Spanisch lernen: Einige wichtige Alltagsphrasen und Wortschatz zu den Olympischen Winterspielen
„Que también …“ ist ein wirklich praktischer Einschub im Spanischen, der sich nicht leicht übersetzen lässt

„No es por la medalla, que también, sino ...“ (Es geht gar nicht so sehr um die Medaille, sondern um ...) / A. RAHI/AP
Eine besondere Freude beim Erlernen einer Fremdsprache ist, wenn man nach und nach lernt, typische Wendungen zu benutzen, die es so in der eigenen Sprache nicht gibt. Heute lernen wir einen praktischen Einschub, mit dem man mit nur zwei Wörtern sehr viel ausdrücken kann: die Kombination aus que (eigentlich die Konjunktion „dass“) und también (auch). Der Einschub verbindet eine Verneinung mit einer anschließenden bestätigenden Aussage und hat dabei die Funktion, die erste Verneinung zu relativieren, etwa im Sinne von „obwohl das eigentlich auch …“
Einige Anwendungsbeispiele der Redewendung
Am besten lernen wir diese Wendung anhand von Beispielen. Stellen Sie sich vor, Ihnen wird am Flughafen von Palma das Portemonnaie geklaut. Sie sind deswegen richtig schlecht gelaunt, und zwar gleich aus mehreren Gründen. Nun haben Sie aber wenigstens diese praktische Redewendung auf Spanisch, die es Ihnen ermöglicht, die Motive für Ihren Unmut etwas zu ordnen. Sagen Sie also, was Sie mehr oder weniger stört. Sprechen Sie nach: Me han robado la cartera / la billetera. (Sie haben mir die Brieftasche / das Portemonnaie geklaut.) Me da mucha rabia. (Ich bin echt wütend.) No por el dinero que llevaba encima … (Nicht wegen des Geldes, das ich dabeihatte …) – que también – (das natürlich auch …) sino por el tiempo que pierdo en renovar los documentos (sondern wegen der Zeit, die ich verliere, die Ausweise erneuern zu lassen). Auf Deutsch würden wir wohl sagen: „Nicht nur dass ich das Geld los bin, sondern jetzt muss ich auch noch die Pässe erneuern.“
Die Wendung auf Spanisch bietet aber die tolle Gelegenheit, noch etwas mehr Überraschungseffekt, Ironie oder eine beiläufige Spitze unterzubringen. Stellen wir uns vor, wir wurden bei einer Verabredung versetzt. Estoy enfadado. (Ich bin genervt.) No por las dos horas que te he esperado en vano bajo la lluvia. (Nicht wegen der zwei Stunden, die ich im Regen stehend vergeblich auf dich gewartet habe.) ¡Que también! (Also deswegen natürlich auch.) Sino por el postre que había comprado para nuestra cena y me lo tuve que comer solo. (Sondern wegen des Desserts, das ich für unser Abendessen gekauft hatte und dann alleine aufessen musste.)
Nicht gleich: „si no“ (wenn nicht) und „sino“ (sondern)
Hinter dem erwähnten Einschub que también folgt eigentlich immer das Wort sino (sondern). Das bereitet beim Schreiben selbst vielen Muttersprachlern Probleme, weil man es leicht mit dem auseinandergeschriebenen si no verwechseln kann. Dabei ist es eigentlich einfach: ¡Avísame si no vienes! (Sag Bescheid, wenn du nicht kommst.) Hier wird si no auseinandergeschrieben und auf dem no betont. Es bedeutet „wenn nicht“. Im Gegensatz dazu: No viajo hoy sino mañana. (Ich reise nicht heute, sondern morgen.) Hier wird sino zusammengeschrieben, auf der ersten Silbe betont und bedeutet „sondern“.
Warum aus „Ski“ auf Spanisch „esquí“ wird
Als ese líquida (flüssiges S) oder ese impura (unreines S) bezeichnen die Spanier den Buchstaben „S“, wenn er am Wortanfang steht und von einem Konsonanten gefolgt wird – also etwa bei Wörtern, die mit sp-, st- oder sk- / sc- anfangen. In der spanischen Sprache kommen sie eigentlich nicht vor. Solche Begriffe erhalten auf Spanisch meist ein e- vorweg: Aus dem lateinischen status wurde estatus und aus der lateinischen scala die spanische escala (Skala) oder escalera (Treppe). Das erklärt auch, warum der „Ski“ auf Spanisch ein esquí ist und dass Fremdwörter wie spray oder Stranger Things auf Spanisch espray beziehungsweise Estranger Things ausgesprochen werden.
Wortschatz Olympia

Wortschatz Olympische Winterspiele / Tom Gebhardt
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