Spanien gibt geheime Unterlagen zu Putschversuch 1981 frei
Wenige Jahre nach dem Ende der Franco-Diktatur stellte ein Umsturzversuch die noch junge spanische Demokratie auf eine harte Probe. Nun sollen die Geheimnisse des sogenannten "23-F" ans Licht kommen

23.02.1981, Spanien, Madrid: Mit gezogener Pistole steht der Putschist Antonio Tejero Molina gestikulierend am Rednerpult im spanischen Parlament. Der Oberstleutnant stürmte damals mit mehr als 200 Mann der paramilitärischen Guardia Civil das Parlamentsgebäude in Madrid und nahm die Abgeordneten mitsamt der Regierung als Geiseln. Durch den Einsatz von König Juan Carlos für die demokratische Ordnung brach der Putschversuch nach 18 Stunden zusammen. / Foto: ---/epa efe/dpa
Spanien will die bislang geheimen Unterlagen zum Putschversuch vom 23. Februar 1981 der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Dokumente würden am Dienstag (24.2.) vom Ministerrat freigegeben, teilte die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez am 45. Jahrestag des Angriffs auf die demokratischen Institutionen mit. Damit werde man «eine historische Schuld begleichen», betonte der Regierungschef.
Die geheimen Unterlagen zum sogenannten "23-F" sollen ab Mittwoch nach Veröffentlichung im Amtsblatt auf der Webseite der Regierung einsehbar sein. "Die Erinnerung darf nicht unter Verschluss bleiben", schrieb Sánchez auf der Plattform X. "Demokratien müssen ihre Vergangenheit kennen, um eine freiere Zukunft zu gestalten. Danke an alle, die den Weg geebnet haben."
Nur gut fünf Jahre nach dem Tod von Diktator Francisco Franco hatte der Umsturzversuch die noch junge spanische Demokratie damals auf eine harte Probe gestellt. Zwei bewaffnete Hundertschaften der paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil unter Führung von Oberstleutnant Antonio Tejero stürmten am Abend des 23. Februar das Parlament in Madrid.
Der König rettete die junge spanische Demokratie
Die Abgeordneten wurden während der Sitzung zur Wahl eines neuen Regierungschefs als Geiseln genommen. Es fielen Schüsse, aber niemand wurde verletzt. Militäreinheiten besetzten zudem die Stadt Valencia.
Das entschlossene Auftreten des damaligen Königs Juan Carlos I, der nur wenige Stunden nach der Besetzung des Congreso de los Diputados in einer nächtlichen Fernsehansprache energisch für die Einhaltung der verfassungsmäßigen Ordnung eintrat, nahm den Putschisten den Wind aus den Segeln. Die aufständischen Kräfte gaben bereits am Mittag des 24. Februar auf.
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