Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Trotz mehr als 80 Interessenten: Mallorcas bekannteste Auswanderer-Beraterin gibt ihr Geschäft doch noch nicht ab

Im Dezember 2025 hatte Doris Kirch zum ersten Mal öffentlich einen Nachfolger gesucht

Doris Kirch.

Doris Kirch. / Nele Bendgens

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google
Simone Werner

Simone Werner

Ende des Jahres 2025 veröffentlichte Auswanderer-Beraterin Doris Kirch erstmals einen Post in den sozialen Netzwerken, in dem sie nach mittlerweile über zwei Jahrzehnten einen Nachfolger für ihr Geschäft suchte. Im April 2026 folgte ein zweiter Post.

Doch keine Geschäfts-Abgabe

Am Sonntag (19.7.) verkündete Kirch dann über ihre sozialen Netzwerke, dass sie doch weitermache. "In den letzten Monaten wurde ich häufig gefragt, ob ich meinen Mallorca-Auswanderungs-Service verkauft habe. Ich habe mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und viele Gespräche geführt. Dabei habe ich gemerkt, wie eng dieses Unternehmen mit meinem Leben verbunden ist. Nach reiflicher Überlegung habe ich deshalb eine bewusste Entscheidung getroffen: Ich werde den Mallorca-Auswanderungs-Service weiterführen. Ich freue mich darauf, auch in Zukunft Menschen auf ihrem Weg nach Mallorca zu begleiten – mit derselben Erfahrung, Leidenschaft und persönlichen Betreuung wie seit über 24 Jahren. Manchmal merkt man erst, wenn man vor einer Entscheidung steht, was einem wirklich am Herzen liegt. Ich freue mich auf alles, was noch kommt", schreibt sie darin.

So viele Interessenten haben sich gemeldet

Über 80 Interessenten hätten sich seit den Aufrufen bei der Langzeit-Residentin gemeldet. Knapp die Hälfte hätte eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet. Das war die Voraussetzung dafür, dass Kirch ernsthaften Interessenten detaillierte Informationen zur Verfügung stellt.

Dennoch sei es bisher mit keiner Person zum Vertragsabschluss gekommen. "Viele haben es finanziell unterschätzt, was die Umsätze und den Kaufpreis betrifft", sagt Kirch gegenüber der MZ. Ein ernsthafter Interessent etwa habe von der Bank aufgrund seines fortgeschrittenen Alters keine Finanzierung mehr bekommen.

Andere Interessenten dachten, sie könnten das Geschäft neben einer anderen Tätigkeit führen. "Remote geht, aber nebenbei nicht", so die 62-Jährige. Über die Jahre hätte Kirch das Geschäft so organisiert, dass man es (auch dank zweier Selbstständiger, die vor Ort Termine wahrnehmen können) 100 Prozent auch aus der Ferne betreiben kann.

Kein PR-Gag

Ein PR-Gag sei die Aktion nicht gewesen. "Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele Menschen melden. Die Anfragen müssen ja auch bearbeitet werden. Das macht Arbeit", so Kirch, die dennoch neugierig gewesen sei, wer und wie viele Interessenten sich melden.

"Noch bin ich nicht im Rentenalter und die Arbeit macht mir nach wie vor sehr viel Spaß", stellt sie klar. Auch gesundheitlich gehe es ihr aktuell gut. "In diesem Jahr bin ich fünf Jahre krebsfrei. Jeder, der einmal Krebs hatte, weiß, dass das ein Meilenstein ist. Auch das war ein emotionaler Push für mich."

Wie viele NIE-Nummern und "residencias" Kirch für ihre Kunden im Lauf der Jahre beantragt hat, weiß sie nicht. "Hunderte oder Tausende. Ich habe klein angefangen, kannte nach meiner Ankunft gerade einmal eine Handvoll Leute. Mein großer Pluspunkt war und ist, dass ich viele Sprachen spreche, neben Englisch und Spanisch etwa auch Niederländisch und Französisch. In der Pandemie ist die Nachfrage durch die Decke gegangen. In den vergangenen Jahren hat es sich dann so fortgesetzt. Ich habe mittlerweile Kunden aus der ganzen EU. Ich kooperiere auch mit gestorías, Hotels und Firmen, die mir regelmäßig ihre Kunden oder Mitarbeiter schicken, die eine NIE brauchen", sagte sie vor wenigen Wochen im Interview.

Per Zufall Auswanderer-Beraterin geworden

Zu ihrer Tätigkeit als Auswanderer-Beraterin sei sie eher zufällig gekommen. "Nach meiner Ankunft auf der Insel 2002 habe ich als Selbstständige bei mir zu Hause, in Cafés oder per Skype Sprachunterricht in Deutsch, Englisch und Spanisch gegeben. Immer wieder haben mich Leute, die kein Spanisch konnten, gefragt, ob ich ihnen helfen kann, das NIE-Formular auszufüllen. 'Da scheint es Bedarf zu geben', dachte ich mir. Dass ich dann auch Auswanderer-Beratung gemacht habe, war ein schleichender Prozess. Ich kann kein genaues Jahr nennen, in dem ich die erste NIE beantragt habe", so Kirch.

Auswanderer-Beraterin Doris Kirch: E-Mail: dk@auswanderung.es, www.auswanderung.es

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents