Nach Anzeige von ultrarechter Vereinigung: Pedro Sánchez' Ehefrau soll vor Gericht
Ein Ermittlungsrichter schlägt eine Anklage gegen die Frau des spanischen Regierungschefs vor. Es geht um Korruption und Einflussnahme. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück

Begoña Gómez ist derzeit mit ihrem Gatten Pedro Sánchez zum Staatsbesuch in China. / Efe
Die Frau des linken spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez soll nach dem Willen eines Untersuchungsrichters vor Gericht gestellt werden. Richter Juan Carlos Peinado schloss das Ermittlungsverfahren ab und schlug eine Anklageerhebung gegen María Begoña Gómez Fernández wegen Korruption, illegaler Einflussnahme, Veruntreuung und Verstößen gegen Markenrechte vor, wie die Justiz mitteilte. Wann die mündliche Verhandlung beginnen könnte, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Die 55-Jährige bestreitet die Vorwürfe.
Die Staatsanwaltschaft hatte während des richterlichen Ermittlungsverfahrens wegen einer aus ihrer Sicht dünnen Beweislage wiederholt die Einstellung des Verfahrens beantragt. Die Verteidigung wiederum bezichtigte Peinado, aus politischen Motiven zu handeln und dem Ansehen der Justiz zu schaden, wie die Zeitung "El País" berichtete. Die Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen und spricht von einer politisch motivierten Kampagne.
Anzeige von ultrarechter Vereinigung
Die Ermittlungen hatten aufgrund einer Anzeige der als äußerst rechts geltenden Vereinigung "Manos Limpias" (saubere Hände) begonnen, die Gómez vorwirft, ihre Nähe zum Regierungschef genutzt zu haben, um wirtschaftliche Vorteile zu erschleichen – etwa bei Förderprogrammen, Sponsoringverträgen und Hilfskrediten.
Die linke Minderheitsregierung von Sánchez steht schon seit geraumer Zeit wegen Korruptionsermittlungen unter Druck. Vergangenen Juni bat Sánchez die Bürger öffentlich um Verzeihung. Oft jahrelange Strafprozesse wegen Korruption gegen Politiker und Funktionäre sowohl der jeweiligen Regierung als auch der Opposition gelten als Teil der politischen Schlammschlacht.
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