Verkehrskollaps und Waldbrandgefahr zur Sonnenfinsternis auf Mallorca: Wird die Tramuntana zur Sperrzone?
Die Regierung erwägt Zugangsbeschränkungen zum Tramuntana Gebirge, um Menschenansammlungen zu vermeiden

Die Sonnenfinsternis am 12. August ist für viele das Ereignis des Jahres auf Mallorca. / Guillem Bosch
Auch die Politik auf Mallorca bereitet sich auf die totale Sonnenfinsternis am 12. August vor. Am Dienstag (16.6.) betonte Ministerpräsidentin Marga Prohens im Balearen-Parlament, dass die Regierung seit knapp einem Jahr daran arbeite, das Naturereignis mitten in der Hochsaison möglichst sicher zu gestalten. Demnach prüfe die Koordinierungskommission, den Zugang zu bestimmten Bereichen der Serra de Tramuntana zu beschränken, um Menschenansammlungen zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten.
Prohens erklärte, man habe den Fachleuten bereits Vorschläge übermittelt. Diese müssten letztlich festlegen, welche Einschränkungen an welchen Orten umgesetzt werden könnten. „Wir haben unsere politischen Empfehlungen ausgesprochen, und die Techniker werden uns sagen, auf welche Weise die Zufahrten zur Serra de Tramuntana eingeschränkt oder reduziert werden können“, sagte sie. Ein Aspekt, der der Landesregierung Sorgen bereitet, ist die in den Sommermonaten erhöhte Waldbrandgefahr, die durch Menschenmassen gerade in der Tramuntana erhöht werde.
Prohens betonte zudem, die Regierung habe bereits Initiativen angestoßen, um die Zuschauer auf verschiedene Beobachtungspunkte zu verteilen und eine Konzentration in den besonders überlasteten Gebieten zu vermeiden. Dabei verwies sie unter anderem auf ein Pilotprojekt, das die Bevölkerung darüber informieren soll, von welchen Orten aus die Sonnenfinsternis beobachtet werden kann, ohne Verkehrs- oder Kapazitätsprobleme zu verursachen.
So kritisierte sie, dass die Staatssekretärin für Tourismus, Rosario Sánchez, auf der Tourismusmesse Fitur in Madrid den sogenannten „Finsternis-Tourismus“ beworben habe. Diese Strategie könnte, wie Prohens andeutete, den Druck auf das Gebiet an diesem Tag noch weiter erhöhen. Die Präsidentin betonte, dass alle Entscheidungen der Regionalregierung von Sicherheitskriterien geleitet würden. „Die Sicherheit steht immer an erster Stelle“, schloss sie. „Wir bereiten uns vor, wir werden Einschränkungen verhängen, Räume für Wissenschaftler bereitstellen und haben ein Pilotprojekt gestartet, damit die Menschen wissen, von wo aus sie die Sonnenfinsternis sehen können, ohne die ohnehin am stärksten belasteten Räume zu überlasten“, sagte sie.
Opposition will 24-Stunden-Zufahrtssperre
Derweil macht sich auch die Opposition Sorgen um mögliche Sicherheitsrisiken während des Events. Der Fraktionschef der Linkspartei Més per Mallorca, Lluís Apesteguia, drückte sein Unverständnis darüber aus, dass die Sonnenfinsternis besonders von der Serra de Tramuntana aus beworben werde. Dabei handle es sich um einen geschützten Naturraum, der, wie er erinnerte, über neun Zufahrten mit schmalen und kurvenreichen Straßen verfüge. Diese könnten bei einem außergewöhnlich hohen Verkehrsaufkommen leicht blockiert werden.
Nach seiner Ansicht beschränkt sich das Risiko nicht nur auf Verkehrsprobleme. Apesteguia warnte, dass eine solche Überlastung Einwohner isolieren und den Einsatz der Rettungsdienste bei einem Unfall, einem Waldbrand oder einem anderen Zwischenfall erschweren oder sogar unmöglich machen könnte. „Mallorca könnte sich in einer Situation wiederfinden, in der Einwohner eingeschlossen sind, vor allem aber in der es schwierig oder sogar unmöglich ist, in Notfällen hinein- oder herauszukommen“, warnte er.
Apesteguia schlug deshalb vor, die Zufahrten zur Tramuntana in den 24 Stunden vor der totalen Sonnenfinsternis zu sperren. So sollen nach Willen von Més per Mallorca in dem Zeitraum nur Anwohner und jene Menschen in die Tramuntana hineinfahren können, die eine Unterkunftsreservierung in der Zone nachweisen können.
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