Warum dieser Mallorca-Unternehmer mit Vorliebe für Luxusuhren weltweit von Interpol gesucht wird
Ein aus den Niederlanden stammender Unternehmer mit Finca auf Mallorca steht im Mittelpunkt der Plus-Ultra-Ermittlungen. S. V. soll 16 Millionen Euro Hilfsgelder abgezweigt haben

Der Unternehmer S.V. auf der Nachzeichnung eines Portraits aus dem Internet. / Grafik: DM
Im Rahmen des mutmaßlichen Korruptions- und Geldwäsche-Skandals um die Airline Plus Ultra laufen auch auf Mallorca die Ermittlungen weiter. Im Mittelpunkt: der niederländische Unternehmer S. V. Der 66-Jährige steht im Verdacht, der Strippenzieher eines Netzwerks zu sein, das 2021 die 53 Millionen Euro eines Corona-Förderkredits des spanischen Staates für die marode Airline in andere Kanäle verschwinden ließ. So sollen bereits am Tag nach dem Erhalt der Gelder 16 Millionen Euro an S.V. weitergeflossen sein. Der Niederländer soll dann laut den Ermittlern den Ursprung dieser Millionen über ein Firmennetzwerk in mindestens 16 Ländern verschleiert haben.
S. V. wird seit Mitte März per internationalem Haftbefehl von Interpol gesucht. Ihm werden Unterschlagung, Einflussnahme, Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und Geldwäsche vorgeworfen. S. V. besitzt ein schwer zugängliches Anwesen in der Gemeinde Santa Maria del Camí. Ende 2024 hatten Beamte der Sondereinheit für Wirtschaftskriminalität der Nationalpolizei die Finca durchsucht. Dabei stellten die Ermittler nicht nur Schmuck, sondern auch hochpreisige Uhren von Marken wie Rolex, Patek Philippe, Breguet oder Montblanc sicher.
Handel mit Luxusuhren
Der Richter José Luis Calama hat laut den Ermittlungsakten den Verdacht, dass die Gelder aus dem Plus-Ultra-Förderkredit über den Handel mit Luxusuhren verschleiert worden sein könnten. Bereits im Jahr 2024 hatte ein New Yorker Auktionshaus Anzeige gegen S. V. und einen Geschäftspartner erstattet. Ihnen wurde vorgeworfen, über eine komplizierte Masche Luxusuhren verschwinden lassen zu haben.
Bei der Razzia wurden zudem drei Computer sichergestellt. Die Ermittler glauben, dass der Niederländer, der auch als Co-Geschäftsführer einer Immobilienagentur in Santanyí geführt wird, die Plus-Ultra-Gelder von Mallorca aus verschwinden ließ. Zu den Gesellschaften, die mit ihm in Verbindung gebracht und im Zuge der Ermittlungen genannt werden, gehören Allpa Wira Trading UK und Valearian Corporation (beide Rohstoffhandel) sowie Wailea Investment LTD.
Aufenthaltsort unbekannt
Derzeit ist nicht bekannt, wo sich S. V. aufhält. Sollte Interpol seiner habhaft werden, würde er zunächst nach Spanien ausgeliefert werden, insofern die Justizbehörden seines Aufenthaltsortes dies zulassen. Allerdings sind die spanischen Ermittler nicht die Einzigen, die an dem Niederländer interessiert sind. So sind auch die Behörden in der Schweiz, wo S. V. im Kanton Genf einen Wohnsitz hat, sowie in Frankreich an dem Finanzunternehmer wegen möglicher Delikte interessiert.
S. V. soll nicht nur im Zusammenhang mit Plus Ultra Geldwäsche betrieben haben. Die Ermittler verschiedener Länder werfen ihm vor, eine regelrechte „Pseudobank“ betrieben zu haben, deren einziger Zweck die internationale Geldwäsche gewesen sei. Die Airline, die sich an Staatsgeldern bereichert haben soll, war demnach nur ein Kunde von S. V.
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