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Spaniens bekanntester Hotel-Schandfleck soll dem Erdboden gleichgemacht werden

Die spanische Zentralregierung startet Prozess zur Enteignung einer Bauruine für ein Hotel im Naturschutzgebiet

Die Vizepräsidentin der spanischen Zentralregierung María Jesús Montero bei einer Pressekonferenz vor der Bauruine des Hotels Algarrobico in Cabo de Gata.     | FOTO: MARIÁN LEÓN/EP

Die Vizepräsidentin der spanischen Zentralregierung María Jesús Montero bei einer Pressekonferenz vor der Bauruine des Hotels Algarrobico in Cabo de Gata. | FOTO: MARIÁN LEÓN/EP

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Thilo Schäfer

Thilo Schäfer

Es ist die berühmteste Bauruine des Landes und Symbol für die Exzesse des Immobilienbooms Anfang des Jahrhunderts. Seit fast 20 Jahren steht das Gerüst des Hotels Algarrobico mit seinen 21 Stockwerken und 411 Zimmern am gleichnamigen Strand im Nationalpark Cabo de Gata-Níjar an der andalusischen Mittelmeerküste. Nach jahrelangem Rechtsstreit um den Abriss zwischen verschiedenen Verwaltungen, Umweltschützern und dem Besitzerunternehmen Azata del Sol greift nun die Zentralregierung ein. Das Kabinett beschloss am Dienstag (11.2.), das Hotel zum „Gelände für öffentliche Nutzung“ zu erklären, eine Vorstufe für eine eventuelle Enteignung.

Baulizenz im Nationalpark

Die Gemeinde Carboneras, in der der Zankapfel steht, hatte einst eine Baulizenz erteilt, obwohl die Playa de Algarrobico im Nationalpark liegt. Ein Gericht stoppte 2005 die Bauarbeiten. Seitdem verlottert der Koloss am Strand und wurde von Umweltschützern besetzt und mit großen Schriftzügen versehen. Dutzende Urteile wurden in dem langen Streit gefällt und Greenpeace brachte den Fall gar vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Viele Urteile fordern das Rathaus von Carboneras auf, dem Betreiber die Lizenz zu entziehen und die Einstufung des Geländes als Baugrund zu widerrufen. Doch die verschiedenen Lokalverwaltungen, ob von Konservativen, Sozialisten oder zuletzt den Liberalen, verweigerten sich aus unterschiedlichen Gründen. Viele Menschen in der Gemeinde sehen statt einer Verschandelung der Umwelt eher eine Chance für neue Jobs.

Das Problem

Das Eingreifen der Regierung in Madrid hat jedoch ein Problem. Mit dem Küstenschutzgesetz (Ley de Costas) kann sie nur die ersten 100 Meter bis zum Wasser enteignen. Der Hauptteil des Baus liegt jedoch dahinter. Madrid fordert daher die Regionalregierung von Andalusien auf, den restlichen Teil ebenfalls zu enteignen. Doch in Sevilla fürchtet man um einen endlosen Rechtsstreit mit dem Eigentümer Azata del Sol. Beobachter vermuten einen Schlagabtausch zwischen Sozialisten in Madrid und Konservativen in Sevilla.

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