Second-Hand-Mode im Internet: Die drei Tricks der Wallapop-Betrüger
Die großen spanischen Second-Hand-Plattformen locken auch Kriminelle an. Verbraucherschützer geben Tipps, um ihnen nicht auf den Leim zu gehen

Gebrauchte Kleidung übers Internet zu verkaufen, ist einfach und nachhaltig – aber nicht ganz risikofrei. / Ceste
Der Trend zu Second Hand ist längst auch auf Mallorca angekommen. Vor allem über die beiden großen Online-Plattformen Wallapop und Vinted kaufen und verkaufen täglich Zehntausende Menschen in Spanien gebrauchte Waren. Doch nicht immer sind die Transaktionen sicher. Die spanische Verbraucherzentrale OCU hat jetzt gemeinsam mit Wallapop einen Ratgeber veröffentlicht, um die Nutzer vor Cyberkriminalität zu schützen. Laut der OCU sind es vor allem drei Maschen, mit denen Kriminelle im Internet die Nutzer dieser Plattformen betrügen wollen:
Trick 1: Persönliche Daten anfragen
Da seien erstens die Aufforderungen à la „Schicke mir deine E-Mail-Adresse und ich reserviere das Produkt“. Dadurch wolle der Cyberkriminelle veranlassen, dass der Nutzer die App verlässt, um die Sicherheitskontrollen von Wallapop zu umgehen, erklären die Verbraucherschützer. Sie empfehlen daher dringend, keinerlei persönlichen Daten an andere Nutzer weiterzugeben. „Es ist nicht notwendig, E-Mail, Telefonnummer oder Personalausweis zu teilen. Seien Sie misstrauisch gegenüber Personen, die solche Informationen anfordern.“ Auch Links oder andere Anhänge in verdächtig erscheinenden E-Mails sollte man besser nicht öffnen. „Denken Sie daran, dass der gesamte Kauf- und Verkaufsprozess in der App abgewickelt werden kann, ohne die Plattform zu verlassen.“
Trick 2: Alternative Zahlungsmethoden
Ein weiterer verbreiteter Trick von Betrügern sei die Aufforderung der Kriminellen, die Überweisung zu tätigen, noch bevor das Produkt geschickt worden ist. „Cyberkriminelle schlagen dazu Zahlungsmethoden außerhalb der App vor, die keine Rückerstattung zulassen, beispielsweise durch eine Überweisung oder ein ‚Bizum‘ (in Spanien weitverbreitete Online-Zahlungsmethode über das Handy, Anm. d. Red.). Sie schicken dann entweder nichts, eine leere Kiste oder ein Produkt von geringerem Wert zu“, heißt es in dem Ratgeber der OCU. Wichtig sei es daher, jegliche Zahlungen nur über die in der App integrierten Methoden abzuwickeln. Bei sperrigen Produkten, die über Wallapop erstanden werden, sei es ratsam, die Option Wallapop Envíos zu aktivieren, damit die Lieferung reibungslos klappt.
Trick 3: Produktreklamation
Ein dritter häufiger Betrugsversuch gelte den Verkäufern auf den Plattformen. „Viele Cyberkriminelle versuchen, Verkäufer zu täuschen, indem sie behaupten, dass das Logistikunternehmen ihr Paket verloren habe oder ein falsches Produkt angekommen sei“, so der OCU-Bericht. „Bei Problemen mit einer Lieferung wenden Sie sich an das Hilfecenter der App, wo Sie Unterstützung bei Fragen oder Vorfällen erhalten. Hier können Sie auch potenziell betrügerische Profile oder Produkte melden“, so die Empfehlung. Dabei sei es wichtig, klar zu kommunizieren, etwa im App-integrierten Chat oder durch die Bewertungsoption. Verdächtiges Verhalten könne zudem stets dem Hilfecenter der Plattform mitgeteilt werden. Auch bei Missverständnissen oder Problemen der Nutzer untereinander stünden die Mitarbeiter zur Verfügung. Und wenn man den Tätern doch auf den Leim gegangen ist? „Dann sollte der Vorfall bei den Behörden angezeigt werden“, raten die Verbraucherschützer. Nur so könnten die Betrüger gegebenenfalls zur Rechenschaft gezogen werden.
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