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Mehr als 100.000 freiwillige Helfer im Katastrophengebiet in Valencia

Die Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität mit den Betroffenen der schweren Unwetter in Spanien wächst. Die Regierung schickt 10.000 zusätzliche Kräfte in die verwüsteten Orten nahe Valencia.

Tausende Menschen versammeln sich in Valencia, um zu Hilfseinsätzen im Katastrophengebiet aufzubrechen.

Tausende Menschen versammeln sich in Valencia, um zu Hilfseinsätzen im Katastrophengebiet aufzubrechen. / Robert Solsona / Europa Press

Es ist eine Welle der Solidarität, die dem Ausmaß der Katastrophe entspricht:  Nach den schweren Unwettern haben sich wohl mehr als 100.000 freiwillige Helfer in der Mittelmeermetropole Valencia eingefunden. Mit von der Regionalregierung organisierten Bussen sollten sie in Schichten zu den schwer verwüsteten Dörfern rund um Valencia gebracht werden, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. 

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez gab nach einer Lagesitzung bekannt, dass mindestens 211 Menschen bei den Unwettern vom Dienstag ums Leben gekommen seien, die meisten von ihnen in der Region Valencia. Viele Menschen gelten weiter als vermisst, es wird mit einer weiter steigenden Zahl von Toten gerechnet.

Freiwillige Helfer bei den Aufräumarbeiten in Valencia.

Freiwillige Helfer bei den Aufräumarbeiten in Valencia. / LAP

Regierung entsendet weitere Hilfskräfte in die betroffenen Gebiete

Insgesamt 10.000 weitere Einsatzkräfte will der Regierungschef jetzt in die betroffenen Gebiete schicken, um die Bergungs- und Aufräumarbeiten zu beschleunigen. 5.000 Soldaten sollen demnach noch dieses Wochenende entsandt werden und die schon etwa 2.000 Militärangehörigen vor Ort verstärken, wie der Sender RTVE berichtete. Zudem ist der Einsatz von 5.000 Polizisten und Angehörigen der Polizeieinheit Guardia Civil geplant. 

Viele der Dörfer sind von einer Schlammdecke überzogen, in den Straßen liegen nach wie vor übereinander getürmte Autos, Möbel sowie sonstiger Hausrat. Die Stromversorgung wurde den Behörden zufolge mittlerweile größtenteils wieder hergestellt.

Koordinationszentrum nimmt Arbeit auf

Versammlungspunkt der Helfer ist die sogenannte Ciutat de les Arts i les Ciències in Valencia. Von dort aus waren schon am Freitag Tausende Menschen zu Fuß in das Katastrophengebiet gezogen.

Am Samstag verließen die ersten Freiwilligen in bereitgestellten Bussen die Stadt. Sie kehren am Nachmittag zurück. Dann werden weitere Gruppen in die Überschwemmungsgebiete gebracht, wie Europa Press weiter berichtete. Erst gestern hatte die Regionalregierung Valencia ein Koordinationszentrum eingerichtet, das heute früh die Arbeit aufnahm. 

Weitere Leichenhalle in der Messe von Valencia

In der Notsituation können die Menschen auch nicht angemessen trauern. Vielen Anwohnern war es bislang nicht möglich, von ihren verstorbenen Angehörigen Abschied zu nehmen. Nach der Obduktion werden die identifizierten und nicht identifizierten Todesopfer in die Feria de Valencia gebracht. In der großen Messehalle der Regionalhauptstadt wurde eine 1.300 Quadratmeter große provisorische Leichenhalle eingerichtet. 

Familienmitgliedern sei der Zugang zu der Leichenhalle nicht gestattet, sagte Nuria Montes, Mitglied der Regionalregierung. "Der beste Ort für die Familien, um auf Nachrichten von ihren Angehörigen zu warten, ist zu Hause", sagte die Beamtin mit Nachdruck. Wegen ihrer Tonart wurde ihr indes mangelnde Empathie vorgeworfen und sie musste um Entschuldigung bitten

Einige Züge fahren wieder

Der Bahnverkehr ist aufgrund der Schäden an der Infrastruktur weitgehend gestört. Ab Samstag sollen aber begrenzt die ersten Züge fahren. Zwei Bahnlinien des Nahverkehrs in der Region Valencia und der Hochgeschwindigkeitsservice Euromed zwischen Valencia und Barcelona entlang der Mittelmeerküste nehmen den Betrieb wieder auf, wie die Bahngesellschaft Renfe mitteilte.

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