichen Schritten gegenüber der Gemeinde Calvià. Das Rathaus lud sie am 4. Juli 2024 ein, an diesem Verhandlungsverfahren ohne öffentliche Ausschreibung teilzunehmen, und forderte mehrere Unterlagen an.

Bereits am folgenden Tag antwortete die Vertreterin noch am Vormittag per E-Mail und erklärte sich mit dem Verkauf des Hostals für 1,2 Millionen Euro einverstanden. In derselben Nachricht entschuldigte sie sich dafür, die jüngsten Erklärungen gegenüber der staatlichen Steuerbehörde (AEAT) nicht beizufügen, und wies darauf hin, dass die Gesellschaft keinerlei Tätigkeit vorzuweisen habe und lediglich ihre Jahresabschlüsse beim Handelsregister einreiche.

Am 17. Juli wurde der Vorgang durch einen Bürgermeisterbeschluss formalisiert, der sich auf positive Berichte des Leiters des Stadtplanungsamtes, der Juristin der Rechtsabteilung, der für die Bewertung zuständigen Architektin sowie des Vergabetisches stützte. Der Verkauf wurde am 31. Juli 2024 notariell beurkundet.

Ehemaliger Raumplanungsdezernent

Alberto León war in der Legislaturperiode von 2003 bis 2007 Raumplanungsdezernent der PP unter Bürgermeister Carlos Delgado. Gegen Ende dieser Amtszeit musste er seine Zuständigkeiten abgeben, nachdem die sozialistische Opposition aufgedeckt hatte, dass sein Ressort kommunale Aufträge in Höhe von mehreren Tausend Euro an ein Unternehmen vergeben hatte, dessen alleiniger Verwalter sein Bruder Rafael war. Rafael León ist heute einer der Berater von Bürgermeister Juan Antonio Amengual (PP) und koordiniert das Sportprojekt „Calvià 365“.

Alberto León verteidigte sich damals mit dem Argument, dass das Gesetz über öffentliche Aufträge solche Vergaben nicht ausschließe. Die Legislaturperiode beendete er als Stadtrat ohne Zuständigkeiten; nach Delgados Wahlsieg mit absoluter Mehrheit im Jahr 2007 kehrte er nicht in die Gemeinderegierung zurück. Der Fall blieb ohne gerichtliche Folgen, und León konzentrierte sich anschließend auf seine private unternehmerische Tätigkeit.

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