16. März 2020
16.03.2020

Die Banken auf Mallorca halten bei Gebühren ihre Hand auf

Geld auf dem Konto zu haben, kostet die Kunden in diesen Tagen immer mehr. Selbst Konten, auf denen das Gehalt eingeht, sind in Spanien nicht mehr unbedingt gratis. Ein Überblick

16.03.2020 | 01:00
Auch Gehaltskonten kosten inzwischen Gebühren für den Unterhalt.

Die spanischen Banken schrauben die Provisionsgebühren in die Höhe. Allein im vergangenen Jahr brachten den Geldhäusern die Gebühren rund ein Drittel ihrer Gesamteinnahmen ein. In Zeiten von Negativzinsen bekommen die Kunden das deutlich zu spüren. Neu ist in diesem Jahr eine Tendenz: Auch für Gehaltskonten mit regelmäßigem Geldeingang werden inzwischen Gebühren fällig. Nachfolgend die wichtigsten Provisionen für Giro- oder Gehaltskonten:

Bankia
Kunden zahlen für das Girokonto seit dem 23. Februar sechs Euro im Monat, wenn ihr Gehalt auf diesem Konto eingeht. Ist das nicht der Fall, steigt die Gebühr im Monat auf 14 Euro. Pro Debitkarte werden noch einmal 28 Euro fällig. Die Gebühren umgehen kann nur derjenige, der neben seinem Gehalt auch mindestens eine der drei folgenden Bedingungen erfüllt: eine Kreditkarte beantragen und mit dieser mindestens zwei Einkäufe im Monat tätigen, eine Versicherung unter Vertrag nehmen, die im Jahr mindestens 135 Euro kostet oder Aktienfonds, Lebensversicherungen oder sonstige Sparpläne zeichnen.

BBVA
Für das Girokonto verlangt die Bank 100 Euro im Jahr, es sei denn, der Kunde hat mindestens fünf Rechnungen in den zurückliegenden vier Monaten mit dem Konto bezahlt oder per ­Debit- oder Kreditkarte mindestens sieben Einkäufe in dieser Zeit getätigt. Eine andere Möglichkeit ist das Programm „Adiós comisiones". Hier haben Jugendliche unter 21 Jahren keinerlei Gebühren zu zahlen, für junge Leute unter 30 gibt es verschiedene weitere Möglichkeiten, die Provisionen zu umgehen. Alle über 30-Jährigen kommen um die Gebühren ­herum, wenn sie einen monatlichen Gehaltseingang von 600 Euro vorweisen können. Für Rentner und Arbeitslose genügt ein monatlicher Eingang von 300 Euro. Zusätzlich müssen die ­Kunden eine aktivierte Debit- oder Kreditkarte der Bank besitzen oder fünf feste Daueraufträge für Rechnungen aufweisen können.

Caixabank
Hier kann es richtig teuer werden. 240 Euro im Jahr für die Kontoführung zahlt derjenige bei der katalanischen Bank, der nicht sein Gehalt über dieses Konto empfängt oder 20.000 Euro in Sparplänen oder ähnlichen Produkten angelegt hat. Zusätzlich muss er mindestens drei Einkäufe mit der Kreditkarte im Quartal tätigen oder drei Daueraufträge über dieses Konto laufen lassen.

Cajamar
Für das Girokonto werden seit Mitte Dezember 80 Euro pro Jahr fällig. Umgehen kann man diese Zahlung, wenn man sein Gehalt von mindestens 645,30 Euro auf das Konto überwiesen bekommt oder 300 Euro im Fall von Rentnern. Daneben muss das Konto mindestens ein Saldo von 1.000 Euro im Durchschnitt aufweisen, der Kunde muss das Online-Banking aktiviert haben und eine beliebige ­Kredit- oder Debitkarte besitzen.

Santander
Am 3. Januar erhöhte die Bank die Provisionen für die Kunden der sogenannten „Cuenta ­Clásica", bei der kein monatlicher Geldeingang gefordert wird, weder von Gehalt, noch von Rente oder ähnlichen Zahlungen. Dieses Konto kostet nun 116 Euro im Jahr. Für junge Menschen zwischen 18 und 31 bietet die Bank das Konto „Smart" an, für das keine Gebühren verlangt werden. Außerdem gibt es noch die beiden Konten „Cuenta Cero 123" und ­„Cuenta 81", die ohne regelmäßigen Geldeingang 12 Euro im Monat kosten respektive 144 Euro im Jahr. Die Provisionen um­gehen kann man auch hier mit einem monatlichen Gehaltseingang von mindestens 600 Euro, Arbeits­losengeld von mindestens 600 Euro, Rente von mindestens 300 Euro oder ­Sozialhilfe von mindestens 175 Euro pro Monat. Damit aber noch nicht genug: Die Kunden ­müssen darüber ­hinaus entweder drei Abbuchungen von Rechnungen im vergangenen Quartal vorweisen, sechs Zahlungen per Kredit- oder Debitkarte getätigt haben oder ein Saldo von Sparplänen, Lebensver­sicherungen oder ähnlichen Produkten von 20.000 Euro oder mehr auf­weisen.

Sabadell
Nur auf den ersten Blick besser geht es bei Banco Sabadell zu. Das Geldhaus verlangt seit Weihnachten 2019 fünf Euro pro Monat für die „Cuenta Nómina ­Expansión", also das Gehaltskonto. Umgehen kann die Gebühr, wer einen Kredit bei der Bank besitzt, eine Versicherung abgeschlossen hat oder Fondsanteile von mindestens 10.000 Euro bei der Bank hält. Für Rentner und junge Menschen unter 30 gibt es weitere Möglichkeiten, die Gebühren zu umgehen.

ING Direct
Die Internetbank ING Direct mit einer Filiale in Palma verlangt für ihr Gehaltskonto, die sogenannte Cuenta Nómina, keinerlei Gebühren. Dafür muss allerdings ein monatlicher Geldeingang von 700 Euro erfolgen. Dabei muss es sich nicht zwingend um das Gehalt handeln, es kann auch eine anderweitige Einzahlung sein. Wer drei Monate lang keine 700 Euro einzahlt, muss am Ende des Jahres 20 Euro pro genutzter Geldkarte zahlen.

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