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Klein, weiß, gefräßig: Diese Schädlinge bedrohen Häuser auf Mallorca

Warum sich Termiten hier besonders wohlfühlen, wie man einen Befall erkennt und was gegen die gefräßigen Holzvernichter hilft

Kleines Tier, mächtiger Schaden: Termiten.

Kleines Tier, mächtiger Schaden: Termiten. / FRISO GENTSCH

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Sarah López

Sarah López

Sie leben unter uns. Klein, weiß und unsagbar gefräßig. Auf Mallorca ist in den Medien immer wieder die Rede von Termiten. Erst Ende Juli informierte das „Diario de Mallorca“ über Termitenaktivität in zwei Häusern in Artà. Im Herbst 2025 war bereits ein Gebäude in derselben Straße aus diesem Grund zusammengebrochen.

Man kann es den hormigas blancas (weißen Ameisen) nicht übel nehmen: „Die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur auf der Insel sind ideal für sie“, erklärt Luis Cabrera. Der Schädlingsbekämpfer bei „Illes Control“ macht Mallorcas Häuser seit 2004 frei von den Tieren.

Übergeben Futter von Mund zu Mund

Nicht nur ihre Größe teilen sie mit den Ameisen, sondern auch die Art und Weise, wie eine Kolonie funktioniert: „Sie sind soziale Wesen, jedes hat seine Rolle“, so Cabrera. Die Arbeiterinnen etwa müssen die Nahrung suchen und bis zum Nest unter der Erde bringen. Dabei übergeben sie sich das Futter von Mund zu Mund, um die ganze Kolonie zu versorgen. Es gibt noch andere Rollen, wie etwa die Soldatinnen, die die anderen beschützen.

Doch nicht nur bei den Mitgliedern einer Kolonie gibt es Unterschiede, sondern auch bei den Termiten selbst: Auf Mallorca kommen zwei Arten vor: Die schlimmsten Auswirkungen auf das Holz haben Bodentermiten (Reticulitermes sp.). „Ihr Nest befindet sich unter der Erde in mindestens einem halben Meter Tiefe“, sagt der Schädlingsbekämpfer. Weniger häufig komme auf Mallorca die Gelbhalsholztermite (Kalotermes flavicollis) vor, deren Nester sich direkt im Holz befinden.

Vorsicht bei Termitenbefall

Vorsicht bei Termitenbefall / Antimex

Wie kommen sie rein und wie bekommt man sie raus?

Die gefräßigen weißen Viecher bauen sich Kanäle und Kondukte, um an ihr Essen zu kommen. Jedes Konstrukt aus Holz in der Nähe des Bodens ist dafür ausreichend: Türrahmen, Parkettboden, Säulen oder Sockelleisten. „Oft sieht das Holz gut aus, doch im Inneren ist es komplett durchgefressen“, sagt der Experte. Bei guten Bedingungen könne sich eine große Kolonie in eineinhalb Jahren durch einen ganzen Balken fressen.

In einer Pressemitteilung weist das Rathaus von Artà auf die Anzeichen auf Termitenbefall hin. Verdächtig ist demnach etwa Holz, das beim leichten Klopfen hohl klingt, brüchig wirkt oder leicht nachgibt. Auch kleine Fraßgänge, Verformungen oder Ansammlungen von feinem Holzstaub rund um Rahmen, Fenster, Türen und Decken können Hinweise auf Termiten sein.

Experten wie Cabrera haben eine bessere Methode: Sie lauschen nach ihnen. Mit einem Gerät namens TermaTrac können sie jeden Schritt der Insekten wahrnehmen. Sobald sie geortet sind, geht’s ans Eingemachte. Laut dem Termiten-Terminator gibt es hauptsächlich zwei Methoden, mit denen heute gearbeitet wird.

Biologische Methode

Am häufigsten wende er bei den Bodentermiten die sogenannte biologische Methode an. Den Tieren werden Köder aus Zellulose ausgelegt, laut Cabrera ähneln sie recyceltem Papier. Darin befindet sich eine Substanz, die das Wachstum der Tiere beeinträchtigt. Die Tiere füttern sich das vergiftete Essen gegenseitig. „So wird langsam die Fortpflanzungsmöglichkeit der Tiere beeinflusst“, erklärt er.

Eine weitere Methode ist die chemische Methode. „Diese bringt sie sofort um“, sagt der Schädlingsbekämpfer. Dabei bleibt das Nest der Bodentermiten jedoch bestehen. In diesem Fall wird nur das Holz mit einer chemischen Lösung besprüht oder eingespritzt. „Es hält die Termiten auch für einige Jahre fern“, sagt Cabrera.

Möchte man eher nicht im Haus haben: Termiten.

Möchte man eher nicht im Haus haben: Termiten. / DAVID MORA

Doch eine endgültige Lösung sei es nicht. Sorgen, sich selbst auch zu vergiften, müsse man nicht haben. Zwölf Stunden müsse der Raum gelüftet werden, doch danach sei es komplett risikofrei. „Früher war das nicht so. Die Insektizide wurden direkt in die Erde gegossen“, erinnert sich der Schädlingsbekämpfer. So sickerten die Chemikalien allmählich ins Grundwasser.

Auch neue Gebäude

Illes Control hat zwar seinen Standort in Palma, doch die Schädlingsbekämpfer müssen Nestern auf der ganzen Insel nachgehen. Seit 2004, als er anfing, als Schädlingsbekämpfer zu arbeiten, seien die Aufträge stetig gewachsen. „Heute gibt es viel mehr Häuser auf der Insel als vor 20 Jahren“, so Cabrera.

Nicht nur die alten Häuser würden von Termiten befallen. Auch relativ neue Bauten laden die Krabbler zum Festmahl ein. „Heute wird noch sehr viel mit Holz gebaut“, sagt er. Und damit wächst auch das Buffet für die Termiten. Wenn auf die Anzeichen eines Befalls nicht geachtet und entsprechend gehandelt wird, bleibt nur zu sagen: „Guten Appetit, tèrmit!“

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