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Nach Scharmützel mit Straßenhändlern an der Playa de Palma: Pressetermin des Bürgermeisters in der Schinkenstraße

Jaime Martínez lobt den Einsatz der Ortspolizei und zieht Zwischenbilanz zur Einhaltung der Benimmregeln

So verlief die Auseinandersetzung zwischen Straßenhändlern und der Polizei an der Playa de Palma

Ingo Wohlfeil

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Es ist offenbar kein Zufall, dass der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, für Freitagmittag (28.8.) eine Presserunde ansetzt – mitten in der Schinkenstraße. Prinzipiell habe man ohnehin für Ende August eine Zwischenbilanz der Verstöße gegen die Benimmregeln der Stadt Palma vorgehabt. Die Vorfälle von Donnerstagnachmittag, als sich Ortspolizisten und Straßenhändler an der Playa de Palma ein Scharmützel an der Gemeindegrenze von Palma und Llucmajor lieferten, hätten dann aber die Notwendigkeit eines öffentlichen Auftritts dringlicher gemacht, erklärte eine Sprecherin der Stadt nach der Runde.

Bereits eine Viertelstunde vor dem Beginn der Pressekonferenz hatte die Ortspolizei alle Straßenhändler aus der Schinkenstraße entfernt. Der Carrer Pare Bartomeu Salvà liegt beinahe so friedlich da wie an einem Wintermorgen. Nur ein paar Ballermann-Urlauber streifen durch die Straße vor dem Bierkönig. Der Partytempel sowie der Bamboleo gegenüber sind allerdings gut besucht. In einer Querstraße dahinter haben sich etwa zehn Straßenhändler in kleinen Grüppchen versammelt und beobachten die Schachzüge der Ortspolizei von Nahem. Reden wollen sie nicht unbedingt.

"Haben keine Arbeitserlaubnis"

Ein junger Mann fängt dann aber doch an und sagt: "Uns ist schon klar, dass wir etwas Illegales machen. Von daher ist es auch okay, dass die Polizei uns hin und wieder unsere Produkte abnimmt." Allerdings sei nicht okay, wie aggressiv die Polizisten inzwischen auf die Straßenhändler losgingen. "Sie prügeln uns und würgen uns am Hals", berichtet der junge Afrikaner. Er würde ja gerne einer herkömmlichen Arbeit nachgehen, habe aber keine Arbeitserlaubnis in Spanien. "Was bleibt uns da groß übrig?", fragt er und verstummt, als er sieht, dass zwei Ortspolizisten auf die Gruppe zulaufen.

Ortspolizisten laden Straßenhändler ein, die Gegend zu verlassen.

Ortspolizisten laden Straßenhändler ein, die Gegend zu verlassen. / Johannes Krayer

Diesmal bleibt es friedlich, die Polizisten sprechen demonstrativ deeskalierend mit den Straßenveräufern und laden sie dazu ein, sich ein Stück weit davonzumachen. Der Bürgermeister solle sie nicht zu Gesicht bekommen, sagen sie. Ob die Polizei seit dem Amtsantritt der konservativen Volkspartei und Jaime Martínez mehr Druck spüre, gegen die Straßenhändler vorzugehen? "Dazu können wir uns nicht äußern."

Ortspolizei hat "beispielhaft" reagiert

Mit einer Viertelstunde Verspätung beginnt Jaime Martínez dann seine Pressekonferenz, unter den neugierigen Augen der deutschen Ballermann-Urlauber, die immer wieder in die Kamera grüßen. Allzu viel Aufsehen will der Rathauschef offenbar nicht erregen, er stellt sich einfach zwischen die Journalisten und spricht leise in die Handys und Mikros, die ihm entgegengehalten werden.

Die Vorfälle am Vortag? Spielt der Bürgermeister herunter. Das seien "sehr punktuelle Situationen", die keineswegs die Regel darstellten. Die Ortspolizei habe "beispielhaft" reagiert und "die absolute Kontrolle" über die Szenerie gehabt. Die Gründe der Festnahme des Straßenhändlers, die zu dem Scharmützel führte, kenne er nicht. Ernsthaft verletzt worden sei bei der Auseinandersetzung niemand, allerdings sei die Situation für die Kollegen der Ortspolizei schwierig gewesen.

100.000 illegale Produkte abgenommen

Dann zieht Martínez eine Zwischenbilanz: Rund 3.500 Anzeigen habe die Ortspolizei seit dem Inkrafttreten des Sonder-Sicherheitskonzepts CETUR für Palma und die Playa de Palma entgegengenommen respektive eingeleitet. Die Kampagne läuft seit dem 11. Mai und dauert bis 31. Oktober. Mehr als 2.000 dieser Anzeigen bezögen sich auf den Straßenverkauf, sagte Martínez hinterher der MZ.

Es sei erklärtes Ziel der Stadtregierung, diese Art des unlauteren Wettbewerbs für die einheimischen Gewerbetreibenden zu unterbinden. Irgendwann, so seine Einschätzung, werde das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Straßenverkäufen und Ortspolizei schon Früchte tragen, sagte Martínez. "Dann werden sie irgendwann woanders hingehen", so seine Hoffnung. Und es gebe ja gar keinen Grund, illegale Waren zu verkaufen. "Diese Menschen können soziale Unterstützung bekommen, manche könnten auch einer regulären Arbeit nachgehen, wenn sie eine Arbeitserlaubnis haben", erklärte der Bürgermeister.

Rund 100.000 Gegenstände hätte die Ortspolizei allein seit Mitte Mai von den Straßenhändlern konfisziert, hauptsächlich Trikots und Sonnenbrillen. Und im kommenden Jahr solle die Präsenz der Ortspolizei weiter erhöht werden, um etwa 300 Beamte, stellte Martínez in Aussicht. Dass damit dann alle Probleme gelöst sind, darf allerdings bezweifelt werden.

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