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Krieger gegen Waldbrände: Warum Spanien bei Katastrophen auf Soldaten setzt

Vor 21 Jahren gründete Spanien eine eigene Militäreinheit für zivile Notfälle. 800 Einsätze später gehört die UME zu den angesehensten Organisationen des Staates

Überall, wo es brennt: Eine Soldatin der UME tröstet eine Bewohnerin von Piedralaves, Castilla y León.  | FOTO: FERNANDO SÁNCHEZ/EUROPA PRESS

Überall, wo es brennt: Eine Soldatin der UME tröstet eine Bewohnerin von Piedralaves, Castilla y León. | FOTO: FERNANDO SÁNCHEZ/EUROPA PRESS

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Thilo Schäfer

Thilo Schäfer

Tausende Einsatzkräfte kämpfen seit Tagen gegen die größten Waldbrände, die Spanien je erlebt hat. Dabei stechen die senffarbenen Baskenmützen der Unidad Militar de Emergencias (Militärische Notfall-Einheit) heraus. Die UME hat sich in zwei Jahrzehnten und rund 800 Einsätzen den Ruf einer hocheffizienten Militäreinheit zur Bekämpfung von Katastrophen und Notsituationen erarbeitet, meistens bei Großbränden, aber auch Schneefällen, Überschwemmungen oder dem Vulkanausbruch auf der Kanaren-Insel La Palma 2021.

Bei der Bevölkerung genießen die Soldaten hohes Ansehen, und auch im Ausland gilt die UME als vorbildlich. Im Gegensatz zu ähnlichen Sondereinheiten wie dem Technischen Hilfswerk in Deutschland, das zu 98 Prozent aus freiwilligen Helfern besteht, ist die UME Teil der Streitkräfte mit Berufssoldaten und einer straff hierarchischen Struktur.

Gründung im Jahr 2005

Der sozialdemokratische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero gründete sie im Jahr 2005. Auslöser waren auch damals massive Waldbrände, die die Kapazitäten von Zivilschutz und örtlichen Feuerwehren überforderten. Die Regierung schuf eine Einheit aus Heer, Luftwaffe und Marine, die mit eigenen Mitteln – darunter Löschflugzeuge, Krankenwagen, schwere Räumfahrzeuge und Schneepflüge – im ganzen Land in kürzester Zeit einsatzbereit ist. Bei Bedarf kann sie auch Mittel und Personal anderer Teile der Streitkräfte einberufen. Bei der Flutkatastrophe in Valencia 2024 waren bis zu 8.000 Soldaten vor Ort.

Nach anfänglicher Kritik der konservativen Opposition sowie Generälen erwarb sich die UME bald ein hervorragendes Image. Die spezialisierte Einheit, die über ein eigenes Ausbildungszentrum verfügt, ist bei Bewerbern für das Militär besonders begehrt. Die rund 3.500 Mitglieder (Frauenanteil sieben Prozent) sind auf fünf Bataillone in Kasernen auf der Iberischen Halbinsel verteilt sind und können in maximal vier Stunden jede Krisenregion erreichen. Auf die Balearen schickt die Einheit in den Sommermonaten wegen der Waldbrandgefahr eine Vorhut.

Hier kommt die UME zum Einsatz

Zu den Situationen, in denen die UME angefordert wird, zählen neben Waldbränden starke Schneefälle, Flutkatastrophen, Erdbeben, Erdrutsche, aber auch Krisen technologischer Art, wie der massive Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel im letzten Jahr, oder Pandemien wie die Corona-Krise. Die Einsatzkräfte des Verteidigungsministeriums unterstehen der Zentralregierung, wie aktuell bei den Waldbränden in Madrid und Kastilien und León, wo der Krisenstab vom Innenminister koordiniert wird.

So kämpft Spanien gegen die Waldbrände

Lucía Feijoo Viera

Für die Einberufung der Gelbmützen gilt ein klares Protokoll. Bei Stufe Eins sind die örtlichen Kräfte ausreichend. Wenn eine Region Stufe Zwei ausruft, kann sie von der Zentralregierung Hilfe der UME beantragen. Stufe Drei ist nationaler Notstand, die Regierung in Madrid übernimmt das Kommando und holt die Militärhelfer automatisch hinzu. Wie aktuell bei den verheerenden Waldbränden

Was bei der Flutkatastrophe schieflief

Die Abstimmungsschwierigkeiten des Systems wurden bei der Flutkatastrophe in Valencia und anderen Regionen deutlich. Die konservative Landesregierung von Valencia hatte Stufe Zwei ausgerufen, jedoch die UME nicht angefordert. Der regionale Regierungschef Carlos Mazón von der konservativen Volkspartei PP kritisierte die vermeintlich späte Reaktion der UME. Deren Kommandant erwiderte: „Ich kann mit 1.000 Soldaten vor der Tür stehen, aber solange der Notfallstab mir keine Genehmigung gibt, kann ich nicht einfach reingehen.“

Bei den aktuellen Waldbränden in Madrid gab es ebenfalls eine parteipolitisch geprägte Kontroverse. Doch der Nutzwert und die Kompetenz der UME selbst stehen mittlerweile außerhalb jeder Kritik.

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