„Ich habe nur zu Gott gebetet“ – Überlebender berichtet von Zugunglück in Spanien
„Ich habe nur zu Gott gebetet“ – Überlebender berichtet von Zugunglück in Spanien

Atlas News
Fabiola Mouzo
„Als ich merkte, dass der Zug entgleiste, habe ich nur zu Gott gebetet.“ Mit diesen Worten beschreibt Yuri Montoya die Stunden nach dem Unfall, als er am Sonntagnachmittag (18.1.) mit dem Zug von Málaga nach Madrid unterwegs war. Nach seiner Untersuchung im Krankenhaus Reina Sofía in Córdoba berichtet der 36-Jährige, er habe sich lediglich an Glassplittern geschnitten. In das Klinikum werden viele der Verletzten gebracht, die bei der Entgleisung zweier Züge in Adamuz verletzt wurden.
Montoya saß im siebten Wagen eines Iryo-Zuges, der aus bislang unbekannten Gründen entgleiste. „Der Zug war sehr schnell, sprang aus den Schienen und kippte zur Seite. Gebremst hat erst der Aufprall“, erinnert er sich. Er habe den Zug durch eine Tür verlassen, die andere mit Tritten geöffnet hätten.
Im Krankenwagen traf er auf Marta, die sich den Kopf aufschlug, zitterte und in schlechter Verfassung gewesen sei. Sie habe wiederholt gesagt: „Ich will nicht sterben.“ Montoya berichtet, sie habe am nächsten Tag eine Beamtenprüfung für die Finanzverwaltung ablegen wollen. Montoya, der aus Kolumbien stammt und heute mit seiner Familie in Madrid lebt, sagt, es gebe „viele Verletzte, einige sehr schwer“.
Rettungswagen am Klinikum, Betroffene unter Schock
Am Krankenhaus Reina Sofía fahren derweil weiterhin Rettungswagen ein und aus. Unter den Eingelieferten ist auch Noelia, die ebenfalls von Málaga nach Madrid reisen wollte. Sie wurde wegen Prellungen in die Klinik gebracht, steht aber unter Schock. „Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich so einen Unfall haben würde“, sagt sie und berichtet, sie habe Menschen gesehen, denen es „sehr schlecht“ gegangen sei.
Auch Angehörige warten auf Informationen. Cristóbal Rando kam aus Lepe mit dem Auto nach Córdoba, um seine Tochter und seine Frau abzuholen, die im Zug Richtung Madrid–Huelva unterwegs waren. Zuvor seien sie in Madrid gewesen, um an Prüfungen für eine Stelle als Justizvollzugsbeamtin teilzunehmen. Seine Tochter habe starke Schmerzen im Fuß; beide seien soeben mit einem Rettungswagen angekommen und müssten nun ärztlich untersucht werden. Nach seinen Angaben konnten sie ihn telefonisch über das Geschehen informieren, während er bereits auf dem Weg war.
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