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"Ein furchtbarer Partner": Warum Trump einen Handelsstopp mit Spanien einfordert

Spanien und Italien verweigerten die Nutzung von Militärbasen für US-Operationen, was den US-Präsidenten verärgerte

Donald Trump (hinten), schaut zu Pedro Sánchez (vorne), bei der Arbeitssitzung beim Nato-Gipfel.

Donald Trump (hinten), schaut zu Pedro Sánchez (vorne), bei der Arbeitssitzung beim Nato-Gipfel. / Ansgar Haase/dpa

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US-Präsident Donald Trump hat beim Nato-Gipfel in Ankara die Hoffnung der Europäer auf ein geschlossenes Auftreten enttäuscht. Trump kündigte am Rande des Treffens an, die Handelsbeziehungen mit Spanien wegen fehlender Unterstützung im Iran-Krieg zu beenden.

Und dann kam es während des Gipfels auch noch zur neuen Eskalation in dem Krieg, den viele europäische Verbündete kritisch sehen. Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte Trump, dass die Waffenruhe mit dem Iran aus seiner Sicht beendet sei, schloss die Tür für weitere Verhandlungen jedoch nicht ganz. 

Trump über Spanien: "Ein furchtbarer Partner"

Spanien und Italien verweigerten die Nutzung von Militärbasen. Spanien war bei Trump schon vorher verschrien, weil Ministerpräsident Pedro Sánchez das vor einem Jahr beschlossene Nato-Ziel, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben, nicht einhalten will.

"Spanien ist ein furchtbarer Partner in der Nato. Sie nehmen nicht teil, sie zahlen nicht", sagte Trump bei seinem Treffen mit Rutte. "Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben."

Rutte widerspricht "Daddy"

Das ging selbst Rutte zu weit, der als Trump-Versteher Nummer eins unter den Europäern gilt. Seine Besänftigungsversuche sind legendär, beim letzten Nato-Gipfel in Den Haag nannte der Nato-Generalsekretär Trump sogar "Daddy". 

In Ankara gab er ihm ungewöhnlicherweise Widerworte, fiel ihm sogar ins Wort. 5.000 Flugzeuge seien zur Unterstützung der US-Offensive gegen den Iran aus Europa abgehoben, sagte er. Damit bezog er sich auf Starts der US-Luftwaffe insbesondere von US-amerikanischen Militärstützpunkten wie Ramstein in Rheinland-Pfalz.

Trump beklagte daraufhin, dass nicht alle Verbündeten die Nutzung von US-Basen auf ihrem Territorium für Angriffe gegen den Iran erlaubt hätten. "5.000 ist...", setzte Trump an, nur um von Rutte unterbrochen zu werden: "gewaltig", sagte der Nato-Chef.

Anderer Trump hinter verschlossenen Türen

Auch das Thema Grönland warf Trump auf offener Bühne erneut auf, er bekräftigte seinen Anspruch auf die Insel, die zum Königreich Dänemark gehört - ebenfalls ein Nato-Partner. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen trat er hinter verschlossenen Türen beim Gipfel allerdings ganz anders auf, "in keiner Weise vorwurfsvoll", wie es hieß. Grönland sei kein Thema gewesen, Spanien auch nicht. Der öffentliche und der interne Auftritt stehe "in einem gewissen Kontrast".

Gipfelerklärung: "Ein stärkeres Europa in einer stärkeren Nato"

Ist sie noch realistisch? Optimisten innerhalb des Bündnisses verweisen auf die Entwicklungen im vergangenen Jahr, die beim Gipfel in den Hintergrund rückten. So haben Deutschland und viele andere europäische Staaten ihre Verteidigungsausgaben erneut massiv erhöht und deutlich mehr Verantwortung übernommen. Die Bundesrepublik liegt mittlerweile mit Ausgaben in Höhe von knapp 125 Milliarden Euro bei einer BIP-Quote von rund 2,7 Prozent und will bereits 2029 - sechs Jahre früher als von den Alliierten vereinbart - die neuen Nato-Zielvorgaben erreichen. In der militärischen Kommandostruktur der Nato besetzt Deutschland seit diesem Jahr mehr Spitzenposten als die USA.

Das alles soll es den Amerikanern ermöglichen, frei werdende Mittel und Streitkräfte für einen massiven Ausbau ihrer Abschreckung im Indopazifik zu nutzen. Die Amerikaner sehen mittlerweile nicht mehr Russland, sondern China als Hauptherausforderung für ihre eigenen Sicherheitsinteressen.

Im Entwurf für die Gipfelerklärung heißt es zum Thema, angestrebt werde "ein stärkeres Europa in einer stärkeren Nato - ein modernisiertes Bündnis".

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