Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Bananen, Brot, Milch: So lagern Sie Lebensmittel bei Mallorca-Hitze richtig

Halten sich Lebensmittel in Dosen auch bei Hitze? Wohin mit Bananen? Ein Experte erklärt die korrekte Lagerung im Sommer und worauf schon beim Einkauf geachtet werden sollte

Den Kühlschrank im Sommer besser mit System einräumen!  | FOTO: FLORIAN SCHUH/DPA

Den Kühlschrank im Sommer besser mit System einräumen! | FOTO: FLORIAN SCHUH/DPA

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google
Simone Werner

Simone Werner

Um die 33 Grad in der eigenen Küche oder Mietwohnung auf Mallorca sind dieser Tage keine Seltenheit. Wer denkt, er lagert Bananen angesichts der Hitze am besten im Kühlschrank, zieht nach wenigen Tagen eine braun gefärbte matschige Frucht heraus. Und werden Konserven wie Thunfischdosen bei derartigen Temperaturen nicht auch schlecht? Wie sollte man H-Milch, Kartoffeln und Brot am besten lagern? Schließlich hat man auch nicht unbegrenzt Platz in seinem Kühlschrank. Holger Tönges, Leiter des Frischeparadies Mallorca, hat einige Tipps parat:

Konserven gut checken

Während man Produkte wie Schokolade, Thunfischdosen, Marmeladengläser, H-Milch oder Obst im Winter ohne Problem im Vorratsschrank oder in der Obstschale aufbewahren kann, ändert sich die Situation im Sommer grundlegend. Ideal sind laut Tönges eine dunkle Vorratskammer oder ein Keller, da dort niedrigere Temperaturen vorherrschen. Wer in seiner Küche nur dunkle Vorratsfächer hat, kann ein Thermometer hineinlegen und prüfen, ob es dort tatsächlich kälter ist als im Rest der Küche, rät der aus dem Westerwald stammende Auswanderer.

Bei ölhaltigen Konserven, etwa Thunfisch oder Antipasti, müsse man bedenken, dass sich durch die Temperaturveränderung das Material ausdehnen und Luft ins Innere kommen kann. Dadurch könne das Öl umkippen und das Produkt verderben. „Meistens erkennt man das schon über eine Geruchsprobe. Wer sich nicht sicher ist, kann sich eine winzige Menge auf die Zungenspitze legen und den Geschmackssinn entscheiden lassen“, so Tönges. Auch Pesto, ebenfalls ölhaltig, sollte man besser nicht nur in einem offenen Regal lagern, sondern lieber an einem dunklen Ort. Einmal geöffnet, sollte das Glas direkt in den Kühlschrank wandern.

Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Ähnliches gilt für Marmelade, egal wie hoch der Zuckergehalt auch ist. „Selbst eingemachte Gläser mögen auf dem Fensterbrett schön aussehen. Da meist jedoch die Sonne dort drauf scheint, sollte man sie nicht da stehen lassen“, so Tönges.

Auch H-Milch, die durch ein Herstellungsverfahren zwar ultrahoch erhitzt wurde, sollte man dennoch nicht in die pralle Sonne stellen. „Wenn ich einen Sechserpack H-Milch kaufe, würde ich trotzdem keine sechs Milch in den Kühlschrank stellen“, sagt Tönges. Egal ob geöffnete H- oder Vollmilch: In die Kühlschranktür sollte man Milch selbst im Winter nicht stellen. „Beim Öffnen des Kühlschranks wirkt der Temperaturunterschied dort am größten ein“, erklärt der Experte.

Was viele nicht auf dem Schirm haben: Selbst Balsamico und andere Essige sollte man zumindest kühl und dunkel lagern und nicht etwa auf der Arbeitsfläche stehen lassen. Vor dem Konsum im Sommer dann gut beäugen! „Genau schauen, ob sich an der Oberfläche ein Schimmelflaum gebildet hat“, rät Tönges. So etwas könne auch bei Fruchtessigen passieren.

Auch Eier lagert man besser nur im Kühlschrank. Eierhaltige Speisen wie selbst gemachtes Allioli nicht lange auf dem Tisch stehen lassen, sondern zügig kühl stellen!

Für Schokolade gebe es keinen perfekten Lagerort im Sommer. „Wenn man sie außerhalb des Kühlschranks dunkel lagert, fängt sie an zu schmelzen. Bewahrt man sie im Kühlschrank auf, zuckert sie aus, und es bilden sich Ränder“, so Tönges. Die Qualität bleibe erhalten. Es ist nur das Ergebnis eines physikalischen Prozesses. „Durch die Temperaturumstellung wird der Zucker in der Kakaobutter kristallisiert.“ Da sich der Zucker so anders verteile, merke man dies am Geschmack. Tönges empfiehlt für die Sommermonate Sorten wie etwa Yogurette, mit mehr Füllung und eher wenig Schokolade außen.

Nicht alle Lebensmittel sind im Sommer im Kühlschrank gut aufgehoben.

Nicht alle Lebensmittel sind im Sommer im Kühlschrank gut aufgehoben. / DPA

Kühlschrank nicht optimal

Nicht jedem Produkt tut die Lagerung im Kühlschrank gut. Bei klimakterischen Früchten etwa stecke man in der Zwickmühle. „Sie reifen nach der Ernte weiter. Zu ihnen gehören etwa die Banane oder auch die Ananas.“ Lässt man diese Früchte draußen, verderben sie schnell. Doch in den Kühlschrank gehören sie temperaturtechnisch auch nicht, denn sie brauchen Wärme.

Kartoffeln könne man, falls Platz vorhanden sei, im Gemüsefach im Kühlschrank lagern. „Wer weiß, dass er den 2-Kilo-Sack innerhalb von wenigen Tagen aufbraucht, kann ihn auch draußen lassen, allerdings nur in einem kühleren Raum oder Keller“, so Tönges. Bei Hitze fangen Kartoffeln schnell an zu keimen.

Viele Nussarten werden durch chemische Prozesse länger haltbar gemacht. Feuchtigkeit sollte dennoch keine hinkommen. Viele Beutel hätten Zip-Verschlüsse, durch die einmal aufgemachte Tüten, wieder gut verschließbar seien. „Das beste Radar ist auch hier die eigene Nase“, so Tönges. Brot sollte man, so sein dringender Rat, im Sommer nie in einer Plastiktüte lagern. „Die schwitzt und das wiederum beeinflusst die Schimmelbildung.“ Er empfiehlt einen Brotkasten aus Ton oder Holz, in dem Luft zirkulieren kann. Steht keiner zur Verfügung, sollte auch das Brot im Kühlschrank gelagert werden. „Am besten nur ein kleines kaufen, dann schneiden und einige Scheiben einfrieren.“

Modell genau kennen

Zudem sollte man sich an die am Kühlschrank auf den Einlegeböden und Fächern angebrachten Symbole halten. Sie geben Informationen darüber, wo die Temperatur für welches Produkt am zuträglichsten ist. Neuere Geräte seien neben einem Gemüse- auch mit einem deutlich kühleren und hermetisch abgeschlosseneren Fleischfach ausgestattet und hätten generell verschiedene „Klimazonen“. Findet man keine Angaben auf dem Gerät, lohne es sich, im Internet anhand der Modellnummer nach der benötigten Info zu suchen. Stets darauf achten, dass der Kühlschrank nicht zu voll gepackt ist, damit noch Luft zirkulieren kann.

Ob man seinen Kühlschrank im Winter ein paar Grad kälter stellen sollte, hänge vom Modell ab (wie alt und leistungsfähig ist der Apparat?) und von den Nutzungsbedingungen. Je öfter man ihn öffnet, desto härter muss er arbeiten. „Ist man den ganzen Tag auf der Arbeit und öffnet den Kühlschrank daher kaum, muss man nichts verstellen. Lebt man allerdings in einer 4er-WG und ständig rennt jemand zum Kühlschrank, kann man die Temperatur um ein paar Grad drosseln“, so Tönges, der Hotels und Restaurants auf der Insel vom Industriegebiet Son Oms in Palma aus mit frischen Lebensmitteln beliefert.

Weniger und öfter kaufen

Der Auswanderer empfiehlt darüber hinaus, im Sommer, statt eines Wocheneinkaufs, nach Möglichkeit mehrmals zu den Supermärkten zu gehen. Dieser Tage sollte man zudem nur mit Thermotüte oder -box losziehen, um die Kühlkette vieler Produkte einhalten zu können. Tönges empfiehlt zudem, erst die sonstigen Produkte einzukaufen und erst ganz am Ende Tiefkühlware und gekühlte Produkte in den Einkaufskorb zu laden. „Beim Einpacken an der Kasse die Einkäufe dann so sortieren, dass die Kühlwaren vom Rest getrennt sind!“

Zu Hause zuerst so schnell es geht die Tiefkühlware verstauen. „Angetaute Ware wieder einzufrieren und später zu verzehren ist gefährlich. Mit einer Speiseeisvergiftung ist nicht zu spaßen“, warnt er. Damit ist auch die Frage beantwortet, warum manche Produkte mit der Warnung versehen sind, dass sie bereits aufgetaut wurden und nicht neuerlich eingefroren werden können.

Keine heißen Töpfe kühlen

Warme oder heiße Töpfe sollte man weder im Sommer noch im Winter in den Kühlschrank stellen. Einerseits erwärmen vor allem große Töpfe den Innenraum des Kühlschranks. Andererseits gehen so auch die Lebensmittel im Topf, etwa Brokkoli, schneller kaputt, da der Unterschied zwischen ihrer Temperatur und jener der Umgebung größer ist. Auch einen Topf mit beispielsweise Hackfleischsauce sollte man erst nach dessen Abkühlen, etwa nach einer Stunde, in den Kühlschrank stellen. Dasselbe gilt im Winter für Speisen wie Kartoffelsuppe“, fügt Tönges hinzu.

Contenido generado libremente

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents