Vom Wellness-Gefängnis in den Horrorknast: Was den spanischen Stückelmörder von Thailand nach dem Urteil erwartet
Der Schauspieler-Sohn Daniel Sancho wird wohl sein bisheriges Gefängnis verlassen müssen. Wohin es geht, ist offen

Daniel Sancho nach seiner Festnahme. / Efe
Bislang dürfte Daniel Sancho kaum das Gefühl gehabt haben, sich in einem Gefängnis zu befinden. Denn in dem Jahr zwischen seiner Festnahme wegen des Stückelmordes an dem kolumbianischen Chirurgen Edwin Arrieta und dem Gerichtsurteil am Mittwoch (28.8.), lebte er in der Haftanstalt von Koh Samui. Dort gibt es einen Garten, der mit rosafarbenen Delfinskulpturen geschmückt ist. Der spanische Häftling, Sohn des berühmten Schauspielers Rodolfo Sancho, verbrachte die Tage in seiner großzügigen Zelle mit Yoga und Muay Thai.
Doch mit dem Wellness-Leben dürfte es bald vorbei sein. Denn der zuständige Richter schmetterte einen Antrag Sanchos, auch nach dem Urteil in dem Spa-Knast zu bleiben, eiskalt ab. Denn dieser ist nur für Häftlinge vorgesehen, deren Strafe weniger als 15 Jahre beträgt. Sancho hingegen bekam lebenslang. Die Überstellung in ein anderes Gefängnis ist damit nur noch Formsache und dürfte in den kommenden Stunden vollzogen werden.
Das sind die Optionen
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Gefängnis von Surat Thani sein neues Zuhause, während seine Anwälte Revision gegen das Urteil einlegen. Diese Haftanstalt gilt als hochgefährlich. Hier verbüßen diejenigen, die lebenslänglich bekommen haben, ihre Strafe. Zudem warten auch einige Häftlinge, die für besonders grausame Verbrechen schuldig befunden wurden, auf den Vollzug der Todesstrafe. Besuche von Angehörigen sind hier eher selten möglich. Gewalttätige Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung und als Bett bleibt den meisten Häftlingen nur der Boden.

Daniel Sancho mit dem Messer, mit dem er Edwin Arrieta tötete. / PI
Eine andere Möglichkeit wäre eines der Gefängnisse der Hauptstadt Bangkok. Auch diese gelten wegen der schlechten Hygienebedingungen, des seltenen und widerlichen Essens sowie der unnachgiebigen Hitze alles andere als wünschenswerte Ziele für den Schnösel mit dem Surferlook. In den vergangenen Monaten galt es als ausgemacht, dass Sancho in das als "Bangkok Hilton" genannte Bang Kwang kommen würde.
Trifft er auf einen Landsmann?
Hier würde er immerhin auf einen Landsmann treffen. Denn in dem berüchtigten Gefängnis sitzt seit rund zehn Jahren der Spanier Artur Segarra ein – ebenfalls wegen eines Stückelmordes verurteilt. Für die spanischen Behörden hätte eine Verlegung Sanchos in die Hauptstadt einen Vorteil – bei Gefängnisbesuchen durch Botschaftsmitarbeiter könnte man gleich mehrere Häftlinge bei einem Termin besuchen.
Die Bedingungen in den thailändischen Gefängnissen werden seit Jahren von verschiedenen Menschenrechtsgruppen kritisiert. Die Anwälte des Schauspieler-Sohns dürften alles daran setzen, dass er so bald wie möglich seine Strafe in Spanien absitzt. /pss
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