Handbuch auf Deutsch: So sollten Sie mit Menschen mit geistiger Behinderung kommunizieren
Der Verein ASFADIBA, in dem sich Angehörige von Betroffenen zusammengetan haben, hat zum ersten Mal ein Handbuch mit Tipps herausgegeben. Das gibt es auch auf Deutsch

Das digitale Handbuch gibt es auch auf Deutsch. / ASFADIBA
Vielleicht erleben Sie folgende Situation auch ab und an oder sogar täglich: Sie begegnen auf der Arbeit oder bei einer Familienfeier einem Kollegen oder weiter entfernten Verwandten mit intellektueller Behinderung und wissen nicht, wie Sie am besten mit ihm kommunizieren sollten. Am Mittwoch (3.12.) ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Das hat der Verein ASFADIBA, in dem sich Verwandte – explizit nicht die Eltern – von Menschen mit Behinderung zusammengetan haben, genutzt, um ein Handbuch für inklusive Kommunikation zu veröffentlichen. Das Handbuch, das bisher nur in digitaler Form existiert, gibt es in vier Sprachen, auch auf Deutsch (hier)
"Viele Angehörige haben nicht täglich mit den Menschen mit Behinderung zu tun und behandeln sie daher wie Kinder oder als ob sie sie besonders beschützen müssten. Dabei ist das gar nicht notwendig und auch die Menschen mit Einschränkungen werden älter", weiß Cristobal Martín, Vizepräsident des Vereins.
Die vier goldenen Regeln
Laut dem Handbuch sollte jeder zunächst vier "goldene Regeln" beachten:

Die vier goldenen Regeln der Kommunikation mit Menschen mit intellektueller Behinderung. / ASFADIBA
Um zu zeigen, dass das Gegenüber jeweils Unterstützungsbedarf in einem anderen Bereich hat und um möglichst konkrete Tipps zu geben, haben die Vereinsmitglieder drei verschiedene Beispiel-Profile von Menschen mit intellektueller Behinderung geschaffen (A, B, C). "Natürlich ist jeder Mensch individuell", betonen sie bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (3.12.).
Profil A ist etwa der Gesprächige, der sich zwar gut in Worten ausdrücken kann, aber leicht den Faden verliert.
Daneben gibt es den Verstärker (Profil B), der kurze Sätze verwendet, jedoch Schwierigkeiten hat, abstrakte Ideen oder lange Sequenzen zu verstehen. Profil C nennen die Verantwortlichen "den Deuter". Er hat erhebliche Schwierigkeiten mit der gesprochenen Sprache und kommuniziert mithilfe von Gesten, Lauten oder einer Tafel / einem Gerät für Unterstützte Kommunikation (UK).

Tipps für die Kommunikation mit einem Menschen des Profils B. / Asfadiba
Am Ende betonen die Verantwortlichen in dem Leitfaden noch, dass es kein Buch mit einer perfekten Anleitung für jeden Menschen geben wird. "Es ist unmöglich, die immense Vielfalt jedes Individuums zu erfassen. Jeder Mensch mit geistiger Behinderung ist einzigartig und keine Familie gleicht der anderen", liest man in dem Leitfaden etwa. Das Handbuch des Vereins solle lediglich ein kleiner Wegweiser mit Grundlagen sein.
Bisher nur digital
Auf der Website kann man es sich auch als PDF herunterladen und an Freunde, Bekannte oder Verwandte weiterschicken. "Wir werden das Handbuch auch in Bildungseinrichtungen wie Schulen, Gymnasien oder Universitäten verbreiten", so Nuria Borrás, die nicht nur die Vorsitzende des Vereins, sondern selbst auch Lehrerin ist. Sie weiß: "Viele Schüler haben Angst, im Kontakt mit Menschen mit Behinderung etwas falsch zu machen."
Bisher gibt es den Leitfaden nur in digitaler Form. Die Vereinsmitglieder haben aber vor, ihn bei Institutionen vorzustellen und so hoffentlich die Fördermittel für eine gedruckte Fassung zu bekommen.
Der Verein ASFADIBA wurde vor circa zwei Jahren gegründet und zählt derzeit circa 30 Mitglieder, darunter noch keine Deutschen. Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen oder sonstige Verwandte von Menschen mit intellektueller Behinderung, die ihm beitreten möchten, können sich unter asfadiba.com bei den Verantwortlichen melden.
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