Hundehaltung auf Mallorca: Das müssen Auswanderer und Urlauber wissen
Wer mit Hund nach Mallorca kommt oder auf der Insel einen Vierbeiner anschaffen möchte, sollte die Regeln kennen. Von Transport über Strände bis zum Tierschutzgesetz gibt es einiges zu beachten

Im Winter sind Hunde auch an Badestränden wie der Cala Agulla erlaubt / Sophie Mono
Wollen Sie nach Mallorca auswandern oder planen einen Inselurlaub - und Ihr Hund kommt mit? Oder leben Sie schon länger auf der Insel und möchten sich einen Vierbeiner anschaffen? In beiden Fällen ist es gut, zu wissen, wie Mallorca in Sachen Hundehaltung tickt. Ein Überblick für Einsteiger.
Anschaffung
Sie sind süß und niedlich - aber aus Tierwohlgründen nicht immer zu empfehlen: Kleine Welpen, die auf Online-Portalen wie milanuncios oder idealista von Privatpersonen verbotenerweise angepriesen werden. Auch, wenn man die Suche im digitalen Filter auf Mallorca begrenzt, wird man schnell fündig. Oft werden hier Welpen aufgelistet, die aus ungeplanten Schwangerschaften entstanden, teilweise stecken aber auch kommerzielle Züchter (criadores) dahinter. Aus ethischen Gründen sollte man auf den Welpenkauf lieber verzichten - und stattdessen den Tierheimen wie Natura Parc (Santa Eugènia) oder Son Reus (Palma) einen Besuch abstatten. Hier sind die Gehege voll von Hunden, die nur darauf warten, ein neues Zuhause zu finden. Auch über privat organisierte Tierschutzvereinigungen (protectoras de animales) können Tierhheimhunde gefunden werden.
Flugzeug und Fähre
Wer schon einen Hund hat, und auf die Insel kommen will, kann seinen Vierbeiner sowohl auf dem See- als auch auf dem Luftweg transportieren. Die nervenschonendste Alternative für das Tier ist sicherlich die Fähre. Hier müssen Hunde mittlerweile nicht mehr wie früher allein in Zwingern auf dem Autodeck ausharren, sondern dürfen gegen Aufpreis angeleint mit in den Passagierbereich und in eine reservierte Kajüte kommen.
Anders beim Fliegen. Billig-Airlines wie Ryanair bieten gar keinen Transport von Hunden mehr an. Eurowings und Tuifly gestatten nur, Hunde (und Katzen) in der Kabine mitzunehmen, die einschließlich ihres Transportbehälters maximal acht Kilogramm wiegen. In jedem Fall muss der Hund mindestens 15 Wochen alt sein. Auch bei Lufthanse und Condor dürfen leichte Hunde in verschließbaren Weichschalenbehältern (maximal 1 18 Zentimeter, 55 × 40 × 23 Zentimeter) mit in die Kabine. Diese beiden Fluggesellschaften sind zwei der wenigen, die zudem auch schwerere Hunde mitfliegen lassen. Allerdings nur in Behältern, die den Bestimmungen der IATA (International Air Transport Association) entsprechen und maximal 125 × 75 × 85 Zentimeter groß sind. Die Kosten liegen hier bei bis zu 200 Euro pro Tier. Genauere Infos finden Sie hier.

Der Mallorca-Reise dieses Wauzis in der Kabine sollte nichts im Wege stehen: Bei den meisten Airlines liegt hier das maximale Gewicht für Hund inklusive Transporttasche bei acht Kilogramm. / DPA
Haltungsregeln auf der Insel
Was Hundebesitzer auf Mallorca bei der Haltung ihrer Vierbeiner beachten müssen, ist in dem spanienweit geltenden Tierschutzgesetz (ley de bienestar animal) vorgeschrieben. Dieses schreibt detailliert vor, dass Haustiere angemessen untergebracht und ernährt werden müssen. Auch ausreichend tierärztliche Versorgung, Bewegung und soziale Kontakte sind vorgeschrieben. So ist es beispielsweise verboten, die Tiere länger als 24 Stunden alleine zu lassen oder dauerhaft auf Terrassen oder Balkonen zu halten - eine Praktik, die auf Mallorca lange verbreitet war. Auch das Anketten der Hunde ist verboten. Genau genommen darf man seinen Liebling nicht einmal mehr für wenige Minuten vor dem Supermarkt anleinen, um kurz eine Besorgung zu machen.
Einzelhandel
Schade ist es daher, dass die überwiegende Mehrzahl der Geschäfte und Supermärkte Tieren den Zutritt verwehrt. Tatsächlich sind an fast allen kleinen Läden und großen Ketten auf Mallorca Hundeverbotsschilder Standard. Positive Ausnahmen sind die deutsche Drogeriemarktkette "Müller" oder die spanische Geschenkartikel-Kette "Ale Hop". Hier sind Hunde ausdrücklich erlaubt - auch, um zu verhindern, dass ihre Halter sie bei hohen Temperaturen im Auto warten lassen.
Gastronomie
Ähnlich hundeunfreundlich wie der Großteil des Einzelhandels ist auch Mallorcas Gastronomie in der Regel eher abgeneigt gegenüber Hunden - wobei Ausnahmen die Regel bestätigen. Auf den Außenterrassen werden Hunde meist geduldet. Im Gastraum selbst aber sind sie meist nicht gerne gesehen. Wie so oft haben dabei kleinere Hunde noch bessere Chancen als große, von den Wirten akzeptiert zu werden. Manchmal hilft es, vor Betreten höflich zu fragen. Wer sich explizit eine haustierfreundliche Gastro-Umgebung wünscht, der kann sich zudem in eins der Restaurants begeben, die sich offensiv damit schmücken, dass Haustiere bei ihnen willkommen sind.
Öffentlicher Nahverkehr
Im öffentlichen Nahverkehr auf Mallorca dagegen hat man es nicht immer leicht, wenn man seinen vierbeinigen Liebling mit sich führen will: Hunde jeder Größe sind in den rot-gelben Überlandbussen verboten, Diskussionen sind zwecklos. Ausnahmen stellen allein ausgewiesene Begleithunde da. Auch diese werden nur eingelassen, wenn der Halter die entsprechenden Papiere vorzeigen kann.
Seit 2024 erlaubt die Eisenbahnesellschaft SFM die Mitnahme von Hunden und anderen Haustieren in Zügen und in der Metro, allerdings müssen sie an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen oder in einer Transportbox mitreisen. Gleiches gilt für die Stadtbusse der EMT in Palma.
Strände und öffentlicher Raum
Ohnehin ist es erstaunlich, wie wenig hundefreundlich die mallorquinische Gesellschaft im Allgemeinen ist - besonders angesichts der Tatsache, dass die Dichte an Hunden pro Haushalt im Vergleich zu Deutschland hoch ist. Trotzdem ist es auf einem Großteil der öffentlichen Grünflächen nicht gestattet, dass die Vierbeiner sie betreten. Auch auf Sportanlagen gilt in der Regel ein allgemeines Hundeverbot. Allerdings gibt es in den meisten Gemeinden ausgewiesene Hundeparks, die sogenannten pipicans. Diese sind meist nicht mehr als ein dürftig eingezäunter, meist überschaubarer Bereich, auf dem sich die Tiere zum kollektiven Geschäfterledigen treffen können.
An den Stränden sind Hunde immerhin in den Wintermonaten geduldet. Zwischen März und November jedoch sind die Badestrände für die Tiere tabu. Ausnahmen bilden die Hundestrände, die es mittlerweile über die Insel verteilt gibt. Dazu gehören unter anderem die Platja Rocamar (Port d’Andratx), die Cala Blanca (Camp de Mar), die Cala Conills (Sant Elm), Es Carnatge (Palma), Punta Marroig (Calvià), Cala des Gats (Costa de la Calma), Llenaire (Port de Pollença), Na Patana (Can Picafort) und Na Ferradura (Cala Ratjada). An Naturbuchten ohne Strandbewirtschaftung, die nicht explizit als platja canina ausgewiesen sind, sollten die Hundehalter das Allgemeinwohl im Auge behalten und darauf achten, dass die Tiere keine anderen Badegäste stören.
Hundepflege
Ganz so ausufernd wie in Deutschland ist das Thema Hundepflege auf Mallorca noch nicht. Trotzdem ist auch hier in den letzten Jahren ein Boom an Hundesalons zu verzeichnen. Besonders im Großraum Palma finden sich zahlreiche Anbieter, bei denen die Fellnasen frisiert, gebürstet und getrimmt werden können. Genau wie in Deutschland ist der Beruf des Hundefriseurs (auch Groomer genannt) keine reglementierte und staatlich anerkannte Profession. Mehr Infos zu Anbietern und Preisen finden Sie hier.
Hundesitter und Hunde-Pensionen
Wer für ein paar Tage oder wenige Wochen in Deutschland, auf dem spanischen Festland oder anderswo außerhalb der Insel Urlaub machen will, der tut gut daran, seinen Hund nicht jedes Mal mitzunehmen - vor allem dann nicht, wenn er zu schwer ist, um in der Flugkabine mitzureisen. Entspannter für alle ist es, wenn das Tier auf der Insel bleibt. Wer eine gute Betreuung sucht, der kann auf eine Reihe von Hundepensionen zurückgreifen, die es teilweise schon seit Jahren gibt. Hier kommen die Hunde, je nach Einrichtung, entweder in Zwingern mit Außengehege unter, oder dürfen gar bei ihren Herbergseltern frei herumlaufen. Gerade bei letzterer Option ist es jedoch meist vonnöten, dass das Tier sich gut mit anderen Hunden versteht. Teilweise werden auch nur kastrierte Tiere angenommen. Häufig sind die Pensionen zu Stoßzeiten wie über Weihnachten schon lange im Voraus belegt. Wer sich früh kümmert, tut gut daran.
Alternativ dazu gibt es auch die Möglichkeit, sich einen privaten Hundesitter zu besorgen, der das Tier ggf. sogar exklusiv aufnimmt. Über die Onlineplattform Rover können Halter flexibel wählen, wie ihre Hunde betreut werden sollen – vom Übernachten beim Sitter über Betreuung im eigenen Zuhause bis hin zu Tagesbetreuung oder Spaziergängen. Nutzer geben Adresse, einen Zeitraum bis zu einem Jahr im Voraus und die Größe des Tieres an und erhalten eine Liste mit Sittern in der Umgebung – bei einem Test waren es rund 50 in Palma. Tipp: Am besten vor der Abreise bei Testtreffen abchecken, ob Tier und Sitter auch wirklich miteinander klarkommen.
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