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Papst Leo XIV. nennt Missbrauch in der Kirche eine "Plage“ - Spaniens Opfer bleiben skeptisch

Papst Leo XIV. trifft in Spanien Missbrauchsopfer – doch viele Betroffene fühlen sich ausgeschlossen. Was steckt hinter den Kritikpunkten der spanischen Opferverbände am Vorgehen der Kirche?

Papst Leo XVI. bei seinem Treffen mit spanischen Bischöfen.

Papst Leo XVI. bei seinem Treffen mit spanischen Bischöfen. / J.J. Guillén/EFE/Pool

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Papst Leo XIV. hat in Spanien die zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche als "Plage" kritisiert und im Rahmen eines "privaten" Treffens mit sechs spanischen Opfern gesprochen. Der Heilige Vater habe in der Apostolischen Nuntiatur in Madrid mit den Betroffenen eine Stunde verbracht und ihnen mit "Zuneigung und Aufmerksamkeit" zugehört, teilte das Presseamt des Vatikans mit. Er habe ihnen außerdem "seine Nähe sowie die der gesamten kirchlichen Gemeinschaft" zugesichert, hieß es.

Zuvor hatte Leo bei einem Treffen mit spanischen Bischöfen die Skandale als "Plage" bezeichnet, die mit mehr Entschlossenheit bekämpft werden müsse. Angesichts des schweren Übels sei die kirchliche Gemeinschaft aufgerufen, ihr Engagement für Prävention und eine Kultur der Fürsorge weiter entschlossen zu verstärken, sagte das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken am dritten Tag seines Besuchs in Spanien.

Die Kirche müsse "auf diese Plage" mit "Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung" antworten. Zu den schmerzhaftesten Begegnungen gehörten jene mit Missbrauchsopfern, sagte Leo. "Jeder verletzte Mensch muss echte Aufmerksamkeit, ehrliche Zuwendung, Schutz und konkrete Wege der Heilung finden", forderte er am Sitz der Bischofskonferenz.

Auf dem Flug nach Madrid hatte der Papst die Missbrauchsskandale am Samstag als "offene Wunde" der Kirche bezeichnet. Der Vatikan hatte nur Stunden vor dem Besuch mitgeteilt, Leo werde mit einigen Opfern von Missbrauch durch Geistliche in Spanien zusammentreffen. Die Identitäten der eingeladenen Opfer wurden nicht bekanntgegeben.

Ombudsmann schätzt die Zahl der Opfer in Spanien auf über 230.000

Sprecher von Opferverbänden hatten am Montag erneut betont, sie wüssten nichts von einer Einladung des Papstes. Sie kritisierten, dass der 70 Jahre alte US-Amerikaner sich in Spanien wohl nur mit wenigen Opfern und unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffen wolle. Offenbar gehe es darum, das Thema zu "verstecken", beklagten mehrere Verbandssprecher vor Journalisten.

Die Regierung und die Kirche haben in Spanien erst im März ein Abkommen zur Entschädigung von Missbrauchsopfern in kirchlichen Einrichtungen unterzeichnet, das von der linken Regierung in Madrid als "weltweit wegweisend" bezeichnet wird. Während die spanische Bischofskonferenz von gut 1.000 dokumentierten Fällen seit 1940 spricht, geht der Ombudsmann auf Basis einer jüngsten Umfrage von mindestens 236.000 Betroffenen aus.

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