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So bekommen Sie auf Mallorca Warnungen vor Naturkatastrophen auf Ihr Handy

Was Sie wissen müssen, um im Fall der Fälle gewarnt zu werden

So könnte eine Probe-Warnung aussehen.

So könnte eine Probe-Warnung aussehen. / caib.es

Simone Werner

Simone Werner

Nach der Flutkatastrophe auf dem spanischen Festland und einer Unwetterwarnung, die auch auf Mallorca die nächste jagt, kursierten in den sozialen Netzwerken Screenshots, wie man auf seinem Handy Benachrichtigungen zu Katastrophenwarnungen aktivieren kann. Zudem waren Spam-SMS im Umlauf, die dazu aufforderten eine App des Wetterdienstes Aemet herunterzuladen. Dabei handelte es sich wohl um Betrugsversuche. Aemet verschickt keine Nachrichten. Wir erklären, wie das Warnsystem auf der Inselgruppe funktioniert und was Sie machen müssen, damit die Handy-Warnungen ankommen.

Wer verschickt die Warnungen?

Alle EU-Mitgliedstaaten sind seit Juni 2022 dazu verpflichtet, ein System zu haben, mittels dem Bewohner im Katastrophenfall per Handy-Nachricht gewarnt werden. Zu Zeiten der Flutkatastrophe 2018 in Sant Llorenç, bei der 13 Menschen ihr Leben verloren, gab es hierzulande noch kein solches Warnsystem. Mittlerweile wird auf den Balearen das System ES-Alert verwendet. Im Ernstfall zum Einsatz gekommen, ist es laut einer Pressesprecherin des zuständigen Balearen-Ministeriums noch nicht. Es habe lediglich vier Tests gegeben, der letzte im Mai 2024 in Port d’Alcúdia.

Der Wetterdienst Aemet, der Warnungen herausgibt, hat mit dem Katastrophen-Warnsystem nur indirekt zu tun. Darüber, ob per Handy eine Katastrophenwarnung an die Bevölkerung verschickt wird und in welchem Gebiet genau, entscheidet einzig die Generaldirektion für Notfälle der Balearen-Regierung. „Das letzte Wort hat die Ministerin Antònia Maria Estarellas oder der Generaldirektor Pablo Gárriz“, erklärt die Sprecherin weiter.

Aktivieren nicht nötig

Entgegen verschiedener Screenshots und Bilder, die im Netz kursieren, müssen Bewohner und Urlauber der Balearen in den Einstellungen nichts aktivieren, um die Warnungen zu bekommen. Sie sind laut der Sprecherin automatisch eingestellt, sofern der Nutzer eine aktuelle Version seines Betriebssystems (iOS oder Android) installiert, sein Handy angeschaltet und Empfang hat. Bei älteren Betriebssystemversionen kommen die Warnungen entweder gar nicht oder fehlerhaft an (Details siehe hier). Auch eine eigene App braucht es nicht. Selbst Nutzer mit deutscher oder ausländischer Nummer empfangen die avisos, sofern sie sich im betroffenen Katastrophengebiet aufhalten. Bei nicht spanischer oder katalanischer Systemsprache kommen die Nachrichten auf Englisch.

Auch wer sämtliche Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm deaktiviert oder den „Nicht-Stören-Modus“ aktiviert hat, bekommt die avisos als Textnachricht direkt auf sein Handy, sogar mit Ton- und Vibrationssignal. In der Benachrichtigung werden die drohende Gefahr, die festgestellten oder vorhersehbaren Folgen sowie gegebenenfalls die zu ergreifenden Maßnahmen beschrieben.

Mehr zu ES-Alert: https://www.proteccioncivil.es/coordinacion/redes/ran/public-warning-system

Emergències 112 Illes Balears auf X (ehemals Twitter): (x.com/Emergencies_112)

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