Diese Vor- und Nachteile haben die Supermärkte auf Mallorca
Ob bei den Öffnungszeiten, der Produktpalette oder den Preisen: Bei den großen Supermarkt-Ketten gibt es teils enorme Unterschiede. Beobachtungen der MZ-Redaktion, ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Der Carrefour am Vergnügungszentrum Ocimax in Palma liegt direkt an der Ringautobahn. | FOTO: SIMONE WERNER / Simone Werner
Einkaufen ist auf Mallorca nicht gleich einkaufen. Ob Flexibilität bei den Öffnungszeiten, Angebot, Preise oder andere Dinge, die das Einkaufen besonders machen: Jede der großen Ketten punktet mit anderen Aspekten. Manche Dinge wiederum vermisst man dort. Eine nicht erschöpfende Zusammenstellung der Vor- und Nachteile der Supermärkte aus Sicht der MZ-Redaktion, wobei nicht alle Beobachtungen auf jede Filiale der Kette zutreffen müssen.
Mercadona: Die Pros
Noch recht neu sind bei der spanischen Supermarktkette erst seit kurzem die Ecken mit Tischen, Stühlen und einer Mikrowelle, in denen man sich sein Essen warm machen kann. Ob ein Stück Tortilla, Pizza oder doch Kroketten oder Bratkartoffeln: Die Preise für die frisch zubereiteten Snacks und Gerichte aus der Reihe sind passabel. Daneben gibt es fast immer eine Theke mit frischem Fisch und Meeresfrüchten. Wer mit Zöliakie zu tun hat, findet eine große Auswahl an glutenfreien Produkten. Ganz vereinzelt gibt es einen Rabatt auf frische Produkte, die bald ablaufen. Oft stehen Kassen an Ein- und Ausgängen, wodurch sich die Kunden gut verteilen. Nur zu den Stoßzeiten bilden sich Schlangen. Bei den moderneren Mercadona-Märkten halten Luftschranken am Eingang Hitze oder Kälte vorbildlich draußen.

Im Mercadona befinden sich Essecken, wo die Supermarktbesucher ihr Essen in der Mikrowelle aufwärmen können / Simone Werner
Mercadona: Die Kontras
Bio-Produkte gibt es keine. Zudem sind lokale Produkte ungenügend gekennzeichnet. Am Stand mit frischem Fisch und Meeresfrüchten weist immerhin die grüne Kiste darauf hin, dass die Produkte vom örtlichen Fischmarkt am Hafen stammen. Die der blauen Kiste wiederum kommen aus Fischfarmen. Die Ware bekommen alle Mercadona-Supermärkte gleichermaßen zugesendet. Die Bänder an der Kasse sind sehr kurz, sodass man sich mit dem Einräumen seiner Einkäufe beeilen muss. Einen Trenner am Ende wie bei anderen Ketten sucht man bei Mercadona vergebens. Es gibt zudem keine Selbstbezahlerkassen. Darüber hinaus sind Kunden auch bei den Öffnungszeiten eingeschränkt. Die Filialen der Kette haben nur montags bis samstags geöffnet. An Feiertagen steht man auch in touristischen Gegenden vor verschlossener Tür.
Eroski: Die Vorteile
Die baskische Kette bietet eine Kundenkarte und App, mit der man, wenn man regelmäßig viel einkauft, Geld sparen kann. Zudem gibt es viele Markenprodukte, etwa beim Olivenöl oder Nudeln. Je nach Größe der Filiale finden Kunden eine Metzgerei- und/oder Theke mit Meeresfrüchten und Fisch. Die beträchtliche Auswahl an lokalen Produkten ist durch das Flaggensymbol gut erkennbar gekennzeichnet. Auch mit ihrer Spirituosenabteilung punktet die Kette. Zudem sind die meisten Produkte in allen Sprachen des Landes ausgeschrieben. Manche Filialen sind an Feiertagen und sonntags (zumindest halbtags) geöffnet.

Bei der Supermarktkette "Eroski", werden die lokalen Produkte mit dieser Flagge gekennzeichnet / Simone Werner
Eroski: Die Nachteile
Im Vergleich zu den Discountern sind die Produkte oft deutlich teurer. Darüber hinaus ist die Auslage von Obst und Gemüse oft nicht besonders einladend gestaltet. Wenig umweltfreundlich sind auch die Rabattcode-Zettel, die Verbrauchern mit Kundenkarte an der Kasse ausgespuckt werden. Noch dazu hält das den Betrieb auf.
Aldi: Die Stärken
Bei Aldi finden sich viele Produkte, die man aus Deutschland kennt, wobei auch die Auswahl an anderen Waren Überraschungen birgt, etwa bei den exotischen Früchten oder den Fischkonserven. Auf bald ablaufende Produkte gibt es Rabatt. Wie auch Lidl bietet Aldi teils Pflanzen und einen Bazar mit Kinderspielzeug, Haushaltsartikeln oder Kleidung. Die Musik ist, bis auf Werbeunterbrechungen („Asi de fácil, así de Aldi“), größtenteils angenehm, die Einrichtung modern und ansprechend. Hinzu kommt: Selbst zu den Stoßzeiten ist deutlich weniger los als etwa bei Lidl. In manchen Filialen gibt es Mini-Einkaufswagen für Kinder. Manche Supermärkte haben auch sonntags und an Feiertagen geöffnet.

In einigen Aldi-Filialen gibt es Einkaufswägen für Kinder / Simone Werner
Aldi: Die Schwächen
Könnte man verbessern: Es gibt keine App oder Rabatte für Stammkunden. Auch Selbstzahlerkassen sucht man noch vergebens. Die Auswahl an Produkten ist klein, die Preise sind oft höher als beim deutschen Mitbewerber.
Darum lohnt sich Lidl
Für gut befunden: Es gibt eine App, durch die man bei bestimmten Produkten Geld spart, weil sie für Lidl-Plus-Kunden im Angebot sind oder weil man einen Coupon aktivieren kann. Zudem speichert die App Kassenzettel digital ab. Generell punktet Lidl mit vergleichsweise günstigen Preisen. Neben aus Deutschland bekannten Produkten gibt auch Lidl Rabatt auf Artikel, die bald ablaufen. Was nicht verkauft wird, spendet Lidl an das Lebensmittelprojekt „Comida para todos“. In regelmäßigen Abständen finden Aktionswochen statt. Es gibt ein kleines Sortiment an Bio-Produkten. Auch das lokale Obst und Gemüse ist leicht zu erkennen. Es gibt Selbstzahlerkassen.
Darum lohnt sich Lidl weniger
Es gibt nur wenige mallorquinische Produkte. Aufgrund der günstigeren Preise ist das Kundenaufkommen fast immer hoch, es bilden sich oft lange Schlangen. Zudem räumen Mitarbeiter rund um die Uhr Ware ein. Man muss ausweichen.
Carrefour: Das ist Positiv
Die Auswahl an Produkten, auch glutenfreien und veganen, in den Filialen der französischen Kette ist sehr groß. Viele gibt es in größeren Mengen, etwa Mehl im 5-Kilo-Sack oder Olivenöl im 5-Liter-Kanister. Artikel von hier, etwa Käse, sind gut sichtbar gekennzeichnet. Daneben gibt es je nach Größe der Filiale eine Theke mit Delikatessen, Schinken, Fleisch und Fisch sowie fertigen Speisen. Ein weiterer Vorteil: Neben Lebensmitteln bekommt man hier auch Schuhe, Kleidung, Hundefutter, Elektrogeräte, Bettwäsche, Bücher, Fahrräder oder Sachen fürs Auto. Es gibt kleine Einkaufswagen für Kinder. Die Kassen sind unter anderem unterteilt in Selbstzahlerkassen und solche für Kunden mit kleineren Einkaufskörben (cestas). Alle anderen können sich in der herkömmlichen Schlange (fila única) anstellen. Die Gänge sind nicht so lang und dementsprechend unübersichtlich wie bei Alcampo. Zudem steht direkt auf den Schildern am Gang, welche Produkte es dort jeweils gibt.
Carrefour: Hier ist noch Verbesserungsbedarf
Fast immer ist deutlich mehr los als etwa bei Alcampo. Vor allem im Lebensmittel-Bereich geht es wuselig zu. Teils bilden sich an den Kassen lange Schlangen. Konsumenten, die selten kommen und nur wenig brauchen, müssen sich bei den Mitarbeitern mühsam durchfragen.
Alcampo: Das findet die MZ-Redaktion gut
Direkt am Eingang kann man in der 1-Euro-Abteilung Schnäppchen jagen. Auch hier lassen sich mehrere Besorgungen auf einmal erledigen. Vom Fernseher über Schreibwaren, Pflanzen, Kleidung bis hin zu Lebensmitteln gibt es fast alles. Hinzu kommen eine eigene Bäckerei, ein Fischverkauf und gleich mehrere Metzgerei-Theken. Der an das Bistro angrenzende Essbereich ist geräumig. Ob Veganes, Vegetarisches, Bio-Produkte oder internationale Produkte: Es gibt von allem viel. Exotische Früchte wie Pitayas findet man bei Alcampo ebenfalls. Es gibt Einkaufswagen mit Babyschale, Selbstzahlerkassen, solche für schwangere, ältere oder behinderte Menschen. Danach oder davor kann man in den umliegenden Läden des Einkaufszentrums shoppen. Auch an verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen ist geöffnet.
Alcampo: Das könnte noch verbessert werden
Nicht nur die Preise sind höher, auch der Lärmpegel ist es. Es herrscht Reizüberflutung. Man läuft Gefahr, umherzuirren, statt schnell fündig zu werden. Wer nichts kauft, muss zudem ganz zurück zum Eingang.
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