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Gefahren im Meer: So schwimmen Sie sicher vor Mallorca

Experten geben Tipps für Badegäste auf Mallorca und klären über die größten Gefahren wie Strömungen, hohe Wellen und versteckte Untiefen auf

Ein stürmischer Tag auf Mallorca. Bei dem Wetter sollte das Meer auf jeden Fall gemieden werden.

Ein stürmischer Tag auf Mallorca. Bei dem Wetter sollte das Meer auf jeden Fall gemieden werden. / Nele Bendgens

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Sarah López

Sarah López

Mit dem Beginn der Badesaison gibt es auf Mallorca leider auch die ersten schweren Unfälle im Meer. Am 24. April verstarb ein 63-jähriger deutscher Urlauber in der Bucht von Cala Mendia im Südosten der Insel, als er zwei Kinder aus dem Wasser retten wollte . Der Strand, an dem im September 2021 bereits zwei deutsche Schwestern ertranken, war unbewacht: Die Rettungsschwimmer nahmen erst Tage später ihre Arbeit auf. Das Meer schien ruhig – bis wie aus dem Nichts starker Wellengang aufkam.

Spanienweit gab es im vergangenen Jahr 241 Badetote im Meer. 19 Menschen kamen im Meer rund um Mallorca ums Leben – im Pool waren es drei.

Todesfälle im Meer und Todesfälle im Pool 2025 auf Mallorca.

Todesfälle im Meer und Todesfälle im Pool 2025 auf Mallorca. / Emergències/MZ

Sechs Todesfälle im Meer ereigneten sich direkt im Wasser, sechs am Ufer, zwei außerhalb der bewachten Bereiche, etwa an der Promenade oder beim Tauchen außerhalb des Bojenbereichs. Bei fünf weiteren Fällen gibt es keine genauen Angaben zum Todesort. Zehn Personen konnten rechtzeitig vor dem Ertrinken gerettet werden.

Hinzu kommen weitere schwere Vorfälle: Auf Mallorca zählte die Notrufzentrale Emergències 112 davon vergangenes Jahr 419, darunter Verletzungen aus anderen Gründen oder Quallenstiche. 356 Personen mussten in Krankenhäuser oder ähnliche Einrichtungen gebracht werden. In 1.649 Fällen kam es balearenweit zu Vorfällen, die die Notrufzentrale mangelnder Vorsicht der Badegäste zuschreibt. Oft gerieten sie dabei in Strömungen (706 Fälle), starke Wellen (538 Fälle) oder entfernten sich zu sehr vom Ufer (405 Fälle).

Vorfälle, die auf die mangelde Vorsicht der Badegäste zurückzuführen sind (Balearen).

Vorfälle, die auf die mangelde Vorsicht der Badegäste zurückzuführen sind (Balearen). / Emergéncies/MZ

Gründe für Badeunfälle

Auch Antoni Carrió, Koordinator für Strandsicherheit an der Playa de Muro, nennt verschiedene Ursachen, warum Menschen in Not geraten oder sogar ertrinken. Viele Badegäste überschätzen ihre körperlichen Fähigkeiten. Schon die 200 Meter bis zu den Bojen seien anspruchsvoll, häufig seien Schwimmer zu erschöpft, um zurück ans Ufer zu gelangen. Hinzu kommen Unterströmungen, die vor allem auf Höhe von Sa Caseta des Capellans an der Playa de Muro besonders stark seien. „Wer in eine Strömung gerät, sollte niemals dagegen ankämpfen, sondern seitlich hinaus schwimmen. Die Strömung allein ist nicht tödlich – die Erschöpfung möglicherweise schon.“

Auch Vorerkrankungen können ein Faktor für Badeunfälle sein. „Manchmal ist die Todesursache auf vorherige Faktoren zurückzuführen und nicht auf die eigentliche Gefährlichkeit des Strandes“, sagt Marta Sureda, Pressesprecherin bei der Balearen-Regierung, die für die Notrufzentrale zuständig ist. Eine Person erleidet etwa einen Herzinfarkt im Wasser – erst nach der Autopsie wird die Todesursache klar. Dennoch wird sie oft in das Register der Badetoten aufgenommen.

Risiken erkennen

Vor dem Baden sollte man sich über die Gefahrenlage informieren. Info-Schilder an den Stränden weisen auf Strömungen oder andere Risiken hin. Die Rettungsringe auf den Schildern zeigen die Wahrscheinlichkeit eines Badeunfalls an: einer für geringe, zwei für mittlere, drei für hohe Gefahr. „Je größer der Andrang an einem Strand, desto häufiger kommt es zu Vorfällen“, so Carrió. Am gut besuchten Strand von Can Pastilla gibt es drei Ringe.

Auch die Flaggen sollten stets beachtet werden: Rote Flagge bedeutet Badeverbot, Gelb vorsichtiges Baden, Grün unproblematisches Baden, Orange weist auf die Abwesenheit von Rettungsschwimmern hin. 2025 wurden 8.163 Vorfälle registriert, bei denen Menschen trotz roter Flagge ins Wasser gingen. „Wenn man nur zwei Tage auf der Insel ist und die rote Flagge weht, riskieren einige trotzdem, ins Meer zu gehen“, sagt Carrió. Er empfiehlt außerdem, nur an Stränden zu baden, wo Rettungsschwimmer im Einsatz sind.

Besonders gefährdete Gruppen

Kinder und Senioren sind besonders anfällig für Badeunfälle. Eltern sollten ihre Kinder nie aus den Augen lassen und statt Schwimmflügel lieber Schwimmwesten verwenden, die sicher sitzen und nicht platzen können. Senioren sollten nur innerhalb der Sichtweite der Rettungsschwimmer ins Wasser gehen, sagt Antoni Carrió.

Saisonale Faktoren erhöhen das Risiko zusätzlich: Im Sommer erzeuge der thermische Wind embat besonders im Norden und Nordosten ab mittags stärkere Wellen, so der Rettungsschwimmer. „Und Ende September oder Anfang Oktober kommt es inselweit zu Dünung.“ Damit ist gemeint, dass an vielen Stränden der Insel die Strömung Badegäste stärker hinaus ins Meer zieht. Verantwortlich dafür sind Stürme über dem Meer, viele Kilometer von der Küste entfernt. Auch Gewitter und Blitzeinschlag stellen eine Gefahr dar.

Eine weitere Gefahr besteht auch in der Topografie einer Bucht. Als Beispiel nennt Carrió die Cala Torta im Osten Mallorcas: „Nach wenigen Metern ist man bereits halstief im Wasser.“ Das kann besonders für unerfahrene Schwimmer riskant sein.

Verhalten bei Notfällen

Wer Zeuge einer kritischen Situation wird und keine Rettungsschwimmer vor Ort sind, sollte laut Carrió drei Schritte beachten: zuerst den Notruf 112 wählen, dann prüfen, ob passives Rettungsmaterial wie Seile oder Rettungsringe vorhanden ist, das man der Person zuwerfen kann. Nur in Ausnahmefällen, wenn man körperlich dazu in der Lage ist, sollte man ins Wasser gehen und helfen. „Viele stürzen sich aus Panik ins Wasser – dadurch kommt es oft zu weiteren Opfern“, so Carrió.

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