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Konservative gewinnen Regionalwahl in Spanien - die wahren Sieger sind aber andere

Ministerpräsidentin María Guardiola kann in Extremadura weiterregieren. Einfach wird das nicht

Strahlende Siegerin: María Guardiola.

Strahlende Siegerin: María Guardiola. / DM

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Die Rechnung von Ministerpräsidentin María Guardiola ist aufgegangen: Ihre konservative Volkspartei PP ist bei den vorgezogenen Neuwahlen in der in Südspanien gelegenen Extremadura stärkste Kraft geworden. Die Partei holte 29 Sitze im Parlament, einen mehr als bei den Regionalwahlen im Jahr 2023.

Sozialisten schmierten ab

Die Sozialisten schmierten hingegen ab und erlangten das schlechteste Wahlergebnis der Parteigeschichte in der Region. Statt der bislang 28 Sitze im Parlament hat die PSOE fortan nur noch 18 Abgeordnete. Großer Gewinner ist derweil Vox. Die Rechtsextremen holten elf Plätze im Parlament, sechs mehr als noch vor zweieinhalb Jahren. Die Linkspartei Unidas por Extremadura holte sieben statt der bislang vier Sitze im Regionalparlament. Die Wahlbeteiligung fiel um 7,6 Prozent im Vergleich zur Vorwahl, auf 62,7 Prozent - auch das ein historischer Tiefstwert für die Region.

Das schlechte Ergebnis für die Sozialisten wird allgemein den Korruptionsfällen im Umfeld der Zentralregierung zugeschrieben, die viele Anhänger von der Partei entfremdet haben. Derweil steht Guardiola trotz des Wahlsiegs vor einem Problem: Denn ihr einziger realistischer Koalitionspartner ist - wie in der vorherigen Legislaturperiode auch - Vox.

Doch dieses Bündnis ist, wie überall sonst in Spanien auch, mehr als wackelig. Tatsächlich hatte Guardiola Neuwahlen ausrufen lassen, nachdem die Haushaltsgespräche in der Koalition gescheitert waren.

Komplizierte Koalitionsverhandlungen

Nun muss sie sich wohl wieder auf die Rechtsextremen einlassen. Und die werden nach den deutlichen Stimmgewinnen sicherlich noch weniger kompromissbereit sein als sonst. Die unter der harten Hand des Parteichefs Santiago Abascal von Madrid aus zentralgesteuerte Partei ist bekannt dafür, die Konservativen mit Maximalforderungen in die Ecke zu drängen. Die Koalitionsverhandlungen könnten für Guardiola zur Zerreißprobe werden.

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