Sturmtief "Leonardo" hält Andalusien in Atem: Vermisste in Málaga, Evakuierungen und Zug-Chaos
Die Region in Südspanien kämpft mit dem Wetter

Sara Fernández
Das Sturmtief „Leonardo“ wütet seit Mittwoch (4.2.) über Andalusien und zeigt auch am Donnerstag keine Anzeichen einer Abschwächung. In der gesamten Region gelten Wetterwarnungen wegen Starkregen, hohen Wellen und vor allem Sturm. Teilweise galt sogar die höchste Warnstufe Rot.
Besonders deutlich zeigten sich die Auswirkungen auf Straßen und Bahnverkehr: Der Zugbetrieb blieb großteils unterbrochen – ausgenommen Verbindungen zwischen Málaga und Fuengirola sowie zwischen Granada und Almería. Auch bei den Nahverkehrszügen standen alle Linien in Sevilla und Cádiz sowie die Linie C2 in Málaga still. Zudem fielen mehrere Regional- und Hochgeschwindigkeitsverbindungen aus.
Frau in einen Fluss gestürzt
In Málaga suchten Spezialkräfte der Guardia Civil aus der Taucher-Einheit GEAS während der Nacht weiter nach der Frau, die am Mittwochabend in Sayalonga in den Fluss Turvilla gestürzt war. In der Nacht zum Donnerstag blieb die Situation auch für rund Hundert Einwohner von Dúdar (Granada) angespannt: Sie mussten das Dorf verlassen, weil der Fluss Aguas Blancas stark anschwoll und zusätzlich Wasser aus dem Stausee Quéntar abgelassen wurde, der weniger als zehn Kilometer entfernt liegt.
In Écija (Sevilla) wurden in der Nacht zum Donnerstag insgesamt 76 Bewohner aus ihren Häusern gebracht, weil in ihrem Viertel Überschwemmungen befürchtet wurden – unter anderem wegen eines möglichen Überlaufens des Flusses Genil. In San Martín del Tesorillo (Cádiz) retteten die Guardia Civil und die Militärische Notfalleinheit UME in der Nacht zum Donnerstag fünf Menschen, darunter zwei Minderjährige, sowie zehn Hunde aus einem überfluteten Wohnhaus. In Casares (Málaga) blieben rund 1.500 Einwohner des Ortsteils El Secadero von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Zufahrtsstraßen durch das Übertreten des Flusses Guadiaro überflutet waren. Außerdem hatten sie keinen Strom.
Vorfälle in Sevilla
In Sevilla sperrte die Ortspolizei am Donnerstagmorgen einen Teil der Plaza Virgen de los Reyes nahe der Kathedrale ab: Eine der vier Ziervasen mit Lilienmotiv stürzte von der Terrasse der Giralda herab – vermutlich wegen Regen und Wind. Die Giralda ist der berühmte Glockenturm der Kathedrale von Sevilla und geht auf einen ehemaligen Minarettbau zurück; die Vasen schmücken die Ecken der Terrasse seit 1751.
Ebenfalls in Sevilla kündigte die Stadtverwaltung an, die Schleusentore des „Muro de Defensa“ zum Schutz des Stadtviertels Triana ein zweites Mal in ihrer Geschichte zu schließen. Die Anlage, die 2011 installiert wurde, ermöglicht eine hermetische Abriegelung und hält das Wasser zurück, falls der Fluss Guadalquivir gefährlich ansteigt.
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