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Der Kampf um den NIE-Termin auf Mallorca: Ein Selbstversuch

An der Ausländer-Nummer kommt auf Mallorca kaum ein Ausländer vorbei. Wer bei der Terminsuche verzweifelt, muss nicht auf teure Hilfe zurückgreifen. Wir haben es ausprobiert – und waren mit ein wenig Geduld erfolgreich

Wer eine NIE-Nummer braucht, kommt an der Extranjeria in Palma nicht vorbei.

Wer eine NIE-Nummer braucht, kommt an der Extranjeria in Palma nicht vorbei. / Sarah López

Nach drei Praktika auf der Insel und der Vorstellung, hier langfristig bleiben zu wollen, war es auch für mich an der Zeit, die NIE zu beantragen. Wer in Spanien ein Bankkonto eröffnen will, Eigentum erwirbt oder zu arbeiten gedenkt, kommt an ihr nicht vorbei: die Número de Identidfad de Extranjero (NIE). Die Identifikations- und Steuernummer für Ausländer ist für all jene obligatorisch, die in Spanien länger als drei Monate leben, arbeiten, studieren oder Geschäfte tätigen wollen.

Bei Google-Suchen und Nachfragen bei Bekannten waren Antworten wie „Ob du das überhaupt in den drei Monaten, die du hier bist, schaffst?“ und „Einen Termin ohne Hilfe zu bekommen, ist fast unmöglich“ nicht selten. Das Problem: Um eine NIE zu bekommen, muss vorher ein Online-Termin beantragt werden – doch selbst, wenn man sich bemüht, ist das fast unmöglich. Es kann mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monaten dauern, bis man hier Erfolg hat. Kein Wunder, dass mittlerweile sogar für viel Geld ein Ratgeber angeboten wird, der damit wirbt, den genauen Zeitpunkt für die Terminvergaben zu kennen.

Geduld und Hartnäckigkeit zahlen sich aus

Es geht jedoch noch einfacher – und wesentlich günstiger. Hilfe habe ich mir nicht gesucht. Irgendwann und irgendwie muss es ja klappen. Der unumgängliche erste Schritt lautet also auf der Website (bit.ly/NIE2026) nachzuschauen, ob es freie Termine gibt. Nach dem Eintragen des zuständigen Büros und den persönlichen Daten wird man anschließend auf die Seite mit den freien Terminen weitergeleitet: nichts. Ich versuche es also erneut. An verschiedenen Tagen, zu unterschiedlichen Uhrzeiten und plötzlich, nach nicht einmal zwei Wochen an einem Dienstagvormittag: zwei freie Termine am übernächsten Tag. Ich schlage sofort zu.

Achtung bei der Gebühr

Ein bisschen Geduld ist also gefragt, aber einen Ratgeber für spezielle Tipps braucht es sicher nicht. Schnell das Formular EX-15 ausgefüllt, den Personalausweis kopiert sowie den Arbeitsvertrag unterzeichnet, und ich kann mich auf dem Weg zur zuständigen Ausländerbehörde machen. Aber Achtung, eine Sache fehlt noch. Um die NIE zu bekommen, muss nämlich noch eine Gebühr in Höhe von 9,84 Euro gezahlt und die Zahlung per Quittung nachgewiesen werden. Wer an das deutsche System gewohnt ist und denkt, man kann den Betrag einfach vor Ort bezahlen, liegt falsch und wird wie in meinem Fall losgeschickt, um den Betrag bei einer umliegenden Bank zu bezahlen.

Das Problem hier: Die meisten Banken, die nah an der Behörde liegen – sei es die Caixa Bank oder die Banca March –, lassen die Rechnung ohne Kundenkarte nicht begleichen. Was ziemlich paradox ist, wenn man bedenkt, dass man ohne NIE gar nicht die Möglichkeit hat, überhaupt Kunde bei einer spanischen Bank zu werden. Auf Nachfrage, wo man die Rechnung denn begleichen könne, gibt mir niemand eine richtige Antwort.

Etwas Zeit einplanen

Nach mehreren Versuchen lande ich bei der Banca March nahe der Bar Bosch. Ob es denn hier möglich ist, den Betrag auch ohne spanisches Konto zu begleichen?„Kein Problem. Das ist in bar oder mit Karte möglich“, heißt es. Ich zahle und kehre mit der Quittung zur Behörde zurück. Ein weiterer Tipp: Wer endlich einen Termin bekommt, sollte sich auch vor Ort auf lange Wartezeiten einstellen. Nachdem ich eine Nummer gezogen habe, stehe ich am Ende einer langen Schlange – eine Stunde sollte also mindestens eingeplant werden. Dafür geht es am Schalter dann relativ schnell: den Grund des Erscheinens angeben, die Dokumente vorweisen und warten, bis die NIE ausgestellt und gedruckt ist. Nach fünf Minuten ist man dann meist schon wieder draußen.

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