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Blackout in Spanien: Darum ist Mallorca nicht betroffen

Die Balearen verfügen über ein ausgeklügeltes System, das zwar eine Verbindung zum Festland hat, aber unabhängig davon funktioniert

Stromausfall am Montag (28.4.) in Spanien.

Stromausfall am Montag (28.4.) in Spanien. / Efe

Ein beispielloser Stromausfall hat am Montag (28.4.) große Teile Spaniens, Portugals und einige Regionen Frankreichs in Dunkelheit versetzt und essenzielle Dienste wie Transport, Telekommunikation und Krankenhäuser beeinträchtigt. Die Balearen jedoch, ebenso wie die Kanaren, Ceuta und Melilla, blieben von diesem Vorfall verschont und konnten die Stromversorgung ohne Unterbrechung aufrechterhalten.

So ist das balearische Stromnetz aufgebaut

Der Schlüssel zu dieser Ausnahme liegt im Aufbau des balearischen Stromsystems, das unabhängig vom Festlandnetz operieren kann. Das Stromnetz der Balearen ist dabei in zwei isolierte Teilsysteme unterteilt: eines verbindet Mallorca und Menorca, ein weiteres Ibiza und Formentera.

Mallorca und Menorca verbindet ein 41 Kilometer langes 132-kV-Kabel zwischen Ciutadella (Menorca) und Es Bessons (Mallorca), Ibiza und Formentera ein ein 22 km langes 69-kV-Kabel mit einer Kapazität von 50 MW. Beide Teilsysteme sind mit einem 132-kV-Kabel zwischen Santa Ponça (Mallorca) und Torrent (Ibiza) verbunden.

Gleichzeitig verbindet ein 237 km langes Hochspannungs-Gleichstrom-Seekabel (HVDC), bekannt als COMETA, das Festland (von Morvedre bei Sagunto in der Region Valencia) mit Mallorca (Santa Ponça). Dieses Kabel ist seit 2012 in Betrieb, verfügt über eine Kapazität von 400 MW und erreicht Tiefen von bis zu 1.485 Metern, mit Konverterstationen an beiden Enden zur Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom und umgekehrt. Dieses Kabel fiel am Montag um 12.33 Uhr aus.

Der Generaldirektor für Kreislaufwirtschaft der Balearen, Diego Viu, erklärte am Nachmittag in einer Pressekonferenz, alle Sicherheitsmechanismen bezüglich der Stromversorgung der Insel seien zum Zeitpunkt des Ausfalls aktiviert worden. Mallorca und die Nachbarinseln hätten auch in den kommenden Tagen keine Versorgungsprobleme zu befürchten.

In Fällen wie diesen würde die Stromerzeugung der Gas-Dampf-Kraftwerke auf den Inseln hochgefahren, so der Industrieingenieur Andreu Moia, der an der Balearen-Universität lehrt. Zudem steige der Anteil der erneuerbaren Energien dank Fotovoltaik stetig an.

Modernisierung nach Vorfall im Jahr 2003

Die Autonomie des balearischen Stromsystems geht auf den Ausfall des Kohlekraftwerks Es Murterar im Jahr 2003 zurück. Damals kam es zu einem großflächigen Stromausfall auf Mallorca, der eine umfassende Modernisierung der balearischen Strominfrastruktur anstieß. Kontrollsysteme wurden verbessert, die Energiequellen stärker diversifiziert und erneuerbare Energien stärker integriert sowie lokale Netze verstärkt. Diese Maßnahmen haben das balearische Stromnetz widerstandsfähiger gegenüber externen Krisen wie dem Blackout auf dem Festland gemacht.

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